Zum Inhalt:
Während des zweiten Weltkriegs wird der junge Fähnrich Willis Keith frisch von der Marineakademie dem Minenräumschiff
"Caine" zugeteilt. Noch voller Idealismus hinisichtlich militärischer Werte wie Pflichtgefühl, Disziplin und Moral, erkennt
er schnell, dass die "Caine" sowie dessen Offiziere und Mannschaft diesen Vorstellungen überhaupt nicht entsprechen. Es
herrscht ein lockerer und bisweilen schnodderiger Ton an Bord und der Kahn selbst hat seine besten Tage hinter sich. Auch
der amtierende Captain ist seinen Untergebenen nicht wirklich ein militärisches Vorbild.
Entäuscht darüber, nur einem alten Minenräumer und dessen undisziplinierter Mannschaft zugeteilt worden zu sein, ändert sich
jedoch in kurzer Zeit die Situation durch einen Wechsel auf der Führungsebene. Der Captain erhält ein anderes Kommando und
an seine Stelle tritt Lt. Comdr. Philip Francis Queeg (Humphrey Bogart). Anfangs ist Keith von dem neuen Captain angetan,
greift er doch mit strenger Hand gegen Diziplinlosigkeit und Pflichtvergessenheit durch. Doch dann mehren sich die Vorfälle,
in denen ein ganz anderer Queeg zu Tage tritt. In einem Sturm auf hoher See kommt es zur Eskalation. Queeg wird durch die
Offiziere Maryk und Willis abgesetzt, welche deshalb vor einem Militärgericht wegen Meuterei angeklagt werden.
Bewertung:
Offensichtlich ein Marine-Kriegsdrama, spielt der Film gekonnt mit Klischees, die man von dieser Zeit und der Art des
Filmemachens kennt. Man findet neben typischem amerikanischem Militärpathos auch eine Liebesgeschichte, die sich allerdings
nur am Rande bewegt. Bis zum Auftritt von Humphrey Bogart vergeht etwas Zeit und man möchte meinen, der weitere Verlauf des
Films wäre dann auch nur eine kurzweilige Geschichte um einen jungen Offizier, der seinen Platz innerhalb einer
unkonventionellen Mannschaft finden müsse und am Ende das Mädchen heiratet. Doch mit der Ankunft Queegs auf dem
Schiff geht es dann in eine andere, hochspannende Richtung. Queeg ist psychisch krank und Humphrey Bogart spielt die Formen
seiner geistigen Störung unvergleichlich gekonnt und überzeugend. Wenn er zum Beispiel zwei Murmeln in der Hand hin und her
dreht und zu seinen Offizieren spricht oder diese nächtens zu sich ruft um den Verbleib der Reste einer Dose Erdbeeren
aufzuklären, bis hin zu seiner Aussage vor dem Militärgericht. Oder auch inmitten des Sturms, als das Schiff in Seenot ist
und er wie gelähmt mit verzerrtem Gesicht auf der Brücke steht. Aber Queeg ist ein kranker, im Grunde genommen hilfloser
Mann der umgeben von seiner Mannschaft doch allein ist und man kann Mitleid für ihn empfinden. In der Schlussszene in einem
Offiziersclub feiern die Offiziere Maryk und Willis mit Kameraden ihren Freispruch.
Lt. Greenwald, der sie verteidigt hatte, kommt stark angetrunken dazu. Doch nicht um mitzufeiern, sondern er hält ihnen vor,
ihrem Captain nicht die gebührende Unterstüzung gegeben zu haben. Allein wegen Bogarts schauspielerischem Können in der
Rolle des Captain Queeg ist der Film schon sehenswert. Aber auch die anderen Darsteller spielen ihre Rollen überzeugend.
Ebenso ist die deutsche Synchronisation sehr gut gelungen und passend.
Fazit:
Für einen Film der 1950er Jahre sind Bild, Farbe und Ton hervorragend auf Blu-ray umgesetzt worden. Ein Klassiker in würdigem Gewand.
Klare Empfehlung.
Bild: 9/10
Ton: 10/10