Wenn man kein Wort Deutsch spricht, sieht man den deutschen Alltag abseits der Villen und Belletage anders. Man muß sich die Worte gleichermaßen erfinden, verstehen lernen, was einem fernliegend erscheint. Özdamar führt uns an den Rand der Gesellschaft, wo sich, was einst als Gastarbeiter bezeichnet, dann das Gast gestrichen und es durch Fremd ersetzt wurde, ein Auskommen, ein Leben verdient.
Es ist die Geschichte eines wachsenden Bewußtseins, des allmählichen Herausbildens eines eigenen Blicks zwischen Tradition und modernen 68er Umbruch. Es ist auch der Versuch verschiedenen Kulturen in sich zu vereinen, um sich nicht völlig entwurzelt vorzufinden. Kraftvoll in seinem poetischen Ansatz, der Sprache, der Hoffnung, es versuchen zu müssen, um nicht verloren zu gehen.