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Die Bushs: Weltmacht als Familienerbe
 
 
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Die Bushs: Weltmacht als Familienerbe [Gebundene Ausgabe]

Robert von Rimscha
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der 41. und der 43. Präsident der USA, George Bush und sein Sohn George W.(alker), haben vieles gemeinsam, was einer politischen Karriere eigentlich nicht unbedingt förderlich sein sollte. Beide sind, um es schmeichelhaft auszudrücken, rhetorisch keine großen Meister, und in der Welt (von der sie erstaunlich wenig wissen) sind beide nicht sonderlich beliebt. Trotzdem: Die Bushs wurden und werden, und dies ist eine weitere Gemeinsamkeit, gemeinhin unterschätzt. Dies jedenfalls meint Robert von Rimscha, der mit Die Bushs. Weltmacht als Familienerbe nach seinem hoch gelobten Buch Die Kennedys ein weiteres ausgesprochen lesens- und bedenkenswertes Familienporträt vorgelegt hat.

Darin legt der Autor sehr anschaulich dar, weshalb man seiner Meinung nach, wenn man Amerika verstehen will, an der Familie Bush nicht mehr vorbeikommt. Ja, am Ende äußert er sogar die Überzeugung, dass unabhängig davon, ob George W. in seinem Amt bestätigt wird, die Bushs Amerika und damit der Welt erhalten bleiben werden. Und tatsächlich: Mit George P.(rescott) Bush, dem Sohn von George W. Bushs jüngerem Bruder und Gouverneur von Florida, Jeb (dem Ambitionen für die Präsidentschaftswahl 2008 nachgesagt werden), steht nämlich die nächste politische Generation der Bushs schon in den Startlöchern. Bereits 1988 hatte der damals erst zwölfjährige George P. bei republikanischen Wahlparteitagen Reden für seinen Großvater halten dürfen. Und später hat er den Wahlkampf seines Onkels tatkräftig unterstützt. Nicht ausgeschlossen, dass der an der Rice-University und der University of Texas ausgebildete Jurist der Familiengeschichte dereinst ein weiteres präsidiales Kapitel hinzufügen könnte. --Andreas Vierecke

literaturtest.de

Der langjährige Amerika-Korrespondent des Berliner "Tagesspiegel", Robert von Rimscha, legt nach Die Kennedys - Glanz und Tragik eines amerikanischen Traums nun eine weitere Familiengeschichte vor. Es geht um die "schießwütigen Cowboys" (Heide Simonis) aus Texas, die Bushs. Hauptakteure sind der 41. Präsident der USA, George Bush, dessen Sohn George W. Bush, 43. Präsident der Vereinigten Staaten, und -- nicht zu vergessen -- Barbara Bush, die Frau von Bush senior. Vater und Sohn Bush verbindet, dass eigentlich keiner damit gerechnet hat, dass sie den einflussreichsten Posten in der Weltpolitik bekommen würden.

Auch bei von Rimscha wird Kritik am Gebaren der letzten Supermacht deutlich. Anders aber als Politiker wie Simonis oder Kommentatoren hierzulande bemüht sich der Autor, das starke Ressentiment gegen das Amerika der Bushs nicht zu pflegen. Diese Form der Annäherung macht das Buch für alle interessant, die mehr erfahren wollen über eine Familie, die sich zunächst in die wirtschaftliche Elite des Landes hocharbeitete, um dann mehr und mehr ins Politikgeschäft einzusteigen. Die Bushs bietet keine spektakulären Enthüllungen. Das Buch ist auch kein Frontalangriff aus dem "alten Europa". Robert von Rimscha ermöglicht einfach einen interessanten Einblick in die Familiengeschichte der Bushs. Eine Familie, von der man, unabhängig vom Ausgang der nächsten Präsidentschaftswahlen, sicher noch hören wird. --Carsten Hansen

Pressestimmen

01.04.2004 / Das österreichische Industriemagazin: "Aus Anekdotischem, Hintergründen und Analysen gelingt ein extrem spannendes Porträt eines zunehmend unverstandenen Landes mit einem Präsidenten, der sich wie kein anderer als Projektionsfläche für europäischen Widerwillen gegen 'typisch Amerikanisches' eignet."

01.04.2004 / Rheinischer Merkur: Bush, mal ganz anders "Die Stärke des Autors ist der gut lesbare Stil und die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte klar darzustellen."

02.04.2004 / Handelsblatt: Das Handelsblatt empfiehlt "Argumente statt Polemik - eine lesenswerte Analyse."

10.05.2004 / Das Parlament: George W. Bush auf dem Prüfstand "In geschickter Kombination biografischer Elemente und Ereignisgeschichte entfaltet von Rimscha ein breites Panorama zur amerikanischen Politik seit den 80er Jahren."

02.06.2004 / literaturtipp.com: Die Bushs "Ein wichtiger Beitrag zu einem analytisch scharfen Verständnis amerikanischer Politik in Europa."

09.06.2004 / Deutsche Welle: Die Bushs "Ein Volltreffer. Dem Autor gelingt es, leicht verständlich, elegant und dennoch analytisch, das Phänomen Bush als festen Bestandteil der US-amerikanischen Gesellschaft darzustellen."

18.06.2004 / Financial Times Deutschland: Bush-Bashing "Indem von Rimscha über die Tagespolitik hinaus in die Vertikale geht, schafft er es, aufschlussreiche Aspekte im politischen Stil George W. Bushs ans Licht zu fördern."

24.06.2004 / Märkische Allgemeine: Der Irak-Krieg als roter Faden "Es ist gut, dass es dieses Buch des Berliner Amerika-Kenners Robert von Rimscha gibt. Als einziger Publizist auf dem deutschen Buchmarkt versucht er dem hiesigen Leser ohne Vorverurteilung die Haltung der Familie Bush näher zu bringen. Sein Werk ist keine akribische Familiengeschichte, sondern eine routinierte politische Standortbestimmung."

15.07.2004 / Neues Deutschland: George erschien netter als Walter "Robert von Rimscha hat nicht nur den Weg von Vater und Sohn kenntnisreich nachgezeichnet; er hat die Entwicklung der Bush-Dynastie außerordentlich genau beschrieben."

17.07.2004 / FAZ: Amerika hat es nicht mehr besser "Ein hervorragend geglückter Versuch, die für viele Europäer so fremdartige Welt des George W. Bush verständlich zu machen ... Mit diesem Buch fällt es leichter, sich ein fundierteres Bild von der Politik des jetzigen Präsidenten zu machen."

16.09.2004 / Bücherpick: JFK for President "Rimscha hat es gewagt, die Geschichte der Familie Bush unvoreingenommen zu erzählen, und das Ergebnis unterscheidet sich wohltuend von dem allgemeinen Empörungsgestus, der die Veröffentlichungen über dieses Thema sonst beherrscht."

Handelsblatt, 02.04.2004

"Argumente statt Polemik - eine lesenswerte Analyse."

Kurzbeschreibung

Die Bushs: tumbe Tölpel mit einem aggressiven Cowboy-Image? Gerade in Europa wird die Familie Bush oft unterschätzt. Schon die Wahl des eigenschaftslosen George Bush sen. verursachte Ratlosigkeit; die Wahl seines scheinbar minderbemittelten Sohnes wurde mit völligem Unverständnis quittiert. Dabei repräsentieren die Bushs ein Amerika, das immer populistischer, konservativer und religiöser wird. Der USA-Kenner Robert von Rimscha erklärt das Phänomen Bush. Er beleuchtet ihren Aufstieg durch ein dichtes Netz geschäftlicher Verflechtungen und sozialer Elite-Zirkel. Heute sind die Bushs so tief in der politischen Landschaft der USA verwurzelt, dass wir vielleicht die Wahl eines dritten Präsidenten namens Bush erleben werden.

Der Verlag über das Buch

Wer die Bushs versteht, versteht Amerika

Die Präsidentschaftswahl in den USA steht vor der Tür. Obwohl die Macht des George W. Bush zu wanken droht, ist seine Wiederwahl nicht ausgeschlossen. USA-Kenner Robert von Rimscha erklärt, was den Deutschen Rätsel aufgibt: die Bushs und ihre Attraktivität für die Amerikaner.

»George W. Bush steigt vorzeitig in den Wahlkampf ein«, meldete die FTD am 24. Februar 2004. Seit Januar sinken Bushs Umfragewerte beträchtlich, doch seine »Chancen für eine erfolgreiche Gegenoffensive sind nicht so schlecht, wie einige Umfragen vermuten lassen«, so die FTD. Zwar liegt landesweit John Kerry bei Wählerbefragungen vorn, doch in jenen Bundesstaaten, die Bush bei der Wahl 2000 gewann, liegt er mit zwölf Prozent vor Kerry. »Um Präsident zu bleiben, reicht es für Bush, im November die gleichen Staaten wie vor vier Jahren zu gewinnen«, so die Analyse der FTD. Wie schon im Januar 2001, als Bush sein Amt antrat, blickt Europa verblüfft über den Atlantik. Für viele Europäer gilt er als ein Mann, der mit einem seltenen Minimum an Erfahrung und Einblick ins mächtigste Amt der Welt gelangte. Was macht George W. Bush für die Amerikaner wählbar?

Robert von Rimscha blickt hinter die Kulissen der amerikanischen Politik und weckt Verständnis für Zusammenhänge, die aus europäischer Sicht oft nur schwer zu verstehen sind. Er beleuchtet die Zugehörigkeit der Familie Bush zur Geldaristokratie und ihren Aufstieg durch ein dichtes Netz geschäftlicher Verflechtungen und sozialer Elite-Zirkel. Dabei wird deutlich, wie tief die Bushs in der politischen Landschaft der USA verwurzelt sind. Jenseits des populären Bush-Bashings liefert der Autor eine differenzierte Analyse der Macht- und Familienstrukturen der Bushs im Kontext des amerikanischen Selbstverständnisses. Er erläutert die Hintergründe für eine Politik, die viel mit Öldollars, Todesstrafe, Abtreibungsgegnerschaft und dem sturen Verteidigen des Rechts auf Waffenbesitz zu tun hat.

Robert von Rimscha zeigt, dass die weitverbreitete Haltung vieler Kritiker und Spötter, Bush nicht ernst zu nehmen, verfehlt ist. Die Bushs repräsentieren ein republikanisches Amerika, dem sie sich mindestens so sehr anpassen, wie sie es prägen. Beide, die Bushs wie ihr Amerika, werden populistischer, religiöser, konservativer. Sein neues Buch liefert fundierte Antworten auf die Frage, wie die Bushs, und damit auch die USA funktionieren.

Über den Autor

Robert von Rimscha leitet die Parlamentsredaktion des Tagesspiegel in Berlin. Von 1996 bis 2000 arbeitete er als USA-Korrespondent in Washington. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter Die Kennedys – Glanz und Tragik eines amerikanischen Traums (Campus 2001). Er schreibt Meinungsbeiträge u.a. für die Los Angeles Times und den International Herald Tribune und wurde im Mai 2003 mit dem Arthur-F.-Burns-Preis für Kommentare zum transatlantischen Verhältnis ausgezeichnet.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prescott Bushs Schwiegervater George Herbert Walker, 1875 geboren, war Anfang der 20er Jahre ein gemachter Mann. Für den geschäftlichen Erfolg brachte er außergewöhnliche physische Voraussetzungen mit. Walker war in seiner Jugend Schwergewichtsboxer - ein meistens siegreicher zudem. Er ging gern auf die Jagd, spielte Golf, trank viel Scotch und verprügelte seine Söhne. Eines seiner Enkelkinder würde ihn einst als "harten alten Bastard" charakterisieren. Walkers Heimat war am Mississippi, im US-Bundesstaat Missouri. Er besaß aber auch eines der luxuriösesten Appartements in Manhattan und mehrere Häuser an der nördlichen US-Ostküste. Walker leitete eine Geschäftsbank in New York City namens W.A. Harriman & Company. 1922 reiste deren Eigentümer Averell Harriman, der ältere Bruder von Prescott Bushs Yale-Kumpan, nach Berlin, wo er eine Filiale seiner Bank gründete. Dort traf er Fritz Thyssen, der für Deutschlands ökonomische und politische Zukunft schwarz sah und dringend nach einem Standbein in den USA suchte. In Rotterdam hatten die Thyssens kurz zuvor eine holländische Handelsbank gekauft, und deren Direktor wurde nun nach New York geschickt, um mit Walker, dem Chef für das operative Geschäft, und Harriman zu reden. Das Ergebnis der Verhandlungen bestand in der Gründung der Union Banking Corporation (UBC), die im selben Gebäude residierte wie die Harriman-Bank: 39 Broadway. Während der nächsten Jahre verkauften Walker und Harriman deutsche Staatsanleihen im Wert von über 50 Millionen Dollar an US-Investoren. 1926 holte Walker seinen Schwiegersohn Prescott Bush als Vizepräsident zu UBC, und dieser wiederum stellte mehrere seiner Kommilitonen aus der Yale-Abschlussklasse von 1917 an. Der Fokus der Arbeit Bushs lag auf zwei Stahlwerken in Schlesien. Währenddessen finanzierte Thyssen über seine holländische Bank den Erwerb von Immobilien durch Adolf Hitler. Hitler und Thyssen wurden Freunde. Eine der beiden schlesischen Stahlfabriken, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Auschwitz gelegen, wurde von Thyssen und Flick an UBC verkauft. Bush, inzwischen Generaldirektor der Bank, überführte das Werk in die Silesian American Corporation. Sechs Tage nach dem Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 unterschrieb US-Präsident Roosevelt den "Trading With the Enemy Act", der Geschäftsbeziehungen zu NS-Deutschland unter Strafe stellte. Prescott Bush schaffte es, noch fast ein ganzes Jahr lang das Stahlwerk neben dem KZ Auschwitz weiterzuführen, als sei nichts gewesen - die meisten Beschäftigten waren längst Zwangsarbeiter aus Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern. Im Oktober und November 1942 platzte den US-Behörden schließlich der Kragen. UBC und Silesian American Corporation wurden direkter Regierungskontrolle unterstellt; alle Geschäfte mit Deutschland waren nun nicht mehr nur untersagt, sondern effektiv unterbunden. Erst 1951, nach dem Tod Thyssens, gaben die US-Behörden UBC an Harriman zurück, und alle Eigentümer ließen sich ihren Anteil versilbern. Prescott Bush erhielt 1,5 Millionen Dollar. Mit diesem Geld finanzierte er den Start seiner eigenen politischen Karriere und den Aufbau des ersten Unternehmens seines Sohnes George, der Ölfirma Overbey Development Company. Als George Bush 1980 nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten das Familienvermögen - inklusive des Erbes seines Vaters - in Treuhandverwaltung übergab, suchte er sich als Treuhänder seinen Jagdfreund William Farish III. aus, einen der reichsten Männer in Texas. Dessen Großvater wiederum hatte die Zusammenarbeit zwischen Standard Oil und dem deutschen Chemie-Riesen IG Farben geleitet. Der spätere Präsident Harry Truman, damals noch Senator, hatte den älteren Farish in aller Öffentlichkeit als jemanden bezeichnet, dessen Geschäftsgebaren an "Landesverrat" heranreiche. Im Vergleich zu Farish nahmen sich die Sünden Prescott Bushs jedenfalls gering aus. Jüdische Organisationen in den USA fordern bis heute, die Bush-Familie solle 1,5 Millionen Dollar an einen Entschädigungsfonds oder an Holocaust-Gedenkstätten geben. Denn Prescott Bush habe in Amerika jenes Geld beschafft, das Thyssen dann Hitler zum Aufbau seiner NSDAP-Strukturen übergeben habe. Und während des Krieges seien mit Bushs Hilfe Zwangsarbeiter ausgebeutet und jene Waffen geschmiedet worden, die später alliierte Soldaten töteten.

Auszug aus Die Bushs von Robert von Rimscha. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Prescott Bushs Schwiegervater George Herbert Walker, 1875 geboren, war Anfang der 20er Jahre ein gemachter Mann. Für den geschäftlichen Erfolg brachte er außergewöhnliche physische Voraussetzungen mit. Walker war in seiner Jugend Schwergewichtsboxer – ein meistens siegreicher zudem. Er ging gern auf die Jagd, spielte Golf, trank viel Scotch und verprügelte seine Söhne. Eines seiner Enkelkinder würde ihn einst als »harten alten Bastard« charakterisieren. Walkers Heimat war am Mississippi, im US-Bundesstaat Missouri. Er besaß aber auch eines der luxuriösesten Appartements in Manhattan und mehrere Häuser an der nördlichen US-Ostküste.
Walker leitete eine Geschäftsbank in New York City namens W.A. Harriman & Company. 1922 reiste deren Eigentümer Averell Harriman, der ältere Bruder von Prescott Bushs Yale-Kumpan, nach Berlin, wo er eine Filiale seiner Bank gründete. Dort traf er Fritz Thyssen, der für Deutschlands ökonomische und politische Zukunft schwarz sah und dringend nach einem Standbein in den USA suchte. In Rotterdam hatten die Thyssens kurz zuvor eine holländische Handelsbank gekauft, und deren Direktor wurde nun nach New York geschickt, um mit Walker, dem Chef für das operative Geschäft, und Harriman zu reden. Das Ergebnis der Verhandlungen bestand in der Gründung der Union Banking Corporation (UBC), die im selben Gebäude residierte wie die Harriman-Bank: 39 Broadway.
Während der nächsten Jahre verkauften Walker und Harriman deutsche Staatsanleihen im Wert von über 50 Millionen Dollar an US-Investoren. 1926 holte Walker seinen Schwiegersohn Prescott Bush als Vizepräsident zu UBC, und dieser wiederum stellte mehrere seiner Kommilitonen aus der Yale-Abschlussklasse von 1917 an. Der Fokus der Arbeit Bushs lag auf zwei Stahlwerken in Schlesien. Währenddessen finanzierte Thyssen über seine holländische Bank den Erwerb von Immobilien durch Adolf Hitler. Hitler und Thyssen wurden Freunde.
Eine der beiden schlesischen Stahlfabriken, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Auschwitz gelegen, wurde von Thyssen und Flick an UBC verkauft. Bush, inzwischen Generaldirektor der Bank, überführte das Werk in die Silesian American Corporation. Sechs Tage nach dem Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 unterschrieb US-Präsident Roosevelt den »Trading With the Enemy Act«, der Geschäftsbeziehungen zu NS-Deutschland unter Strafe stellte. Prescott Bush schaffte es, noch fast ein ganzes Jahr lang das Stahlwerk neben dem KZ Auschwitz weiterzuführen, als sei nichts gewesen – die meisten Beschäftigten waren längst Zwangsarbeiter aus Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern. Im Oktober und November 1942 platzte den US-Behörden schließlich der Kragen. UBC und Silesian American Corporation wurden direkter Regierungskontrolle unterstellt; alle Geschäfte mit Deutschland waren nun nicht mehr nur untersagt, sondern effektiv unterbunden. Erst 1951, nach dem Tod Thyssens, gaben die US!
-Behörden UBC an Harriman zurück, und alle Eigentümer ließen sich ihren Anteil versilbern. Prescott Bush erhielt 1,5 Millionen Dollar.
Mit diesem Geld finanzierte er den Start seiner eigenen politischen Karriere und den Aufbau des ersten Unternehmens seines Sohnes George, der Ölfirma Overbey Development Company. Als George Bush 1980 nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten das Familienvermögen – inklusive des Erbes seines Vaters – in Treuhandverwaltung übergab, suchte er sich als Treuhänder seinen Jagdfreund William Farish III. aus, einen der reichsten Männer in Texas. Dessen Großvater wiederum hatte die Zusammenarbeit zwischen Standard Oil und dem deutschen Chemie-Riesen IG Farben geleitet. Der spätere Präsident Harry Truman, damals noch Senator, hatte den älteren Farish in aller Öffentlichkeit als jemanden bezeichnet, dessen Geschäftsgebaren an »Landesverrat« heranreiche. Im Vergleich zu Farish nahmen sich die Sünden Prescott Bushs jedenfalls gering aus. Jüdische Organisationen in den USA fordern bis heute, die Bush-Familie solle 1,5 Millionen Dollar an einen Entschädigungsfonds oder an Holocaust-Gedenkstätten geben. Denn Prescott Bush habe in Amerika jenes Geld beschafft, das Thyssen dann Hitler zum Aufbau seiner NSDAP-Strukturen übergeben habe. Und während des Krieges seien mit Bushs Hilfe Zwangsarbeiter ausgebeutet und jene Waffen geschmiedet worden, die später alliierte Soldaten töteten.
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