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Die Causa Nordkorea
 
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Die Causa Nordkorea (Broschiert)

von Karl Stingeder (Autor)
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 114 Seiten
  • Verlag: Tectum-Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3828899641
  • ISBN-13: 978-3828899643
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 15 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 629.271 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nordkorea erscheint der westlichen Welt als unberechenbarer Gegner und reale Bedrohung. Dabei ist über den tatsächlichen Zustand des postleninistischen, totalitären Regimes kaum etwas bekannt. Allein auf Indizien und Spekulationen beruhend wird eine gesamte Nation populistisch verurteilt. Karl Stingeder stellt dieser Sichtweise eine wissenschaftlich neutrale Analyse gegenüber. Die spärliche Datenlage berücksichtigend, zieht er dazu verschiedene Perspektiven wie außenpolitische Analysemodelle sowie ökonomische und machtpolitische Erklärungsansätze heran. In deren Licht erscheint die Handlungsweise des nordkoreanischen Regimes weder irrational noch unberechenbar. Staatsführer Kim Jong-Il und die elitären Machtzirkel des Landes verhalten sich durchaus rational, wenngleich die dahinter stehende Logik sich nicht immer auf den ersten Blick durchschauen lässt. Das Buch bietet unverzichtbare Zugänge für das Verständnis des Korea-Konflikts. Die 1967 von Kim Il-sung eingeführte „Juche“- oder Autarkie-Philosophie liefert den theoretischen Grundstock für das Überlebenskonzept des Regimes. Und wie bei allen Konflikten offenbart sich auch in der „Causa Nordkorea“ die Wahrnehmung als zentraler Faktor in vorhandenen Spannungsbeziehungen.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Spannende Einsichten, 27. September 2009
"Politik besteht nicht selten darin, einen simplen Tatbestand so zu komplizieren, dass alle nach einem neuen Vereinfacher rufen", sagte einst der italienische Journalist und Schriftsteller Giovanni Guareschi.

Ein solcher Vereinfacher war sicher unser liebster Ex-Präsident aller Zeiten, George W. Bush, der sich im Gefolge des 11. Septembers dazu berufen fühlte, die ihm am wenigsten liebsam erscheinenden weltpolitischen Antagonisten fürsorglicher US-Hegemonie in einer als "Achse des Bösen" genannten Rogue Gallery zusammenzufassen: Staaten, die mit dem internationalen Terrorismus kooperieren würden. Und da man bei derzeit insgesamt 193 Staaten schnell den Überblick verlieren kann, beschränkte er sich gnädigerweise auf das Trio Iran, Irak und Nordkorea.

Aufmerksame Konsumenten westlicher Medien wissen ja: Iran und Irak, das sind die netten Leutchen die uns mit Öl versorgen. Aber Nordkorea? Haben die nicht ein Nuklearprogramm inklusive Atomwaffen und diesen komischen kleinen Staatschef mit antiquiertem Modegeschmack und Krankenkassen-Brillen, der einen Minderwertigkeitskomplex besitzt und in seiner Einsamkeit mitunter traurige Arien anstimmt?

Zugegeben, die beiden letztgenannten Eigenschaften entstammen der Fantasie der "Team America: World Police"-Macher Trey Parker und Matt Stone, können aber durchaus als humorvolle Reflexion dessen gesehen werden, was wir über das abgeschottete kommunistisch regierte Land nördlich des 38. Breitengrads wissen - oder auch nicht wissen. Karl Stingeders Buch "Die Causa Nordkorea: Wie berechenbar ist das totalitäre und isolationistische Regime wirklich?" setzt hier an und versucht den Rauch aus Propaganda, Fiktion und unterschiedlichen Ebenen medialer Wahrnehmung zu lüften.

Unabdingbar für das Verständnis der politischen Handlungsmaxime der "Demokratischen Volksrepublik Korea" (DPRK) ist die sogenannte "Juche"-Ideologie. Entwickelt von Kim Il-Sung, Vater und Vorgänger des derzeitigen Staatschefs Kim Jong-Il, kann man sie als spezifisch nordkoreanische Identifikations- und Leitidee bezeichnen. Sie greift unter anderem auf konfuzianische Ideale zurück, mit der sich das autoritäre Herrschaftssystem legitimieren lässt, und bindet mit der Idee des allwissenden "Führers" auch religiöse und kultische Motive mit ein. Als Grundmaxime der "Juche" kann die Selbstbehauptung und Abschottung des (nord)koreanischen Volks vom feindlich gesinnten Ausland bezeichnet werden. Mit der Beschlagwortung "Kommunismus" ist die Eigenheit des nordkoreanischen Herrschaftsmodells jedenfalls nicht (mehr) zu fassen, da sich hier entgegen grundlegenden Prinzipien des Marxismus-Leninismus keine "Homogenisierung der Klassen" vollzieht.

Vielmehr hat sich seit dem Tod Kim Sung-Ils 1994 eine Verschiebung des Machtepizentrums hin zur Armee vollzogen, die seitdem über dem Staat selbst steht. Diese "Priorisierung" des Militärs hat ihre Ursache aber weniger im Zusammenbruch des Ostblocks und daraus resultierenden rückgängigen Wirtschafshilfen, sondern einer angestrebten innenpolitischen Festigung. Verwunderlich für westliche Beobachter bleibt somit, dass trotz einer langfristig erodierenden Wirtschaftsordnung und Hungerkatastrophen die weitestgehende Autarkie des Landes oberste Handlungsmaxime des Regimes bleibt.

Für die internationale Diplomatie gilt Nordkorea als wenig zuverlässig, gleichzeitig aber unberechenbar und latent aggressiv. Wie der Autor nach einer Analyse des militärischen Potentials der DPRK darlegt, ist die riskante offensive Außenpolitik nicht auf einen tatsächlichen Konflikt gegen Südkorea und die Schutzmacht USA ausgelegt, sondern auf das Verbessern der eigenen Lage aus einem Moment der Schwäche heraus - im Sinne der klassischen Abschreckungstheorie. In diesem Kontext sind denn auch die Bemühungen des Nordens im Bereich der Raketentechnologie sowie besonders das Atomprogramm zu sehen: Das Regime kommunizierte letzteres zwar medial nach außen, legte bisher aber keine eindeutigen Beweise für die tatsächliche Existenz einsatzfähiger Nuklearwaffen vor.

Für die Lösung dieses "nordkoreanischen Dilemmas" und der permanenten Spannung auf der koreanischen Halbinsel gibt es, wie Karl Stingeder zusammenfasst, kein Patentrezept. Zwar ist zur Zeit ein Krieg mit dem Süden aufgrund des zu erwartenden Regimekollaps in der DPRK nach einer Niederlage wenig wahrscheinlich, trotzdem lässt sich die Politik des Nordens in ihrer scheinbaren Irrationalität nur schwerlich voraussagen und bleibt eben deshalb ein permanentes Risiko für die Region.

Karl Stingeder bietet mit dem vorliegenden Buch, erschienen in der politikwissenschaftlichen Reihe des Tectum Verlags, die aktuellste Analyse zur Verortung der Motive eines für den Westen nur schwerlich zu fassenden Herrschaftssystems, dass regelmäßig für Irritationen auf dem internationalen Parkett sorgt. Der ideologisch bedingte Isolationismus des Landes bei gleichzeitiger Politik der Stärke nach außen wird treffend herausgearbeitet und mit der Darlegung der wichtigsten wissenschaftlichsten Ansätze und ihrer Möglichkeit, die realen Vorgänge zu erklären, auf ein solides methodisches Fundament gestellt. Als einzig nennenswerter Kritikpunkt muss die Darstellung der historische Entwicklung auf der Halbinsel Korea genannt werden, die teilweise etwas fragmentarisch ausgefallen ist und in einer umfassenderen Form wünschenswert gewesen wäre. Nichtsdestotrotz ist "Die Causa Nordkorea" als Ganzes eine gelungene Analyse geworden und für jeden zu empfehlen, der sich abseits medialer Inszenierungen einen Überblick zur Thematik machen will.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gute Abhandlung, 13. November 2009
Karl Stingeder hat es mit diesem Werk geschafft, das komplexe Thema Nordkorea sowohl in der innerstaatlichen als auch internationalen Perspektive verständlich zu vermitteln. Im Mittelpunkt dieser Abhandlung steht die Betrachtung ideologischer und staatsorganisatorischer Gegebenheiten insbesondere im Bezug auf das Militär, welches in Nordkorea einen besonderen Stellenwert hat. Für die Bewertung zieht der Autor ausreichende Quellen heran, wägt deren Argumente ab und bringt seine eigene Meinung angemessen ein. Die fortwährende Beschreibung des Autors und seiner Meinung durch sich selbst in der 3. Person ist indes, für den Autor dieser Rezension, gewöhnungsbedürftig.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Meisterdetektiv auf der Spur der "Causa Nordkorea", 12. Oktober 2009
Von Die Kritikerin (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Wieso sollte jemand auf seiner Behauptung beharren ein Atomwaffenprogramm zu haben, ohne dass sich dafür irgendwelche Beweise finden lassen? Nordkoreas Propaganda der Fehlinformation irritiert und scheint sinnlos, aber ist sie das auch wirklich? Wie ist es möglich, dass sich dieses unberechenbare und großspurig auftretende Miniaturregime einfach über internationale Abkommen hinwegsetzen kann, ohne dass dies irgendwelche Folgen hätte? Wie ein Meisterdetektiv schleicht sich Karl Stingeder der Wahrheit an und folgt einer Spur aus Propaganda und Informationen aus zweiter Hand. Seine Analyse setzt dort an, wo andere sich mit politischen Standardtheorien begnügen und bietet allerhand alternative Zugangsweisen.

Stingeder legt die wichtigsten politikwissenschaftlichen und ökonomischen Ansätze auf die koreanische Problematik um und zieht daraus seine Konklusio, wonach Nordkorea einer für Außenstehende irrational erscheinende Logik der Verteidigung durch Abschreckung folgt. Geschickt verstreute Fehlinformation und Geheimhaltung an den passenden Stellen lassen die propagierte Bedrohung eines Erstschlages real erscheinen. Bei einem Angriff hätte das schwächere Nordkorea nichts mehr zu verlieren - es handelt nach der Doktrin einer "Assymetrischen Diplomatie der Schwäche". Das Verhalten Nordkoreas kann also als geschicktes Manövrieren zwischen feindlichen Großmächten wie den USA und China, sowie der eigenen Ideologie verstanden werden.

Die sogenannte "Juche"-Ideologie, welche sich unter anderem aus dem Konfuzianismus entwickelte, kann als entscheidender Meilenstein im Verständnis der nordkoreanischen Logik verstanden werden. Mit ihrer Hilfe legitimiert sich das Herrschaftssystem und vereint, ähnlich dem Leninismus, den allwissenden Führer mit religiöse Motiven. Zentral sind dabei die Maximen der Selbstbehauptung und Abschottung vor dem feindlichen Ausland. Dieser äußere Feind ist auch notwendig um die innere Stabilität des Landes zu wahren, dessen Wirtschaftssystem gerade dabei ist zu erodieren.

"Die Causa Nordkorea. Wie berechenbar ist das totalitäre und isolationistische Regime wirklich" erschien 2009 in der Reihe Politikwissenschaft des Tectum Verlags und basiert auf Stingeders Diplomarbeit aus dem Jahre 2008.

"Die Causa Nordkorea" bietet eine interessante Analyse eines politischen Dramas, das uns trotz der scheinbaren Ferne aufgrund der (propagierten) atomaren Bedrohung alle betrifft. Die tiefgehende Analyse der Motive nordkoreanischer Verhaltensweisen eröffnet eine neue und entscheidende Sichtweise zum Verständnis des isolationistischen Regimes. Hat man sich erst mal an den Schreibstil gewöhnt, verfolgt man mit Spannung Stingeders vorsichtige Schritte bis zur Erkenntnis, dass die gegenseitige Wahrnehmung der Konfliktparteien den Schlüsselfaktor zum Verständnis der spannungsgeladenen Situation in sich birgt. Trotz seiner hervorragenden Analyse des koreanischen Dilemmas, ist und bleibt Nordkorea ein gefährlicher und nur schwer einzuschätzender Gegner.

Kritisch anzumerken bleibt lediglich das Fehlen eines komplexeren historischen Abrisses, aus dem heraus vielleicht ein noch größeres Verständnis für die koreanische Logik möglich gewesen wäre. "Die Causa Nordkorea" ist auf jeden Fall ein lesenswertes Buch für alle Politikwissenschaftler und politisch Interessierte, wobei es allerdings nicht schaden könnte ein Fachwörterbuch während der Lektüre griffbereit zu haben.
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5.0 von 5 Sternen Karl Stingeder: Die Causa Nordkorea", Tectum Verlag, Marburg, 2009
Die äußerst gelungene wissenschaftlich neutrale Analyse des nordkoreanischen Isolationismus ist geprägt von beachtlicher Methodenvielfalt. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Christoph Greil veröffentlicht

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