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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Balkan am Vorabend osmanischer Eroberung, 3. Dezember 2004
Kadare schreibt keine Romane sondern Erzählungen in bestem Sinn. Die "Brücke mit den drei Bögen" ist die Chronik des Mönches Gjon über die seltsamen Vorkommnisse im Albanien (oder Arberien) unmittelbar vor der Schlacht am Amselfeld und der türkischen Expansion am Balkan. Herrliche Bilder und grandiose Schilderungen, subjektiv und authentisch, als wäre der Autor dabei gewesen. Der Schatten des Padischah fällt über ein zerstrittenes Land, dessen Adel sich in kleinlichen Eifersüchteleien ergeht. Und da ist "Kähne und Fähren", eine Gesellschaft zur Überfuhr über das "Böse Wasser", die einiges dagegen einzuwenden hat, dass eine Brücke über den Fluss gebaut werden soll. Medien werden eingesetzt wie heute, damals hießen sie Rhapsoden und Sänger, Epilektiker werden aufgeboten und Legendenerzähler, Flüche ausgestoßen. Im Hintergrund stehen - wie heute - handfeste wirtschaftliche und politische Interessen. Auch eine Parabel auf unsere Zeit, ohne dass es modernen Regietheaters bedürfte. Und über allem schwebt unheilschwanger die nicht ausgesprochene aber dennoch allgegenwärtige Gefahr eines nahen und großen Krieges. Das abergläubische und bigotte Volk weiß nichts, aber es ahnt etwas von den Dingen, die unausweichlich hereinbrechen werden. Ein großartiges historisches Sittenbild und Gemälde, die Kadares "Chronik in Stein" (fast) nicht nachsteht. Die Übersetzung - nein, Übertragung - ins Deutsche braucht seine Zeit, dafür ist sie kongenial und als selbständiges Werk zu feiern. Ismail Kadare gehört seit Jahren zu meinen Lieblingsautoren und mit diesem Werk hat er seine Position ein weiteres Mal gefestigt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pendelspiel zwischen Parabel, Gleichnis und Historie, 9. März 2005
Ein grossartiges Buch. Es war kaum möglich, diesen Roman weg zu legen, was nicht immer ein Qualitätskriterium ist. Das Buch hat krimiartige Züge, der Ausdruck "Wirtschaftskrimi" jedoch ist zu schwach. Das Buch ist eine allgemeingültige Parabel auf das sinnlose Streben und Mühen der Menschen, selbst in jeder guten Absicht scheint der Teufel zu stecken. Das Böse hat stets die Hand im Spiel, die Frage ist,wie weit die Menschen es zulassen, wie weit es die zerstörerische Macht entfalten kann. Daß das Buch in Albanien spielt, ist ein schöner Farbtupfer, auch für Leser ohne Interesse an diesem seltsamen Land ist das Buch ein Erlebnis. Kadare schreibt eindringlich und authentisch, seine Prosa zieht den Leser gnadenlos ins Mittelalter hinein, wo er nur zu gerne verharrt. Schön, dass ich dieses Buch gefunden habe. Danke, Ismail Kadare!
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1.0 von 5 Sternen
Zuviele Personen, verwirrend., 29. Januar 2010
Das Buch ist eines der schwächeren Bücher von Kadare. Es ist sehr kurz geschrieben und sehr verwirrend, da ständig neue Personen dazukommen, die nicht wirklich eine Rolle spielen. Manchmal hat man den Eindruck als hätte Kadare die Idee des Buches nicht zuende gedacht und dass er sich im Kreis bewegt. Das Ende an sich ist auch sehr schwach und knapp geschrieben. Die Knappheit des Bucheendes ist in vielen Büchern von Kadare so auffällig, dass man den Eindruck bekommen könnte, dass er keine Lust mehr drauf hatte das Buch gut zu beenden, sondern dass ihm am Ende die Luft ausgegangen ist und er das Buch nur noch beenden wollte.
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