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Die Brautprinzessin [Taschenbuch]

William Goldman , Simon Morgenstern , Wolfgang Krege
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (125 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

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Märchenhaft erzählt: Wer bisher das Buch nicht gelesen und auch den Film übersehen hat, sollte die Chance, dem Hörbuch dieses klassischen Märchens zu lauschen, nicht vorbeiziehen lassen. Denn so von einer erzählten Geschichte gefangen genommen wurde man zuletzt vielleicht als kleines Kind.

Eigentlich ist die ungekürzte Hörbuch-Version des wohl am besten durch Marathon-Mann bekannten Autors William Goldman für jedes Alter hörbar. Zwar ist die Geschichte einigermaßen komplex und für kleinere Kinder noch nicht so recht zu durchschauen, aber allein schon auf die Stimmen der Sprecher zu hören, ist eine Wonne. Jochen Malmsheimer und Bela B. (ja, der von den "Ärzten") lassen aus einer einfachen Geschichte ohne jegliche Effekte oder zusätzliche Technik Kino im Kopf entstehen und hauchen den Charakteren Funken sprühendes Leben ein.

Und die Geschichte? Nun, da sie wahrhaft klassisch ist, ist auch das klassische Element einer Geschichte vorhanden: die Liebe! Alles andere ist nur Beiwerk. Wenn dann auf dem Hörbuch-Cover etwas von "Fechten. Ringkämpfe. Folter. Gift. Hass. Rache. Riesen. Jäger. Böse Menschen. Gute Menschen. Bildschöne Damen. Schlangen. Spinnen" steht, trifft das zwar auch zu, aber die Essenz ist die Liebe. Und die ist immer wieder überraschend, neu, erschreckend, traurig und lustig.

Und wie kommt es dazu? Zu Beginn will der Erzähler seinem Sohn das Buch Die Brautprinzessin zum Geburtstag schenken und muss dabei feststellen, dass das wichtigste Buch seiner eigenen Jugend, aus dem er von seinem Vater vorgelesen bekam, zum einen nicht mehr verlegt wird und zum anderen viel mehr Teile enthält, als sein Vater ihm vorgelesen hat. Der Erzähler, inzwischen selbst Autor, beschließt, das Buch in der gekürzten Version seines Vaters neu aufzulegen. Und damit beginnt die Geschichte von Butterblume, vom Stalljungen, von Rittern, Räubern und eben der Liebe.

Entziehen kann man sich der Geschichte und ihren vorzüglichen Vorlesern nicht. Neun CDs? Ein kurzweiliges Vergnügen für verschneite Morgen, nasskalte Abende, warme Nächte und sonnige Tage. --Wolfgang Treß -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Pressestimmen

Man kann den Band mittlerweile ruhigen Gewissens als Klassiker bezeichnen. Fazit: lesen!

Eben weil der Roman sich selbst als übertrieben und abgehoben charakterisiert, darf er sich in jene märchenhaften Höhen übermenschlicher Schönheit, Liebe und Tapferkeit begeben, die sonst nur noch Kinderbüchern und Kitschromanen vorbehalten bleiben. Befreit von allen Realitätsansprüchen kann man sich den großen Helden, der wahren Liebe und der unverbrüchlichen Freundschaft wieder vorbehaltlos hingeben – mit dem ironischen Lächeln des Erwachsenen und dem schwärmerischen Herzen eines zehnjährigen Jungen.

»William Goldman ist mit der ›Brautprinzessin‹ ein Geniestreich geglückt, zumindest aber ein Werk von genialer, literarischer Schlitzohrigkeit. Und deshalb gilt für seine Leser und alle, die es noch werden wollen, auch der erste Satz der Neuausgabe: ›Das hier ist noch immer mein Lieblingsbuch.‹ Der witzigste Roman der Welt (Ehrenwort!).«
Klaus Modick



Genial und einzigartig. Der einzige Roman, den ich kenne, der nur aus spannenden (und lustigen) Stellen besteht – wer sich von diesem Buch nicht verzaubern läßt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Da steht alles drin, was man über Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht wissen muß. Wer das Buch nicht mag, ist nichts für mich.

Der Verlag über das Buch

»Der witzigste Roman der Welt (Ehrenwort!).« - »William Goldman ist mit der »Brautprinzessin« ein Geniestreich geglückt, zumindest aber ein Werk von genialer, literarischer Schlitzohrigkeit. Und deshalb gilt für seine Leser und alle, die es noch werden wollen, auch der erste Satz der Neuausgabe: »Das hier ist noch immer mein Lieblingsbuch.«« Klaus Modick

»Genial und einzigartig. Der einzige Roman, den ich kenne, der nur aus spannenden (und lustigen) Stellen besteht – wer sich von diesem Buch nicht verzaubern läßt, dem ist nicht mehr zu helfen.« Frank Schorneck in »Macondo« »Da steht alles drin, was man über Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht wissen muß. Wer das Buch nicht mag, ist nichts für mich.« Campino

Autorenkommentar

»Die Brautprinzessin« ist ein raffiniertes Abenteuer und eine atemlose, clevere Romanze. Traurig und hinterlistig, verspielt, blutig und zeitlos. Wahnsinnig. Und wunderschön.

»Ich bin dein Prinz und du musst mich heiraten«, sagte Humperdinck. »Ich bin Eure Dienerin und lehne ab«, flüsterte Butterblume. »Ich bin der Prinz, und du kannst nicht ablehnen.« »Ich bin Eure sehr ergebene Dienerin, und ich habe eben abgelehnt.« »Weigerung bedeutet Tod.« »Dann tötet mich.«

»Die "Brautprinzessin" von William Goldman - da steht alles drin, was man über Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht wissen muß. Wer das Buch nicht mag, ist nichts für mich.« Campino von den »Toten Hosen« -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Klappentext

»Die Brautprinzessin« ist ein raffiniertes Abenteuer und eine atemlose, clevere Romanze. Traurig und hinterlistig, verspielt, blutig und zeitlos. Wahnsinnig. Und wunderschön. »Ich bin dein Prinz und du musst mich heiraten«, sagte Humperdinck. »Ich bin Eure Dienerin und lehne ab«, flüsterte Butterblume. »Ich bin der Prinz, und du kannst nicht ablehnen.« »Ich bin Eure sehr ergebene Dienerin, und ich habe eben abgelehnt.« »Weigerung bedeutet Tod.« »Dann tötet mich.« Bis Herbst 2008 wurde das Buch seit dem ersten Erscheinen bereits 100.000 mal verkauft. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

William Goldman, geboren 1931, lebt in New York und schrieb ein Dutzend Romane, darunter die Vorlage zu »Der Marathon-Mann« und mehrere Kinderbücher. Er schrieb die Drehbücher zu »Misery«, »Chaplin«, »Die Brücke von Arnheim« und »Dreamcatcher«. Für »Butch Cassidy und Sundance Kid« und »Die Unbestechlichen« wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

[...] Jedenfalls, als er mit dem Buch kam, sagte ich: »Äh, was? Hab nicht verstanden.« Ich war ganz schlapp und müde. »Erstes Kapitel. Die Braut.« Er hielt das Buch hoch. »Ich lese es dir vor. Zur Aufheiterung.« Er rieb mir das Buch fast unter die Nase. »Von S. Morgenstern. Großer florinesischer Schriftsteller. Die Brautprinzessin. Er ist auch nach Amerika gekommen. S. Morgenstern. Ist jetzt gestorben, in New York. Das Englische ist von ihm. Er konnte acht Sprachen.« Hier legte er das Buch hin und streckte alle Finger aus. »Acht. Einmal, in Florin, war ich in seinem Café.« Nun schüttelte er den Kopf; so machte er es immer, mein Vater, wenn er etwas falsch gesagt hatte, er schüttelte dann den Kopf. »Nicht in seinem Café. Er war drin, ich auch, zur gleichen Zeit. Ich sah ihn. S. Morgenstern. So einen Kopf, so groß«, und er zeigte mit seinen Händen, was für ein dicker Ballon es war. »Großer Mann in Florin, nicht so sehr in Amerika.« »Kommt auch Sport drin vor?« »Fechten. Ringkämpfe. Folter. Gift. Wahre Liebe. Hass. Rache. Riesen. Jäger. Böse Menschen. Gute Menschen. Bildschöne Damen. Schlangen. Spinnen. Wilde Tiere jeder Art und in mannigfaltigster Beschreibung. Schmerzen. Tod. Tapfere Männer. Feige Männer. Bärenstarke Männer. Verfolgungsjagden. Entkommen. Lügen. Wahrheiten. Leidenschaften. Wunder.« »Klingt gut«, sagte ich und machte ein bisschen die Augen zu. »Ich will sehen, dass ich wach bleibe ... aber ich bin furchtbar schläfrig, Papa ...« Wer kann es wissen, wenn seine Welt sich ändern soll? Wer kann es sagen, bevor es geschehen ist, dass alles, was er zuvor erlebt hat, all die Jahre, nur eine Vorbereitung war auf ... nichts. Stellen Sie sich nun dies vor: Ein alter Mann, fast ein Analphabet, im Kampf mit einer feindlichen Sprache, ein kleiner Junge, fast ganz erschöpft, im Kampf mit dem Schlaf. Und zwischen ihnen nichts als die Worte eines anderen Ausländers, mühsam aus heimischen in fremde Laute übersetzt. Wer hätte ahnen können, dass am nächsten Morgen ein anderes Kind aufwachte? Was mich angeht, so erinnere ich mich nur noch, wie ich gegen die Müdigkeit ankämpfte. Eine Woche später war mir immer noch nicht klar, was an jenem Abend begonnen hatte, welche Türen hinter mir zugefallen und welche aufgegangen waren. Vielleicht müsste ich es wenigstens schon ein bisschen gewusst haben, vielleicht auch nicht; wer kann schon die Offenbarung aus dem Wind lesen? Es geschah einfach dies: Ich wurde süchtig nach der Geschichte. Zum ersten Mal in meinem Leben interessierte ich mich wirklich für ein Buch. Ich, der Sportfan, der einzige Zehnjährige in ganz Illinois, der einen Hass auf das Alphabet hatte, ich wollte wissen, wie es weiterging. Was wurde aus der schönen Butterblume und aus dem armen Westley und aus Inigo, dem größten Fechter der Weltgeschichte? Und wie stark war Fezzik wirklich, und wie weit ging die Grausamkeit Vizzinis, des teuflischen Sizilianers? Jeden Abend las mein Vater mir vor, Kapitel für Kapitel, immer heftig bemüht, die Wörter richtig auszusprechen, den Sinn festzunageln. Und ich lag da, die Augen halb geschlossen, und mein Körper begann langsam wieder Kräfte zu sammeln. Es dauerte, wie schon gesagt, wohl einen Monat, und in dieser Zeit las er mir die Brautprinzessin zweimal vor. Auch als ich schon selber lesen konnte, blieb dieses Buch immer das seine. Ich hätte nie daran gedacht, es aufzuschlagen. Ich wollte es mit seiner Stimme und seiner Aussprache. Später, Jahre später noch sagte ich manchmal, »Wie wär's mit dem Duell auf den Klippen, Inigo und der Schwarze«, und mein Vater brummte und brubbelte etwas und holte das Buch, leckte sich den Daumen und blätterte, bis der große Kampf begann. Ich liebte das. Auch heute noch, wenn ich an meinen Vater denke, stelle ich ihn mir so vor. Vorgebeugt und blinzelnd und über einzelne Wörter stolpernd, gab er mir Morgensterns Meisterwerk, so gut er konnte. Die Brautprinzessin gehörte meinem Vater. Alles andere gehörte mir. Keine Abenteuergeschichte war vor mir sicher. »Ach, Stevenson «, sagte ich einmal zu Miss Roginski, als ich wieder gesund war, »immer sagen Sie Stevenson, den bin ich durch, wer kommt jetzt?«, und sie sagte, »na dann versuch's mal mit Scott, ob der dir gefällt«, und also nahm ich den alten Sir Walter vor, und er gefi el immerhin so gut, dass ich im Dezember ein halbes Dutzend Bücher von ihm durchschmökerte (größtenteils in den Weihnachtsferien, als es nichts gab, weshalb ich die Lektüre hätte unterbrechen müssen, nur ab und zu ein bisschen zu essen). »Und wer jetzt?« »Vielleicht Cooper«, sagte sie dann, und ich machte mich über den Wildtöter her und über die ganzen Lederstrumpf-Sachen, und dann, eines Tages, stieß ich, der eignen Nase folgend, auf Dumas und d'Artagnan, und diese Burschen brachten mich über den größten Teil des Februars. »Du bist ja unter meinen Augen eine Leseratte geworden«, sagte Miss Roginski. »Ist dir klar, dass du jetzt mehr Zeit mit Lesen verbringst als früher mit Spielen? Weißt du, dass deine Noten im Rechnen immer schlechter werden?« Ich machte mir nichts daraus, wenn sie mir zusetzte. Wir waren allein im Schulzimmer, und ich wollte von ihr, dass sie mir wieder jemand Gutes zum Verschlingen nannte. Sie schüttelte den Kopf. »Jetzt blühst du aber wirklich auf, Billy, unter meinen Augen. Ich weiß bloß nicht, was daraus wird.« Ich weiß, ich erwarte nicht, dass dies jemandes Leben so ändert, wie es mein Leben geändert hat. Aber die Worte im Titel, »wahre Liebe und edle Abenteuer« - daran habe ich einmal geglaubt. Ich dachte, mein Leben würde in jenen Bahnen verlaufen, ich betete darum. Natürlich kam es nicht so, aber ich glaube auch nicht, dass es irgendwo noch das edle Abenteuer gibt. Niemand holt heutzutage ein Schwert hervor und schreit: »Tag, mein Name ist Inigo Montoya. Du hast meinen Vater getötet, mach dich gefasst zu sterben!« Und die wahre Liebe können wir auch vergessen. Ich weiß nicht, ob ich noch irgendetwas richtig liebe außer dem Porterhouse-Steak bei Peter Lueger und der Käse-Enchilada im El Parador. (Entschuldigung, Helen.) Hier jedenfalls ist die Ausgabe der »spannenden Teile«. S. Morgenstern hat sie geschrieben, und mein Vater hat sie mir vorgelesen. Und nun überreiche ich sie Ihnen. Was Sie damit anfangen, wird für uns alle von mehr als flüchtigem Interesse sein. New York City Dezember 1972 In dem Jahr, als Butterblume geboren wurde, war die schönste Frau der Welt ein französisches Küchenmädchen namens Annette. Annette arbeitete in Paris für den Herzog und die Herzogin von Guiche, und es entging der Aufmerksamkeit des Herzogs nicht, dass jemand Außergewöhnliches ihnen die Zinnteller putzte. Die Aufmerksamkeit des Herzogs wiederum entging nicht der Aufmerksamkeit der Herzogin, die weder sehr schön noch sehr reich, aber enorm gescheit war. Die Herzogin machte sich daran, Annette zu studieren, und schnell fand sie die tragische Schwäche ihrer Gegnerin heraus. Schokolade. So gerüstet, ging die Herzogin ans Werk. Das Palais de Guiche verwandelte sich in ein Süßwarenparadies. Wohin man auch sah, gab es Bonbons. In den Salons lagen haufenweise Pralinen, in den Vorzimmern standen Körbe mit schokoladeüberzogenem Nougat. Annette hatte überhaupt keine Chance. Binnen einer Saison schwoll ihre zarte Figur gewaltig an, und der Herzog konnte nie mehr in ihre Richtung blicken, ohne dass eine traurige Verwirrung ihm die Augen umwölkte. (Annette, so wäre anzumerken, wurde nur umso vergnügter, je mehr sie sich ausdehnte. Sie heiratete schließlich den Chefkonditor, und beide aßen sie noch viele gute Dinge, bis das Alter sie abberief. Nicht so vergnüglich, wie ebenfalls anzumerken wäre, erging es der Herzogin. Aus unerforschlichen Gründen entbrannte der Herzog nunmehr für seine Schwiegermutter, womit er der Herzogin Magengeschwüre bereitete, nur dass man damals noch keine Magengeschwüre hatte. Genauer gesagt, Magengeschwüre existierten, und die Leute hatten welche, aber sie hießen nicht »Magengeschwüre«. Die... -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

[...] Jedenfalls, als er mit dem Buch kam, sagte ich: »Äh, was? Hab nicht verstanden.« Ich war ganz schlapp und müde.

»Erstes Kapitel. Die Braut.« Er hielt das Buch hoch. »Ich lese es dir vor. Zur Aufheiterung.« Er rieb mir das Buch fast unter die Nase. »Von S. Morgenstern. Großer florinesischer Schriftsteller. Die Brautprinzessin. Er ist auch nach Amerika gekommen. S. Morgenstern. Ist jetzt gestorben, in New York. Das Englische ist von ihm. Er konnte acht Sprachen.« Hier legte er das Buch hin und streckte alle Finger aus. »Acht. Einmal, in Florin, war ich in seinem Café.« Nun schüttelte er den Kopf; so machte er es immer, mein Vater, wenn er etwas falsch gesagt hatte, er schüttelte dann den Kopf. »Nicht in seinem Café. Er war drin, ich auch, zur gleichen Zeit. Ich sah ihn. S. Morgenstern. So einen Kopf, so groß«, und er zeigte mit seinen Händen, was für ein dicker Ballon es war. »Großer Mann in Florin, nicht so sehr in Amerika.«

»Kommt auch Sport drin vor?«

»Fechten. Ringkämpfe. Folter. Gift. Wahre Liebe. Hass. Rache. Riesen. Jäger. Böse Menschen. Gute Menschen. Bildschöne Damen. Schlangen. Spinnen. Wilde Tiere jeder Art und in mannigfaltigster Beschreibung. Schmerzen. Tod. Tapfere Männer. Feige Männer. Bärenstarke Männer. Verfolgungsjagden. Entkommen. Lügen. Wahrheiten. Leidenschaften. Wunder.«

»Klingt gut«, sagte ich und machte ein bisschen die Augen zu. »Ich will sehen, dass ich wach bleibe ... aber ich bin furchtbar schläfrig, Papa ...«

Wer kann es wissen, wenn seine Welt sich ändern soll? Wer kann es sagen, bevor es geschehen ist, dass alles, was er zuvor erlebt hat, all die Jahre, nur eine Vorbereitung war auf ... nichts. Stellen Sie sich nun dies vor: Ein alter Mann, fast ein Analphabet, im Kampf mit einer feindlichen Sprache, ein kleiner Junge, fast ganz erschöpft, im Kampf mit dem Schlaf. Und zwischen ihnen nichts als die Worte eines anderen Ausländers, mühsam aus heimischen in fremde Laute übersetzt. Wer hätte ahnen können, dass am nächsten Morgen ein anderes Kind aufwachte? Was mich angeht, so erinnere ich mich nur noch, wie ich gegen die Müdigkeit ankämpfte. Eine Woche später war mir immer noch nicht klar, was an jenem Abend begonnen hatte, welche Türen hinter mir zugefallen und welche aufgegangen waren. Vielleicht müsste ich es wenigstens schon ein bisschen gewusst haben, vielleicht auch nicht; wer kann schon die Offenbarung aus dem Wind lesen?

Es geschah einfach dies: Ich wurde süchtig nach der Geschichte.
Zum ersten Mal in meinem Leben interessierte ich mich wirklich für ein Buch. Ich, der Sportfan, der einzige Zehnjährige in ganz Illinois, der einen Hass auf das Alphabet hatte, ich wollte wissen, wie es weiterging.

Was wurde aus der schönen Butterblume und aus dem armen Westley und aus Inigo, dem größten Fechter der Weltgeschichte? Und wie stark war Fezzik wirklich, und wie weit ging die Grausamkeit Vizzinis, des teuflischen Sizilianers?

Jeden Abend las mein Vater mir vor, Kapitel für Kapitel, immer heftig bemüht, die Wörter richtig auszusprechen, den Sinn festzunageln. Und ich lag da, die Augen halb geschlossen, und mein Körper begann langsam wieder Kräfte zu sammeln. Es dauerte, wie schon gesagt, wohl einen Monat, und in dieser Zeit las er mir die Brautprinzessin zweimal vor. Auch als ich schon selber lesen konnte, blieb dieses Buch immer das seine. Ich hätte nie daran gedacht, es aufzuschlagen. Ich wollte es mit seiner Stimme und seiner Aussprache. Später, Jahre später noch sagte ich manchmal, »Wie wär's mit dem Duell auf den Klippen, Inigo und der Schwarze«, und mein Vater brummte und brubbelte etwas und holte das Buch, leckte sich den Daumen und blätterte, bis der große Kampf begann. Ich liebte das. Auch heute noch, wenn ich an meinen Vater denke, stelle ich ihn mir so vor. Vorgebeugt und blinzelnd und über einzelne Wörter stolpernd, gab er mir Morgensterns Meisterwerk, so gut er konnte. Die Brautprinzessin gehörte meinem Vater.

Alles andere gehörte mir.

Keine Abenteuergeschichte war vor mir sicher. »Ach, Stevenson «, sagte ich einmal zu Miss Roginski, als ich wieder gesund war, »immer sagen Sie Stevenson, den bin ich durch, wer kommt jetzt?«, und sie sagte, »na dann versuch's mal mit Scott, ob der dir gefällt«, und also nahm ich den alten Sir Walter vor, und er gefi el immerhin so gut, dass ich im Dezember ein halbes Dutzend Bücher von ihm durchschmökerte (größtenteils in den Weihnachtsferien, als es nichts gab, weshalb ich die Lektüre hätte unterbrechen müssen, nur ab und zu ein bisschen zu essen). »Und wer jetzt?« »Vielleicht Cooper«, sagte sie dann, und ich machte mich über den Wildtöter her und über die ganzen Lederstrumpf-Sachen, und dann, eines Tages, stieß ich, der eignen Nase folgend, auf Dumas und d'Artagnan, und diese Burschen brachten mich über den größten Teil des Februars. »Du bist ja unter meinen Augen eine Leseratte geworden«, sagte Miss Roginski. »Ist dir klar, dass du jetzt mehr Zeit mit Lesen verbringst als früher mit Spielen? Weißt du, dass deine Noten im Rechnen immer schlechter werden?« Ich machte mir nichts daraus, wenn sie mir zusetzte. Wir waren allein im Schulzimmer, und ich wollte von ihr, dass sie mir wieder jemand Gutes zum Verschlingen nannte. Sie schüttelte den Kopf. »Jetzt blühst du aber wirklich auf, Billy, unter meinen Augen. Ich weiß bloß nicht, was daraus wird.«

Ich weiß, ich erwarte nicht, dass dies jemandes Leben so ändert, wie es mein Leben geändert hat.

Aber die Worte im Titel, »wahre Liebe und edle Abenteuer« - daran habe ich einmal geglaubt. Ich dachte, mein Leben würde in jenen Bahnen verlaufen, ich betete darum. Natürlich kam es nicht so, aber ich glaube auch nicht, dass es irgendwo noch das edle Abenteuer gibt. Niemand holt heutzutage ein Schwert hervor und schreit: »Tag, mein Name ist Inigo Montoya. Du hast meinen Vater getötet, mach dich gefasst zu sterben!«

Und die wahre Liebe können wir auch vergessen. Ich weiß nicht, ob ich noch irgendetwas richtig liebe außer dem Porterhouse-Steak bei Peter Lueger und der Käse-Enchilada im El Parador. (Entschuldigung, Helen.)

Hier jedenfalls ist die Ausgabe der »spannenden Teile«. S. Morgenstern hat sie geschrieben, und mein Vater hat sie mir vorgelesen. Und nun überreiche ich sie Ihnen. Was Sie damit anfangen, wird für uns alle von mehr als flüchtigem Interesse sein.

New York City
Dezember 1972

In dem Jahr, als Butterblume geboren wurde, war die schönste Frau der Welt ein französisches Küchenmädchen namens Annette. Annette arbeitete in Paris für den Herzog und die Herzogin von Guiche, und es entging der Aufmerksamkeit des Herzogs nicht, dass jemand Außergewöhnliches ihnen die Zinnteller putzte. Die Aufmerksamkeit des Herzogs wiederum entging nicht der Aufmerksamkeit der Herzogin, die weder sehr schön noch sehr reich, aber enorm gescheit war. Die Herzogin machte sich daran, Annette zu studieren, und schnell fand sie die tragische Schwäche ihrer Gegnerin heraus.

Schokolade.

So gerüstet, ging die Herzogin ans Werk. Das Palais de Guiche verwandelte sich in ein Süßwarenparadies. Wohin man auch sah, gab es Bonbons. In den Salons lagen haufenweise Pralinen, in den Vorzimmern standen Körbe mit schokoladeüberzogenem Nougat.

Annette hatte überhaupt keine Chance. Binnen einer Saison schwoll ihre zarte Figur gewaltig an, und der Herzog konnte nie mehr in ihre Richtung blicken, ohne dass eine traurige Verwirrung ihm die Augen umwölkte. (Annette, so wäre anzumerken, wurde nur umso vergnügter, je mehr sie sich ausdehnte. Sie heiratete schließlich den Chefkonditor, und beide aßen sie noch viele gute Dinge, bis das Alter sie abberief. Nicht so vergnüglich, wie ebenfalls anzumerken wäre, erging es der Herzogin. Aus unerforschlichen Gründen entbrannte der Herzog nunmehr für seine Schwiegermutter, womit er der Herzogin Magengeschwüre bereitete, nur dass man damals noch keine Magengeschwüre hatte. [...] -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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