Dieses Buch ist sehr einfach zu beschreiben: ein neues Märchen - verpackt in die Behauptung, es sei ein altes, aus dem Antiquariat gekramt und eingedampft auf die spannenden Passagen. Eine schöne Idee, die leider nach siebzig Seiten verpufft.
Warum? Goldman gibt sich große Mühe (immerhin über fünfzig Seiten!) zu erzählen, wie er das Buch entdeckte, aus den Augen verlor und schließlich wiederfand. Ich erfahre viel über seine Frau, sonstige Vorlieben und den dicken Sohn, was zwar alles nicht stimmt, aber so amüsant ist, dass ich hoffe, es möge so weitergehen. Geht es aber nicht. Stattdessen kommt nun das Märchen. Gut, den Dreher mache ich mit. Ich bin auch tatsächlich gespannt. Aber leider umsonst! Denn was bis dahin den Charme des Ganzen ausmachte: der flockig hingeworfene Ton und eben das Spiel um Wahrheit oder Lüge verödet nun, weil a. die Illusion flöten geht (Märchen aus der alten Welt sind nicht ganz so, wie man sich das in New York vorstellt.), weil b. die Figuren - vor allem Butterblume, Humperdinck und Westley - erschreckend langweilig sind, und es nach der Hälfte völlig egal ist, wer wen kriegt, vor allem aber weil c. das erzählerische Prinzip der Einschübe und Kommentare nicht funktioniert. Entweder will Herr Goldman über Gott und die Welt plaudern, oder er will eine Geschichte erzählen. Beides zusammen ist schwierig. (Ihm ist es jedenfalls nicht geglückt.) Was bleibt, ist die Erinnerung an einen geschwätzigen Autor, der seiner eigenen Geschichte nicht traut. Märchen sind etwas Schönes. Man muss sie nicht mit müden Witzen garnieren.