Disk 1: Die Brücke am Kwai
Disk 2: Die Kanonen von Navarone
1.) Die Brücke am Kwai
Originaltitel: The Bridge on the River Kwai
Produktionsland: USA / GB
Premiere: 1957
Mit: Alec Guinness, William Holden, Jack Hawkins, Sessue Hayakawa, James Donald, Geoffrey Horne u.A.
Schnitt: Peter Taylor
Kamera: Jack Hildyard
Musik: Malcolm Arnold
Drehbuch: Carl Foreman, Michael Wilson
Regie: David Lean
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman von Pierre Boulle
Bild: Farbe, gut
Ton: Englisch, Japanisch, Thai
Synchronisation: Deutsch u.A.
Untertitel: Deutsch u.v.A.
Filmdauer: 156 Minuten
Genre: Kriegsfilm, Kriegsdrama
Auszeichnungen: 7 Oscars als bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller Alec Guinness, best adaptiertes Drehbuch, bester Schnitt, beste Kamera, beste Musik, drei Golden Globes u.v.A.
Abweichung vom Roman: Im Film wird die Brücke am Ende gesprengt, im Roman nicht.
Filmhandlung: Ab Februar 1943 wollen die Japaner in West-Thailand dicht an der Grenze zu Burma eine Brücke über den River Kwai bauen lassen mithilfe britischer Gefangener. Die Briten bauen die Brücke unter dem sich über die Japaner überlegen fühlenden Col. Nicholson (A. Guinness). Parallel dazu gelingt dem amerikanischen Gefangenen Shears (W. Holden) die Flucht. Anschließend bekommt dieser infolge seiner Ortskenntnis, den Auftrag, bei der Sprengung der Brücke durch ein Sonderkommando mitzumachen. Am Ende kommt es zu einem dramatischen Finale mit unerwarteten Wendungen.
David Lean zaubert gewaltige Bilder vors Auge, ebenbürtig mit Lawrence von Arabien oder Doktor Schiwago, würdig eines filmkünstlerischen Genies. Alles hat Hand und Fuß: die ausgemergelten Körper der Gefangenen, der Schweiß der Gequälten und ums Überleben kämpfenden, der Dschungel als unerbittlicher Rahmen der Gefängnishölle aber auch paradiesischer Garten, der Regen und der Schlamm, der anspruchsvolle Bau der Brücke, der hochnäsige Stolz des englischen Offiziers über die vermeintliche Überlegenheit westlicher Kultur über die asiatische, die korrekt dargestellte Charakteristik der Japaner, die typisch britisch-soldatische Steifheit, die Mischung aus rivalisierter Spannung und Zusammenarbeit verfeindeter Seiten, die Entladung der Grausamkeit innerhalb von wenigen Sekunden und Vieles mehr. Eine Miniatur des allgemeinen Daseinskampfes innerhalb der existenziellen Spannungen zwischen Menschen. Sklaven werden zu Triumphalisten, Herren zu Zwergen, in die Schwäche mischt sich Überheblichkeit hinein, in Macht und Stärke der Minderwertigkeitskomplex. Einfach gesagt - ein geniales Meisterwerk des realistischen Existenzialismus.
Alec Guinness in einer seiner Traumrollen. Er beginnt vom ersten Moment seines Erscheinens im Camp das Prinzip des unbedingten Gehorsams gegenüber niedergeschriebenen Gesetzen zu oktruieren. Und er suhlt sich geradezu in den geschriebenen Regeln, diese blind befolgend. Die Offziere sind für ihn Obermenschen, welche auserwählt sind, nicht körperlich zu arbeiten, sondern die einfachen, schuftenden Soldaten zu befehligen. Dieses strenge Klassendenken vertritt er bis zum bitteren Ende. Es gibt aber auch die andere Seite. Der amerikanische Gefangene Shears (William Holden), welcher sich fälschlicherweise als Commander (Major) ausgibt, hält wenig von geschriebenen Doktrinen, wenn sie an der Realität vorbeilaufen und fühlt sich verpflichtet, zu improvisieren - eine typisch amerikanische freiheitsbejahende und kreative Lebenshaltung. Und diese ist mit der Haltung von Col. Nicholson vollkommen unvereinbar, obwohl beide auf der selben Seite stehen. Als dritter Gegensatz erweist sich der japanische Befehlshaber des Camps, Col. Saito (Sessue Hayakawa - nominiert für den Oscar als bester Nebendarsteller). Er muß den Bauplan einhalten auf Biegen und Brechen. Ein Mißerfolg würde von ihm Selbstmord durch Harakiri fordern. Darum trachtet er mit allem Nachdruck, den Plan durchzudrücken. Der unnachgiebige und stolze Widerstand von Col. Nicholson zwingt ihn zu Kompromissen und Zugeständnissen - er willigt ein, dass die Bauführung und Koordination den Briten überlassen wird. Damit geht er ein hohes Risiko ein, gewinnt jedoch paradoxerweise infolge dieser Zusage die beinahe passionale Loyalität von Col. Nicholson, der infolge des an ihn ergangenen Auftrags die Brücke als sein Lebenswerk betrachtet, welches Jahrhunderte zu überdauern hat. Natürlich fühlt sich Saito überglücklich, als die Brücke rechtzeitig fertig ist und er dem Harakiri entgeht.
Der Film ist in seinen reifen Dialogen und seiner unüberbietbaren Dramatik eine hochqualitative Studie über das menschliche Verhalten innerhalb einer bedrohlichen Grenzsituation und wird getragen von außergewöhnlichen, schauspielerischen Leistungen.
Unvergessliche Synchronstimme von Wilhelm Borchert, die der Originalstimme von Alec Guinness sehr nahe kommt.
2.) Die Kanonen von Navarone (The Guns of Navarone).
Produktionsland: USA / GB
Premiere: 1961
Mit: Gregory Peck, Anthony Quinn, David Niven, Irene Papas, Stanley Baker, Gia Scala, James Darren, Anthony Quayle u.v.A.
Musik: Dimitri Tiomkin.
Regie: John Lee Thompson.
Filmdauer: 150 Minuten.
Genre: Kriegsfilm
Auszeichnungen: Oscar für die besten Spezialeffekte; zwei Golden Globes als bester Film und beste Musik
Nominierungen: für den Oscar als bester Film, Regie, Musik, Schnitt, Ton, best adaptiertes Drehbuch
Handlung: Weltkrieg II, November, 1943 auf der griechischen Insel Navarone.
Eine alliierte Spezialeinheit wird beauftragt zwei riesige Kanonen der Deutschen auszuschalten. Wendungsreich, packend und spannend gemachter Action-Kriegsfilm mit besten Schauspielern und einer starken Irene Papas.
Den Film zeichnet aus sein perfektes Timing und das ideale Zusammenspiel sämtlicher Darsteller. Trotz einiger etwas unglaubwürdiger Szenen, wie zB. der Selbstbefreiung aus den Fängen der Deutschen, einer der besten und kompaktesten Kriegsfilme.