Es gibt Wörter, die gute Übersetzer lieber unangetatstet lassen, weil sie wissen, dass sich auch im deutschen Sprachgebrauch die Originalversion längst eingebürgert hat. Snowboard ist so eins oder Hardcopy, um die Welt der PCs gleich mal zu bemühen. Wer hingegen die "Firewall" wissentlich mit "Brandmauer" übersetzt, möchte Menschen ansprechen, die von Computertechnik keinen blassen Schimmer haben. Was nicht weiter schlimm wäre, böte die Story denn angemessene Tiefe und Dichte. Aber leider tut sie das nicht.
Auch für der Computerei gänzlich Unkundige hangelt sich die Handlung eher langatmig als atemberaubend an einer konstruierten Verschwörungsgeschichte entlang, bei der ein paar Computercracks die Weltwirtschaft lahmlegen wollen, indem sie ein Virus über einen Geldautomaten aktivieren. Letztlich hängt das Schicksal der Weltwirtschaft trotz aller Hacker-Tricks an einer Plastikkarte und Wallanders handfestem Einsatz. Lachhaft naiv!
Auch erzählerisch ist "Die Brandmauer" eine rechte Fließbandgeschichte, für Computerkenner eine inhaltliche Plattitüde obendrein.
Im Auto während einer längeren Fahrt am Stück gehört, hinterließ die Story auf drei CDs einen faden Nachgeschmack und war eine herbe Enttäuschung für mich. Schade, bei weitem nicht das beste Werk von Mankell...