In dem kleinen chinesischen Dorf Ku-fu geht Seltsames vor sich: Alle Kinder fallen plötzlich in einen koma-ähnlichen Schlaf. Rettung erhoffen sich die verzweifelten Bewohner des Dorfes von einem Weisen aus Peking. Also schicken sie den kräftigsten Burschen von Ku-fu in die Hauptstadt: Doch ihr Erspartes reicht gerade noch für die Dienste des alten Meisters Li Kao, der geistigen Getränken genau so wenig abgeneigt ist wie hübschen Frauen.
Gemeinsam machen sich der "Gelehrte mit einem Charakterfehler" und "Nummer Zehn der Ochse" auf die Suche nach einer sagenhaften Wurzel, die die Kinder heilen soll - und geraten auf ihrer abenteuerlichen Reise auf die Spur eines weit tragischeren Geheimnis'.
"Die Brücke der Vögel" wurde bereits 1986 veröffentlicht und ist der erste Roman der "Meister Li"-Serie, die (verdientermaßen) mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet wurde.
Das Geschehen spielt in einer „fiktiven Sagenwelt" des alten China, in der es noch Wundermittel, Geister und Dämonen gibt.
Eine überraschende Wendung jagt die nächste: Kaum haben Li Kao und "Ochse" ein Hindernis überwunden, legt ihnen Barry Hughart den nächsten Stein in den Weg - den sie wieder auf ihre ganz eigene, ungewöhnliche Art und Weise zu bezwingen wissen. Dabei scheuen sie nicht zu allen erdenklichen Mitteln zu greifen: Lügen und Betrug, Bestechung, Magie, sogar Mord.
Hughart hat Charaktere geschaffen, die trotz ihrer überzeichneten Eigenarten nicht wie Karikaturen wirken, sondern wie liebenswerte und einzigartige Figuren, an die man sich gerne schmunzelnd erinnert: Die bezaubernde Lotuswolke, die - obwohl sie weder hübsch noch klug ist - jeden Mann dazu bringt, sie mit teuren Geschenken zu überhäufen, der überängstliche Schlüsselhase, die grausame Ahne, deren Lieblingsbeschäftigung das Aussprechen von Todesstrafen ist ("Kopf ab!!!"), Doktor Tod, der seit Jahren versucht, seine verstorbene Frau wieder zum Leben zu erwecken, Geizhals Shen,...
Mein Fazit: Ein unterhaltsames, temporeiches und witziges Buch das ich uneingeschränkt empfehlen kann.