Sam Jauns Roman "Die Brandnacht" aus dem Jahr 1986 ist ein Krimi in der Tradition von Glauser und Dürrenmatt. Der Privatermittler Keller, ein ehemaliger Oberleutnant, wird von seinem einstigem Untergebenen Balsinger, einem Knecht, um Hilfe angefragt. Dieser wird des Mordes an einer Frau beschuldigt. Keller begibt sich in ein Dorf im Emmental und versucht die Hintergründe der Tat zu ergründen. Dabei offenbart sich eine verschworene Dorfgemeinschaft, die unter dem Einfluss einer Sekte steht. Es ist keine heile ländliche Welt, sondern in deren Keller lassen sich einige Leichen finden. Insgesamt ist "Die Brandnacht" mehr ein Sittengemälde als ein Krimi, denn als Krimi fand ich das Buch ziemlich langweilig. Da hängt auch mit der literarisch-altmodischen Sprache zusammen, die mehr beschreibt als erzählt.