Es wird zwar viel gegen "Verschvvörungstheorien" geeifert, aber nur eine Handvoll Autoren deutscher Sprache vertreten tatsächlich Positionen, welche die Ereignisse vom September 2001 in einen logischen Kontext mit der nach den Weltbeherrschungsplänen von Zbigniew Brzeziñski (
Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft) abgespulten Weltbeherrschungspolitik der USA bringen.
Von "SPIEGEL" bis "Maischberger" wurde Dr. Andreas von Bülow in härtester Weise - oft weit unter der Gürtellinie - angegriffen, während keine führende Medienmacht der Republik den Mut fand, selbst eine zusammenfassende Interpretation der vorliegenden Daten zu líefern. Möglicherweise ist insbesondere der SPIEGEL nach mutigen Aufklärungsartikeln wie z.B. über Pearl Harbor oder Weizsäcker durch eine harte Lehre gegangen und vermeidet weitere Provokationen der Macht - so wird aus der angeblichen 4. Gewalt ein Team hochbezahlter Pressesprecher der (ehemaligen?) Besatzungsmacht.
Wer sich also nicht mit den "offiziellen" Darstellungen der US-Regierung, wie sie auch fast 1:1 in der deutschen Wikipedia zu finden sind, zufrieden geben will, sollte sich doch mal gönnen, die Kritiker selbst zu lesen. Der Journalist Mathias Bröckers líeferte mit
Verschvvörungen, Verschvvörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9. ein pointiertes und aggressives Buch der ersten Stunde ab, dessen Sprache für manchen allerdings etwas zu provokativ und sarkastisch wirkt. Dr. Andreas von Bülow äußert sich - passend zu seinem Werdegang - eher ruhig, vorsichtig und abgewogen.
Aufschlussreiche Bilddokumente líefert dazu die vorzügliche Filmdokumentation von Dylan Avery
Loose Change (2 DVDs). Auf die Einbettung der Attentate in die US-amerikanische Befindlichkeit versteht sich zweifellos der berühmte Dokumentarfilmer und Oscarpreisträger Michael Moore
Fahrenheit 9/11: Alle Fakten - Alle Beweise - Alle Szenen am besten. Die umfassendste und am besten lesbare Darstellung bietet
Operation 9/11: Angriff auf den Globus von Gerhard Wisnewski, einem übrigens seinerzeit wegen dieses Themas durch eine Spiegel-Intrige gefeuerten Star-Journalisten des WDR. Sowohl von Wisnewski als auch von Bröckers erscheinen im Sommer 2011 - 10 Jahre danach - neue Bücher mit neuen Fakten.
Der 1937 in Dresden geborene Jurist Dr. Andreas von Bülow, übrigens ein Verwandter des bekannten Karikaturisten Loriot, trat 1966 in den höheren Verwaltungsdienst ein. Er war ein viertel Jahrhundert Mitglied des Deutschen Bundestages und gehörte der "Parlamentarischen Kontrollkommission der Nachrichtendienste" an. Nach vierjähriger Tätigkeit als parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium wurde er in der Regierung Schmidt Bundesminister im BMFT. Weitere Insider-Erfahrungen zu Geheimdiensten sammelte er als SPD-Obmann im Schalck-Golodkowski-Untersuchungsausschuss.
Im Vergleich zu Bröckers beschränkt sich Dr. von Bülow auf relativ wenige Details, die er allerdings planvoll in einen großen Zusammenhang stellt. Dabei nehmen die Ereignisse im Vorfeld des Septemberattentats einen besonderen Raum ein, insbesondere die Ermittlungsergebnisse zu vorherigen Bombenanschlägen. Vor allem aber die Einbettung in die politischen Weltbeherrschungspläne rechts*xtremer Kreise, zu denen insbesondere der Vordenker Brzeziñski, aber natürlich auch die militärisch-industriellen Kräfte einschließlich Bush zählen, wird umfangreich dargelegt. Obwohl sich Dr. von Bülow in dem nicht besonders umfangreichen Büchlein ansonsten weniger in Details verliert, findet man auch die vollständigen Passagierlisten der Unglücksmaschinen. Im Kern vertritt Dr. von Bülow in Form einer Theorie folgende Erklärungsansätze:
- Die benannten Attentäter hätten weder die Möglichkeit gehabt, eine solche fliegerische Leistung zu vollbringen, die selbst erfahrene Kampfpiloten nur mit Druckanzügen vollbringen könnten, noch seien sie überhaupt mehr als vorgeschobene Ersatztäter.
- Die Maschinen seien mit in vielen Boeing-Maschinen standardmäßig eingebauten Fernlenkeinrichtungen übernommen und ferngesteuert durch erfahrene Kampfpiloten in ihre Ziele geflogen worden. [2]
- Die eigentliche Zerstörung der WTC-1 und WTC-2 könne weder durch den Aufschlag der Maschinen noch durch die relativ "kalten" Brände erfolgt sein, sondern sei durch gezielte Sprengungen vorgenommen worden. [1] Als Standort der Leitstelle für all dies vermutet von Bülow den WTC-7.
Die Referenzen und Literaturhinweise sind im Gegensatz zu mancher Kritik meines Erachtens durchaus umfangreich und substanziell. "Zirkelbezüge" findet man bekanntlich nicht nur bei Kritikern, sondern auch bei Verteidigern der Regierungsdarstellungen. Wenn überhaupt - denn bekanntlich wurden von fast allen führenden Presseorgangen bereits nach wenigen Tage Behauptungen von US-Politikern ungeprüft als wahr wiedergegeben, was nicht im Mindesten auch nur einfachsten journalistischen Ansprüchen genügt.
Wie bereits oben angeführt, fragt man sich, wieso Organe wie "DER SPIEGEL", die über vergleichsweise gigantische Möglichkeiten der Recherche verfügen, sich damit begnügen, die laut Wikipedia in über 900 Fällen nachgewiesen falschen Darstellungen der am Kríeg beteiligten Regierungen immer wieder als wahr zu unterstellen.
Dass Dr. von Bülow aufgrund seiner früheren Tätigkeiten über Wissen und Kontakte verfügt, die seinen "Theorien" besondere Glaubwürdigkeit verschaffen, sollte nicht übersehen werden.
Ich finde, ehrlich gesagt, das Buch nicht besonders gut geschrieben - man muss schon konzentriert lesen und ein gutes Gedächtnis besitzen, um nicht den Überblick zu verlieren. Insofern - auch wegen der größeren Fülle an Fakten und Fragen - würde ich auf jeden Fall auch das Buch von Bröckers ergänzend nochmal lesen. [3]
Die weltpolitische Dimension sowie der tiefe Einblick in die "Arbeitsweise" der Geheimdienste hingegen überzeugen. Hier bringt die Tatsache, dass ein erfahrener Politiker und Jurist schreibt, eindeutig Vorteile. Viele werden auch die unpolemische und vorsichtige Argumentation zu schätzen wissen, die man von anderen besser auch dann verlangt hätte, wenn gerade mal wieder ein amerikanischer Präsident zum Kríeg blies.
jury 4* A0266 13.8.2011eg
[1] Im April 2009 wurde diese Vermutung durch die Untersuchgen des dänischen Chemikers Prof. Dr. Niels Harrit zweifelsfrei belegt. Mit den Suchworten "Harrit" und "Nanothermit" findet man Fernsehberichte und Vorträge.
[2] Die Strategie zum Austausch einer Verkehrsmaschine durch eine unbemannte, ferngesteuerte CIA-Maschine stammt aus der geheimen Militärplanung "Northwoods" von 1962, die inzwischen veröffentlicht worden ist. Damals sollte ein Angriff auf Kuba durch ein angebliches Abschießen einer US-Maschine auf diese Art "erklärt" werden.
[3] Die aktuellste und umfangreichste Zusammenfassung sowie zahlreiche neue Beweise und Erklärungen bietet das 2011 erschienene Buch
Operation 9/11: Der Wahrheit auf der Spur von Gerhard Wisnewski.