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Die Brooklyn-Revue. 9 CDs
 
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Die Brooklyn-Revue. 9 CDs [Audiobook] [Audio CD]

Paul Auster , Jan Josef Liefers , Werner Schmitz
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Argon Verlag GmbH; Auflage: Ungekürzte Lesung. (März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3870244380
  • ISBN-13: 978-3870244385
  • Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 12,6 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 506.598 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Paul Auster
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

'Paul Auster erweist sich erneut als charismatischer Dirigent einer mächtigen Musik des Zufalls.' (Neue Zürcher Zeitung)
'Paul Auster ist vielleicht der bedeutendste amerikanische Schriftsteller der letzten Jahre, seine literarischen Qualitäten suchen ihresgleichen.' (Deutschlandfunk)

Kurzbeschreibung

Nathan Glass ist 59, frühpensionierter Versicherungsvertreter. Er hat seine Frau durch Scheidung verloren, eine Therapie gegen Lungenkrebs hinter sich und ist aus New Jersey nach Brooklyn gezogen, um dort «auf den Tod zu warten». Da er literarische Neigungen und viel Zeit hat, füllt er lose Blätter mit Geschichten menschlicher Torheiten, wie sie ihm das Leben zuträgt. Eines Tages trifft er seinen Neffen Tom Wood, den er Jahre nicht gesehen hat. Tom scheint ziemlich auf den Hund gekommen. Er jobbt bei einem merkwürdigen Antiquar namens Brightman.Auch Nathan beginnt sich öfters in dessen Antiquariat aufzuhalten; Brightman, der Nathans Menschenkenntnis zu schätzen lernt, zieht ihn ins Vertrauen über einen Coup: Ein gut gefälschtes «Originalmanuskript» von Hawthornes «Scarlet Letter» soll an einen Millionär verkauft werden. Nathan rät dringend ab, aber Harry ist nicht zu stoppen. So nimmt diese Revue ihren fatalen Lauf. Eine Rolle darin spielen auch ein schweigsames kleines Mädchen, das Tom und Nathan zuläuft, eine Schar christlicher Fundamentalisten, eine Ex- Hippie-Frau mit einem Hang zu harten Drogen und nicht zuletzt eine Nachbarin, die in Nathan das Feuer einer späten Liebe entzündet.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Die Torheit eines Amerikaners - eine positive Überraschung
Paul Auster - Die Brooklyn Revue
Nathan Glass ist der Name des Protagonisten in Paul Austers neuestem Roman „Die Brooklyn Revue". Gleich zu Beginn erzählt er, wie er sein Krebsleiden überlebt, seinen Job verliert, ihn seine Frau verläßt und er nach Brooklyn zieht. Nun ist er depressiv, tatenlos, antriebslos und besinnt sich eines Tages auf seine Ambitionen als junger Mann, als er ein Buch schreiben wollte. Nun hat er dazu die Zeit und Muße und beginnt sein Werk mit dem Titel „Das Buch der menschlichen Torheiten". Dies alles erzählt Auster nicht mitleiderregend, mitleidheischend oder bemitleidenswert tragisch, sondern in dem beiläufigen, leicht ungläubigen Ton, den man so oder so ähnlich aus zahlreichen TV-Dokumentationen oder Selbsterfahrungsberichten kennt.

Auster hält sich nicht lange an Glass Lebensbericht auf, sondern benutzt diesen nur als Einstieg in die episodenhafte, mehr oder weniger ausführliche Schilderung der verschiedensten Personen und Begebenheiten, die irgendwie alle in einem Zusammenhang stehen, deren Beziehungen untereinander wie in einem Reigen sich neu formieren, wieder zerfallen, sich anders orientieren, bis am Ende des Buches, kurz vor dem Anschlag auf das World Trade Center, alles erstaunlich positiv zusammenpasst, gerade so, als ob im Würfelspiel der Götter das Schicksal einen Pasch erzielt hat.

Kaputte Existenzen und Randgruppen-Ästhetik
Auster beschreibt im Buch keine typische amerikanische Familie, sondern eine von Randexistenzen bevölkerte Gruppe. Doch trotz allen Unglücks, Krankheit, Wahnsinn und Wut kämpfen alle, um nicht gänzlich zu versinken und helfen sich gegenseitig, um gemeinsam ein Stück weiter zu kommen. Dies klingt wie ein amerikanischer Gründungsmythos, als viele gesellschaftlich Ausgestoßene von der Alten in die Neue Welt aussiedelten, um ihr Glück zu machen und eine neue, bessere Welt zu gründen. Doch geht das Konstrukt kläglich baden. Zu offensichtlich das Bemühen um realistische Fiktion, zu künstlich die Lebensläufe, die entscheidenden Zufälle, die das Leben schreibt und von dem jedes Buch lebt - oder mit dem jedes Buch stirbt - je nachdem.

Dabei enthält „Brooklyn Follies", so der Originaltitel, alles, was man von Auster erwarten kann. Nur will es hier nicht richtig zusammen passen. Beginnend bei dem misslungenen Versuch, aus Glass „Buch der menschlichen Torheiten" eine Analogie auf Erasmus von Rotterdams „Das Lob der Torheit" zu konstruieren bis hin zur Dekonstruktion der Fiktion durch den Anschlag auf das World Trade Center als Kontrapunkt zum versöhnlichen Ende des Romans, ist nichts wirklich stimmig oder wirkt überambitioniert.

Nach den beiden avantgardistischen und exzellenten Romanen „Buch der Illusionen" und „Nacht des Orakels", in denen Auster mit Schein und Wirklichkeit ein bravouröses Verwirrspiel betrieb, geht Auster einige Schritte zurück und legt statt eines postmodernistischen Labyrinths einen geradlinigen, pseudo-realistischen amerikanischen Familienroman vor, aufgepeppt mit gesellschaftspolitisch umstrittenen Themen wie Homosexualität, Travestie, Fettsucht und, völlig unamerikanisch, Schwelgen im eigenen Untergang und Unvermögen.

Die Rettung liegt in der Sprache
Was das Buch vor dem völligen Vergessen bewahrt, sind die von Paul Auster glänzend erzählten, wenn auch überkonstruierten, Lebensläufe und Episoden. Die ganze Ausdruckskraft und Bildhaftigkeit der Austerchen Prosa bringt uns Jan Josef Liefers in der vollständigen Lesung zu Gehör, die jetzt im Argon Verlag erschienen ist. Dabei lässt uns der Sprecher ausreichend Zeit, uns mit der Figur des Erzählers Nathan Glass vertraut zu machen und drängt sich nicht in den Vordergrund oder dominiert mit seiner Präsenz das Gehörte. Erst Nach und Nach wird dem Hörer bewusst, wie sich Jan Josef Liefers immer mehr zu einem Sprachrohr der Ausgestoßenen macht und die von dem Autor beschriebenen Lebensläufe mit findigen Kleinigkeiten belebt, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Besonders im Gedächtnis bleibt dabei die Wiedergabe der statistischen Vorlieben von Rachel, die im Stuhl sitzt und 12 Stunden lang gebetsmühlenartig immer wieder den selben Text herunter betet wie ein katholischer Geistlicher die kirchliche Liturgie.

Fazit: Austers Versuch der klassischen amerikanischen Familiengeschichte weis nicht völlig zu überzeugen. Die Hörbuchfassung hat gegenüber der reinen Papierfassung den Riesenvorteil, dass der Sprecher mit seinem schauspielerischen Talent den Hörer über die im Roman vorhandenen Untiefen führt und zu einem akustischen Vergnügen macht. Leser und Hörer, die bisher wegen seines Avantgardismus um Paul Auster einen Bogen gemacht haben, jedoch zeitgenössische amerikanische Literatur zu ihren Vorlieben zählen, werden mit Sicherheit eine positive Überraschung erleben.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Audio CD
Paul Auster ist einfach ein begnadeter Geschichtenerzähler, dessen Bücher man regelrecht schmecken und riechen kann. Er verbreitet schon auf den ersten Seiten eine ganz eigene Aura, er führt seine Personen auf eine Weise ein, die den Leser sofort gefangen nimmt. Und dann lässt man sich treiben von einer Geschichte zur anderen, traurige und lustige Geschichten sind das, jüdische Geschichten, Anekdoten und Witze, und all die einzelnen Geschichten einer Handvoll Personen ergeben ein Bild. Ein Bild eines Stadtteils, einer Stadt, des Zustandes eines Landes kurz vor seiner bisher größten Katastrophe am 9.11.2001.

Obwohl er immer beschreibend bleibt, bezieht Auster Position über seine Figuren; konkret wird das in den Diskussionen um die Wahl zwischen George Bush jr. und Al Gore:
"Wann hat ein Volk zum letzten Mal auf einen Busch gehört? Antwort: Das Volk Israel, und das Ergebnis war, sie mussten 40 Jahre in die Wüste."

Nathan Glass, ein frühpensionierter Versicherungsvertreter, hat die Scheidung von seiner Frau und eine Krebstherapie einigermaßen glücklich überstanden und beschließt, von New Jersey nach Brooklyn zu ziehen, wo er die ersten drei Jahre seines Lebens verbrachte. Er zieht dorthin, "um auf den Tod zu warten."

Nathan Glass schreibt gerne, und so legt er ein Buch an, das er "Das Buch menschlicher Torheiten" nennt, und in dem er - in möglichst einfacher und klarer Sprache jeden Fehler festhalten (will), jede Blamage, jede Peinlichkeit, jede Idiotie, jede Schwäche und jede Albernheit, "die ich im Laufe meiner langen, buntscheckigen Karriere als Mann begangen hatte." Auch Geschichten von Bekannten oder auch historische Ereignisse sollen Eingang in dieses Buch finden.

Von einigen dieser Geschichten erfährt der Leser auch, doch als Nathan eines Tages bei einem Bummel durch Brooklyn zufällig seinen Neffen Tom Wood trifft, schreibt das Leben die Geschichten auf einmal selbst. Tom ist ziemlich heruntergekommen und jobbt bei einem Antiquar namens Harry Brightman, einem jüdischen Unikum. Spätestens hier bei der Schilderung, wie es in diesem Buchparadies zugeht und welche Geschichten dort umgeschlagen werden, kommen einem die beiden von Paul Auster geschriebenen Filme "Smoke" und "Blue in the Face" in den Sinn, wo ein Eckladen Ort der Begegnung von allerlei menschlichen Unikaten ist.

Und ähnlich wie dort, begegnen uns auch hier im neuen Buch von Paul Auster Menschen, deren vordergründige Erscheinung nur Fassade ist für die Geschichte, die sich dahinter verbirgt, und die nur darauf wartet, erzählt zu werden. Ja, manchmal drängt sicch der Eindruck auf, das Leben sei einfach nur eine Reihe von erzählten Geschichten und einer noch größeren Anzahl von noch nicht erzählten, die quasi auf ihre Erlösung warten.

Nathan Glass rekonstruiert ich-erzählenderweise seine Familiengeschichte und führt zusammen, was zusammengehört. Auch der Tod des mittlerweile zum Freund gewordenen Harry Brightman und sich dadurch zerschlagende Träume von einem gemeinsamen "Hotel Existenz", von dem vor allem der belesene und noch gesprächigere Tom dauernd redet, können die Lebenslust Nathans nicht bremsen. Vom Warten auf den Tod ist keine Rede mehr. Und er plant ein neues literarisches Projekt: er will Bücher über die Vergessenen herausbringen; Menschen, die niemals einen Namen hatten, will er gegen ein kleines Honorar der Hinterbliebenen einen Namen, eine Geschichte, einen Text, ein Buch geben. Urjüdische Hoffnung, kräftig und stark: "Man sollte die Macht von Büchern nie unterschätzen."

Mitten in diesen Plänen - ein Krankenhausaufenthalt hat Nathans gute Gesundheit bestätigt - ist nicht nur Nathan am 9.11.2001 mit dem schrecklichsten Unglück konfrontiert, das New York je erlebt hat.

" Aber noch war es erst acht Uhr, und als ich unter dem strahlend blauen Himmel die Straße entlangspazierte, war ich glücklich wie nur je ein Mensch auf dieser Erde."

Paul Auster hat ein wunderbares Buch geschrieben, das Lust macht , seine alten Bücher wieder zu lesen.
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