Die "Abenteuer"-Romane von Enid Blyton gehören seit nun schon mehreren Generationen wohl unbestritten zu den meistgelesenen und meistgeliebten Kinder- und Jugendbüchern. Dazu trug bestimmt nicht nur der Einfallsreichtum der Autorin und die netten Charaktere der Protagonisten bei, sondern in einem hohen Maße auch die immer in einem liebevollen Ton gehaltene deutsche Übersetzung.
Auch als Erwachsener greift man immer wieder gerne mal zu den heiteren und spannenden Romanen, auch, um sich wohlig in seine Kindheit zurückversetzen zu lassen. (wie z. B. auch bei den Hörspielen der 3 Fragezeichen).
Nachdem mir letztens eine kleine Hausmaus mein schon arg zerfleddertes, altes Exemplar von "Burg der Abenteuer" zur Hälfte weggeknabbert hatte, erwarb ich - so dachte ich - das gleiche Buch erneut.
Doch schon nach ein paar Sätzen war ich mir sicher, ein vollkommen anderes Buch zu lesen. Der Stil, der benutzt wird, wirkt gewollt "jugendlich", gewollt "auf unsere Zeit getrimmt" und ist äußerst schlicht und simpel gehalten - man könnte die Kinder ja überfordern... (ganz abgesehen mal von solchen "Kleinigkeiten", daß Kiki auf einmal eine PapageienDAME ist).
Gerade in der heutigen Zeit, in der unsere Alltagssprache ohnehin immer ärmer und "kulturloser" wird, finde es besonders schade, daß mit diesen grauenvollen Übersetzungen genau in diese Kerbe der Verarmung der Sprache geschlagen wird und somit
den heutigen LESENDEN Kindern (selten genug)dadurch noch eine Möglichkeit genommen wird, sich irgendwann mal kultiviert ausdrücken zu können, da es an guten Vorbildern ja immer mehr mangelt.
Wenn Sie dieses ansonsten wirklich fantastische Jugendbuch für Ihr Kind kaufen möchten, dann kann ich Ihnen nur dringend empfehlen, auf ein altes Exemplar in der alten Übersetzung zurückzugreifen. Ich für meinen Teil halte die neu-deutschen Übersetzungen für absolut inakzeptabel.