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Die Brüder Karamasow: Roman
 
 
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Die Brüder Karamasow: Roman [Taschenbuch]

Fjodor M. Dostojewskij , Hans Ruoff , Richard Hoffmann
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (45 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Brüder Karamasow
OT Brat’ja Karamazovy OA 1879/80 DE 1884Form Roman Epoche Realismus
Der letzte Roman Fjodor Dostojewskis übertrifft alle vorausgegangenen in der Breite und Komplexität der Anlage. Er kann als Vermächtnis, als die Summe seines Schaffens gelten: Hier laufen alle philosophischen und thematischen Hauptlinien zusammen. Eine geplante Fortsetzung kam wegen des frühen Todes des Autors nicht mehr zu Stande.
Inhalt: Es scheint beinahe unmöglich, die auf verschiedenen Ebenen sich entfaltende Handlung bündig zu referieren, zu Grunde liegt aber auch diesem Roman die bei Dostojewski typische Fabel einer Kriminalerzählung: Die drei Söhne von Fjodor Karamasow, einem alten Lüstling und Possenreißer, kehren als Erwachsene ins Elternhaus zurück und müssen sich mit ihrem Hass auf den Vater auseinander setzen, dessen Tod sie alle mehr oder minder offen wünschen. Mit dem Ältesten, dem sinnlichen und aufbrausenden Dmitri, konkurriert er um die Gunst der schönen Gruschenka. Der zweite Bruder, Iwan, ist ein stolzer Intellektueller und atheistischer Rationalist. Seine Weltanschauung erläutert er mithilfe der selbst gedichteten »Legende vom Großinquisitor«: Christus erscheint im mittelalterlichen Spanien und wird eingekerkert. Der greise Großinquisitor – ein Vertreter des von Dostojewski gehassten Katholizismus – beschuldigt den Heiland, die Menschheit mit falschen Versprechungen ins Unglück zu stürzen, während die totalitäre Macht der Kirche ihnen zumindest eine bescheidene weltliche Illusion des Glücks bieten könne. Christus küsst den Inquisitor, geht wortlos seiner Wege und kehrt nie zurück. Der jüngste Sohn, Aljoscha, lebt meistenteils im nahen Kloster in der Obhut des Abts Sosima, dessen einer Heiligenvita ähnelnde Lebensbeschreibung von Aljoscha niedergeschrieben und im Text ausführlich zitiert wird. Schließlich ist es aber ein vierter Sohn, der uneheliche, von Fjodor Karamasow mit der schwachsinnigen Lisaweta gezeugte Smerdjakow, der den Alten hinterrücks erschlägt. Der Täter begeht aus Langeweile und Ekel vor dem Leben, aber ohne jede Spur von Reue Selbstmord. An seiner Stelle wird Dmitri als Vatermörder verurteilt und als Zwangsarbeiter verschickt, auch deshalb, weil er in dem Bewusstsein, eine moralische Mitschuld am Tode des Vaters zu tragen, die Strafe resigniert annimmt. Die Zeugenaussage von Iwan, der den Mörder mit losen Bemerkungen zur Tat inspiriert hatte, kann den Schuldspruch nicht abwenden, er selbst wird von einem schweren Fieber befallen und schwebt am Ende des Romans zwischen Leben und Tod.
Dostojewskis Sympathien und Hoffnungen liegen ganz eindeutig bei dem frommen Aljoscha. Dieser ist in ideeller Hinsicht am wenigsten ein Nachkomme des alten Karamasow, sondern Ziehsohn und Lieblingsschüler des »heiligen« Sosima. Er geht ganz in tätiger Nächstenliebe auf und schart – wie Fürst Myschkin in Der Idiot – mit Vorliebe Kinder um sich. Anders als Myschkin ist Aljoscha Karamasow freilich kein handlungsunfähiger Idealist: Von seinen Brüdern zunächst nicht recht ernst genommen und als »Mönchlein« belächelt, wird er im Verlauf des Romans mehr und mehr zu einer moralischen Autorität. Die nicht mehr zu Stande gekommene Fortsetzung sollte Aljoscha als verheirateten Mann zeigen und seine Prüfungen in der Welt beschreiben.
Wirkung: Für Sigmund R Freud war Die Brüder Karamasow »der großartigste Roman, der je geschrieben wurde«. Thomas R Mann und James R Joyce lobten ihn und spielten in ihren eigenen Texten mehrfach auf Motive des Werks an. Eine höchst sinistere, aber durchaus »dostojewskische« Reverenz erwies ihm Truman R Capote in dem Roman Kaltblütig (1966): Capotes Held, ein stiller Student, erschießt seine ganze Familie, nachdem er zuvor noch in aller Ruhe Die Brüder Karamasow ausgelesen hat. N. S.

Pressestimmen

"Es ist das unbestreitbare Verdienst Swetlana Geiers, erkannt zu haben, dass Dostojewskij ein 'akustischer Autor' ist, der seine Romane höchst modern als Stimmentheater entwirft." (Karl-Markus Gauss, Spectrum)
"Dostojewskij ist eine hervorragende Lektüre, wenn nicht jetzt, dann in einer nicht allzu fernen Zukunft, wenn man ... ihn rein literarisch auffassen und damit zum ersten mal überhaupt richtig lesen und verstehen wird." (Ossip Mandelstam, 1922)

Kurzbeschreibung

Dostojewskis letzter und komplexester Roman spiegelt die gesamte dichterische Welt des Autors wider und weist wie kein zweiter autobiographische Züge auf. Die dämonischen und die lichten Mächte des Daseins, Selbstüberhebung, Liebe und Demut verkörpern die unvergeßlichen Charaktere der "Brüder Karamasoff". -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Verlag über das Buch

Ein packender Kriminalroman, eine ergreifende Familienchronik, ein beklemmendes Psychogramm der menschlichen Existenz. "Die Brüder Karamasow" als schöne Geschenkausgabe zum absoluten Sonderpreis. Aus dem Russischen übertragen von Hans Ruoff und Richard Hoffmann. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881) zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Weltliteratur. Er war der Sohn eines Armeearztes aus Moskau. Nach kurzer Tätigkeit als technischer Zeichner im Kriegsministerium wurde er freier Schriftsteller. Vier Jahre Zwangsarbeit als politischer Häftling und beständige Geldnot wegen seiner Spielleidenschaft zeichnen den unermüdlich Schaffenden. St. Petersburg wird die zweite Heimat dieses bedeutendsten russischen Realisten und Hauptschauplatz seiner berühmtesten Romane, die bis heute weltweit bewundert und gelesen werden.

Auszug

Alexéi Fjódorowitsch Karamásoff war der dritte Sohn Fjódor Páwlowitsch Karamásoffs, eines Gutsbesitzers in unserm Gouvernement, der seinerzeit, d. h. vor genau dreizehn Jahren, durch sein tragisches und dunkles Ende, von dem ich später berichten werde, soviel von sich reden machte (aber auch heute noch erinnert man sich seiner bei uns). Vorläufig will ich über diesen »Gutsbesitzer«, wie man ihn gewöhnlich bei uns nannte, obgleich er in seinem ganzen Leben fast nie auf seinem Gut wohnte, nur bemerken, daß er ein sehr eigenartiger Mensch war, ein Typ, den man aber, genau genommen, nicht einmal so selten antrifft: der Typ eines nichtsnutzigen und ausschweifenden Menschen, der zu gleicher Zeit ganz auffallend unvernünftig ist, - jedoch zu jener besonderen Art von Unvernünftigen gehört, die ihre Geldgeschäftchen immer vorzüglich abzuwickeln verstehen, aber das scheint auch das einzige zu sein, was sie verstehen. Fjódor Páwlowitsch, zum Beispiel, begann fast mit nichts, unter den Gutsbesitzern war er einer der unbedeutendsten; er erschien uneingeladen bei Bekannten zum Mittagessen und spielte den Schmarotzer, nach seinem Tode aber stellte sich heraus, daß er allein an barem Gelde an die hunderttausend Rubel hinterließ. Und doch war er sein ganzes Leben lang einer der schlimmsten Narren unseres Gouvernements. Ich will damit nicht sagen, daß er etwa dumm gewesen sei - größtenteils sind diese Narren sogar recht klug und schlau -, sondern eben unvernünftig... -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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