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Ein Taxifahrer wird brutal von zwei jungen Mädchen ermordet, ein Mann bricht vor einem Geldautomaten tot zusammen, seine Leiche wird aus der Pathologie gestohlen, in einer Transformatorstation finden die Beamten eine verkohlte Leiche. Ein turbulenter Fall, in dem lange so wenig zueinander passen will. Die Ermittlungen führen von dem kleinen schwedischen Städtchen Ystad bis nach Angola, reichen von Mord bis zu einem perfiden Computerverbrechen von internationalem Format.
Brandmauern oder Firewalls -- natürlich geht es um Datennetze, elektronische Kommunikation, die Welt des Internets. "Die Verwundbarkeit der Gesellschaft in der sie lebten, war größer, als jemand hatte ahnen können". Computerspezialisten als Terroristen, ein einzelner Rechner, der die ganze Welt lahm legt?
Als Krimi genial und atemberaubend, als reales Geschehen nicht mehr utopisch, eher eine Angst erregende Vorstellung. Nüchtern schreibt Mankell, oft kurz und bündig, das ist nervenaufreibend, macht süchtig. Aber: Er legt es nicht nur auf Spannung allein an. In seinen Romanen will er gesellschaftliche Entwicklungen beleuchten: "Wir müssen ein neues Sozialsystem schaffen, sonst geht die Welt zugrunde."
Wallander in Höchstform. 26 Länder hat dieser Kommissar mit begnadeter Intuition im Sturm erobert, er wurde verfilmt, bescherte seinem Erfinder Millionenauflagen und Preise. Kaum zu fassen, dass der ihn demnächst in den Ruhestand schicken will. Wer weiß, vielleicht überlegt er es sich ja doch noch. --Barbara Wegmann
Es beginnt scheinbar harmlos: Der unauffällige Computerspezialist Falk wird tot vor einem Geldautomaten gefunden. Eines der beiden Mädchen kann auf ominöse Weise aus dem Präsidium fliehen und wird anschließend in einer Transformatorenstation verkohlt aufgefunden. Doch damit nicht genug, es folgen weitere Tote; auf Wallander werden Anschläge verübt. Langsam kommt der Verdacht auf, dass Falk ein Hacker war. Wer mit Falk zu tun hatte, lebt in Gefahr. Die Drahtzieher im Hintergrund schrecken vor nichts zurück.
Die Verwirrung über die ungeheuerlichen Ereignisse steigert sich ins Unermessliche. Parallel zu den turbulenten Ermittlungen muss sich Wallander gegenüber seiner Vorgesetzten wegen einer Anzeige rechtfertigen, und sein Kollege intrigiert in höchstem Maße gegen ihn. Die letzte Enttäuschung: Elvira, seine neue Freundin ist in die Geschichte verstrickt. Amüsant ist der unverdorbene Ansatz, mit dem Wallander an die Internettechnologie geht: "Brandmauer"! Eine Glanzleistung ist die Musik, die exakt die atemberaubende, eiskalte Atmosphäre dieses Hörspiels trifft. Garant für eine neue mitreißende Wallander-Krimi-Session sind die Stimmen von Christoph Schobesberger (Erzähler) und Heinz Kloss als Wallander. Kriminalhörspiel mit Musik, Spieldauer: ca. 172 Minuten, 2 MC. Auch erhältlich als CD (3895845795).
-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Scheinbare Einzelmorde werden Seite um Seite in Beziehung gebracht. Wie in allen Fällen im schwedischen Distrikt Ystad,
liegt auch hier ein gesellschaftspolitischer Handlungsfaden zugrunde, der den Leser geschickt und ohne belehrend zu wirken, nachdenklich stimmt. "Die Brandmauer" verdeutlicht die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft im Zeitalter der Elektronik: Segen wird zum Fluch. Einzig der Schluß scheint mir allzu hastig, als hätte Henning Mankell plötzlich sein Seitenlimit erreicht, ohne die endgültige Klärung in den Ermittlungsarbeiten herbeigeführt zu haben. Alles was nach temporeichen Kapiteln an Fragen offen blieb, wird eilig und listenhaft im Nachhinein gelöst oder als ungeklärt deklariert. Hier kam die Logik etwas zu kurz.
Vertraut hingegen sind die nachvollziehbaren Gemütsschwankungen des Hauptakteurs, der zwischen Resignation und Hoffnung auf seine eigenwillige Art ermittelt und sich so wohltuend vom Klischee der ewig jungen Actionsuperhelden abhebt. Dieser Realismus wirkt auf mich zugegebenermaßen vielleicht auch deshalb so positiv, da ich annähernd genauso alt bin und mir einige Gedankengänge vertraut sind.
Kurzum: Nicht nur für Wallander-Fans ein spannender, unter- haltsamer und nachdenklicher Roman, den ich in einem "Rutsch"
durchlesen mußte und hoffe, dass wir vor seiner Pensionierung
noch an dem einen oder anderen Fall Kurt Wallanders teilhaben
dürfen!
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