Am 02.10.99 besuchte ich die Filmpremiere auf dem Filmfest in Hamburg
Der oscarverdächtige Öko-Thriller erregte in den USA, Kanada und Australien erhebliches Aufsehen und erzielte bisher 13 Filmpreise. Er erhielt gar eine Oscar-Nominierung.
Die Filmbewertung Wiesbaden verlieh das Prädikat 'wertvoll'.
Trotz teilweise schockierender und blutiger Filmaufnahmen, die überwiegend verdeckt gedreht werden mussten, verließ keiner bei der Premiere den Saal. Die Zuschauer waren berührt, schockiert, gefesselt und nachdenklich. Ric O'Barry, in den sechziger Jahren Delfintrainer der Fernsehserie 'Flipper', erhielt mit seinem Team von den deutschen Kinobesuchern minutenlange Standing Ovation.
Als der Filmemacher Louie Psihoyos vor zwei Jahren von dem Delfindrama hörte und Fotos sah, versuchte er alles, um den Kino-Schocker zu realisieren und den Frevel an den sensiblen Meeressäugern der ganzen Welt zugänglich zu machen. Mit Unterwasserkameras, unbemannten Filmdrohnen, einem Kamerazeppelin, Infrarotgeräten, Mikrofonen und Kameras in Steinattrappen aus dem Repertoire des 'Star Wars'-Regisseurs George Lucas gelang eine mitreißende Dokumentation über den brutalen und blutigen Delfinfang der japanischen Küstenfischer.
In dem kleinen Ort Taiji findet, hinter blickdichten Plastikplanen zum Schutz vor Öffentlichkeit, das weltweit größte Gemetzel an gejagten Delfinen statt. Geräuschvoll in die Enge getrieben, gibt es kein Entkommen für die Meeressäuger vor den Lanzen und Messern der Delfinmörder. Delfinmütter mit ihren Babys versuchen verzweifelt zu entkommen und Delfinbullen wälzen sich in ihrem eigenen hellroten Blut. Jeder Fluchtversuch wird durch Fischernetze verhindert. Von September bis März töten japanische Küstenfischer jährlich über 20.000 Delfine und Kleinwale. Die stärksten und schönsten Meeressäuger werden für Stückpreise bis zu 150.000 US-Dollar weltweit an Delfinarien verkauft, um den Rest ihres glücklosen Lebens in kleinen Betonbecken zum Vergnügen zahlender Besucher zu verbringen. Nur durch den gewinnträchtigen Transferhandel mit lebenden Delfinen lohnt sich das Schlachten überhaupt.
Kritik: FSK sollte nicht ab 6 sondern erst ab 12 vergeben werden!