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Moviemans Kommentar zur DVD: Qualitativ durchwachsen, beim Bonus hätte man sich etwas mehr anstrengen können (z.B. die komplette Dokumentation).
Bild: Die Farbsen sind sehr schwach ausgeprägt. Sie erzeugen ein realistisches Feeling, wirken aber viel zu kalt und lassen so auch nur schwerlich emotionale Wärme aufkommen. Hin und wieder wirken die Gesichter auch viel zu bleich. Rauschen ist bemerkbar, allerdings nicht zu störend (00:26:48). Die Kompression fällt hin und wieder auf, der Kontrast ist relativ sorgfältig gesetz und zieht einen hohen Schwarzwert mit ein. Die Schärfe hätte deutlich besser akzentuiert sein müssen. Das Bild wirkt oftmals viel zu weich und lässt Einzelheiten zum Brei werden (Essenstisch bei 00:38:15).
Ton: "Die Brautjungfer" ist mehr ein Dialogfilm denn alles andere. Dementsprechend spielt sich das Audiogeschehen auch an der Front ab. Die Dialoge sind klar zu verstehen, vielleicht einen Tick zu leise abgemischt. Der Unterschied zwischen 5.1 und DTS ist eigentlich keiner. Beide Spuren sind ziemlich ähnlich, was letzten Endes auch nicht wirklich überrascht. Räumlichkeit ist nur bedingt gegeben, der Effekteinsatz eher schmal.
Extras: Das Bonusmaterial hält sich in Grenzen. Trailer, Bilder, Texttafeln. Dazu eine zehnminütige Featurette, die sich als Auszug eines größeren Dokumentarfilms erweist. Nett, aber nur Stückwerk. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Am Anfang glaubt man an eine 'boy meets girl'-Story. Der 25jährige Philippe ist der perfekte Schwiegersohn. Der Ausbund an korrektem Verhalten kümmert sich liebevoll um Mutter und die beiden Schwestern, sein Chef will ihn in der Baufirma als Partner aufnehmen, es fehlt nur noch die passende Frau. Und die trifft er bei der Hochzeit seiner Schwester Sophie, er verguckt sich in die geheimnisvolle Brautjungfer Senta. Nach dem Fest folgt sie ihm nach Hause und ehe der verblüffte kleine Angestellte etwas sagen kann, küsst sie ihn und lässt die Hüllen lasziv fallen. Beginn einer amour fou, die in einer tödlichen Leidenschaft endet.
Nach und nach setzt sich der Psychothriller bis zur Klärung wie ein Mosaik aus vielen kleinen Teilen zusammen, da erhalten Andeutungen und Liebesschwüre im Nachhinein einen ganz anderen Sinn. Der Altmeister für seelische Abgründe führt in der Deutung der Zeichen aufs Glatteis, auch wenn schon bald klar ist, dass Senta in einer mysteriösen Scheinwelt lebt. Langsam gerät die Normalität aus den Fugen, die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit zeigt Brüche. Philippe wird zu einem Wanderer zwischen zwei Welten, was vor allem durch Sentas Haus versinnbildlicht wird, eine Mischung aus 'Psycho'-Villa und bürgerlichem Domizil, in der Sentas Stiefmutter eine Etage höher wie in Trance mit einem südamerikanischen Jüngling Tango tanzt. Als Kontrast wirft Chabrol immer wieder einen Blick in die Realität - die Konflikte mit der unzähmbaren jüngeren Schwester, die als Diebin vor Gericht landet, die Mutter, die sich in einen Schwätzer verliebt und sinnlos Pläne für die Zukunft schmiedet, die Querelen mit unzufriedenen Kunden, Gespräche mit einem Clochard vor Sentas Haus, der ihr ein Dorn im Auge und Auslöser für die tragische Entwicklung ist.
Parallel dazu lebt das Paar im Souterrain wie in einem Kokon, eingewebt in ein Netz aus wildem Begehren, bizarren (Lügen)Geschichten und bedrückender Nähe, auch wenn in manchen Szenen die Erotik zwischen Magimel und Smet etwas gedämpft wirkt, vielleicht weil der männliche Charakter sich nur schwer von Pflicht- und Ordnungsdenken befreien kann. Ganz langsam baut sich die Spannung auf, die düstere Atmosphäre, bis am Ende die harte Wahrheit allen Träumen ein Ende macht. Die Blume des Bösen, sie blüht nirgends schöner als bei Chabrol. mk.