Philip Roth beweist einmal mehr sein Zeug zu einem großen Psychologen. Seine Vorbilder scheinen Dostojewksi, Gogol, Kafka und andere literarische Größen dieses Jahrhunderts zu sein. Roth hat sich in der "Brust" nicht weniger erfolgreich an einem Verwandlungsthema versucht. Schon äußerst komisch, wenn sich ein MANN, dessen Objekt der Begierde doch die weibliche Brust ist, sich eines Tages in eine ebensolche verwandelt sieht. Der Umwelt, wie Verwandten, Freunden und Pflegepersonal macht diese Verwandlung offenbar mehr zu schaffen als dem Verwandelten selbst. Süffisant, äußerst komisch und psychologisch nicht weniger tiefgründig als Gogols Nase oder Kafkas Verwandlung. Ein echter Lesespaß.