21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Guter Ansatz mit vielen (falschen) historischen Details, 19. Dezember 2004
Am 22.03.1312 wird der Orden der Tempelritter von Clemens V. mit der Bulle "vox in excelso" aufgehoben. Der letzte Templergroßmeister Jaques de Molay, der auf Befehl Philipps IV. am 18.03.1314 auf der Pariser Seine-Insel verbrannt wird, prophezeit aus den Flammen des Scheiterhaufens heraus, dass er Clemens binnen 40 Tagen und Philipp in einem Jahr vor dem himmlischen Richterstuhl erwartet......
....soweit die wichtigsten historischen Fakten zum Ende des Templerordens, der zum Gegenstand einer reichhaltigen und manchmal auch spekulativen Sach- und Romanliteratur wurde und zur Zeit vor allem durch Dan Browns Thriller "Sakrileg" und Filmen wie "Das Vermächtnis der Tempelritter" einen grandiosen Boom erlebt.
Thomas R. P. Mielke lässt die Handlung seines Romans "Die Brücke von Avignon" drei Wochen nach de Molay's Tod, in der Karwoche des Jahres 1314, beginnen.Erster Protagonist ist der 19-jährige Betrand de Comminges, genannt "Smaragdus", Schüler des Mystikers "Meister Eckart" an der Sorbonne und Sohn des Papstes Clemens V. Er begibt er sich mit dem "spirituellen Vermächtnis" des Templerordens nach Avignon, um seinen schwer kranken Vater vor der Prophezeiung de Molay's zu retten.......
....von den Schergen der Inquisition verfolgt, macht er dort die Bekanntschaft der Jüdin Miriam, ihres Bruders "Seraphim" und deren Großvater Eliah, die sich ebenfalls im Besitz eines Teiles dem Templergeheimnisses befinden.
Der Roman wartet mit einer Vielzahl von Details aus der Geschichte Frankreichs, Italiens, Englands, Schottlands, Deutschlands und des Judentums auf. Diese sind jedoch dann, wenn sie historisch falsch sind, nicht nur überflüssig, sondern vor allem störend. Die folgende Aufzählung ist nicht abschließend, da sie nur die gröbsten Fehler enthält. Zu den gegen die Templer erhobenen Anklagepunkten gehörten (entgegen Seite 21) weder Alchemie noch Teufelsanbetung. Nicht Akko war die letzte Festung in Palästina (S. 21), diese befand sich vielmehr auf der Insel Ruad, die erst 1300 erobert wurde, und 1302 wieder verloren ging. Weder die Stadt Vienne, noch Burgund östlich der Rhône und südlich von Lyon gehörten 1314 zu Frankreich (S. 5), sondern zum "Heiligen Römischen Reich". Valence sollte 1316 und die Dauphiné mit Vienne erst 1349 (!) zu Frankreich kommen. Heinrich VII. war nicht letzter Kaiser des "Hl. Römischen Reiches" (S. 8), sondern Franz II., der erst 1804 als Franz I. den Titel "Kaiser von Österreich" annahm. Eine Bewerbung Wilhelms von Holland für die deutsche Königskrone nach dem Tode Heinrichs VII. (S. 176), wäre überhaupt nicht möglich gewesen, weil Wilhelm, der ehemalige Gegenkönig Friedrichs II., bereits 1256 gestorben war. Die Kreuzfahrer konnten auch "seinerzeit" nicht die Gebeine Kaiser Friedrichs I. auf der Rückkehr von Jerusalem mitschleppen (S. 145), da "Barbarossa" bereits auf der am 10.06.1190 im Fluss Saleph auf der Anreise ertrunken war, und die Heilige Stadt niemals erreicht hatte. Die Aufzählung Johanniter, Malteser, Hospitalliter (S. 162) erweckt nicht nur den falschen Eindruck, dass es sich um drei verschiedene Ritterorden handelt, sie ist zudem auch anachronistisch, da es 1314 den Begriff Malteser noch gar nicht geben konnte, da Orden damals noch auf Rhodos ansässig war (Rhodier) und erst 1530 nach Malta kommen sollte. Wenn man die Habsburger aus den Schweizer Bergen vertrieben habe, würde man "einen Schwur für ein neues Land ablegen" (S. 180); der Rütlischwur fand jedoch bereits im August 1291 statt. Die Templer hatten keine Äbte (S. 205), sondern Komture. Auch trugen sie keine schwarzen Kreuze auf weißen Schulterumhängen (S. 213), denn ihre Tatzenkreuze waren von roter Farbe. Nicht das Judentum kennt den "Propheten Isa (=Jesus)" (S.27), dessen Name zudem auf hebräisch Joshua lautet, sondern der Islam. Nicht Heloten (spartanische Staatsklaven) leisteten den Römer auf der Festung Massada Widerstand (315), sondern Angehörige der jüdischen Zeloten. In Vienne fand 1312 auch kein Konklave (=Papstwahl; S. 62), sondern ein Konzil statt......
Der als Kreativdirektor internationaler Werbeagenturen beschäftigte Bestsellerautor Mielke hat mit dem Namen "Bertrand de Goth", dem späteren Clemens V., einen interessanten Aspekt für seinen Roman aufgegriffen, auf der eine gute Geschichte aufgebaut werden kann. Die Spannung der wenig überzeugenden Handlung wird jedoch eher durch das Erwarten des nächsten historischen Schnitzers bestimmt, als durch das Romangeschehen selbst. Im Anhang sind zwar ein Dramatis Personae und ein Stadtplan Avignons von 1413 beigefügt; beides ist jedoch recht spartanisch ausgefallen....
Summa Summarum ergibt dies 3 Amazonsterne und lässt den Leser auf die im Juli 2005 erscheinende (hoffentlich besser lektorierte) Fortsetzung "Die Rose von Avignon" (2. Band der avisierten Smaragdus-Trilogie) hoffen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Wenig Spannung, mehr Langeweile!, 6. Juli 2006
Ich habe das Buch in der Erwartung gekauft, eine spannende historische Geschichte, wie es einen der Klappentext erhoffen lässt, über das Mittelalter und den Templerorden zu lesen.
Was ich nicht von vielen Büchern sagen kann, trifft auf dieses leider völlig zu, nämlich dass ich mich sehr zusammenreißen musste, das Buch durchzulesen und nicht wegzulegen.
Obwohl der Beginn noch recht vielversprechend ist, flacht die Spannung im Laufe der Geschichte völlig ab und erreicht laufend Tiefpunkte in den ständig wiederkehrenden Passagen, über den sterbenden Papst, die allzuoft überflüssig wirken und langweilig vor sich hinplätschern. Im Ansatz eine gute und relativ spannende Geschichte, ist die Handlung, bei der die Hauptperson Betrand auch wirklich beteiligt ist, das sind dann schon die einzigen Stärken des Buchs.
Die beiden Fortsetzungen sind hoffentlich besser!
Insgesamt nur 2 Sterne!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Keine Spannung, 23. August 2005
Von Ein Kunde
Das Werk ist ein historischer Roman der Anfang des 14. Jahrhunderts spielt und den Untergang des Ordens der Templer zum Thema hat.
Der Einstieg in das Geschehen fällt etwas schwer, da anfangs weniger die Handlung sondern vielmehr langwierige, schwierig zu lesende historische Details im Mittelpunkt stehen. Obwohl nach kurzer Zeit die Dialoge beginnen, ist der Inhalt nicht immer leicht verständlich und scheint etwas verworren. Selbst nach der magischen Grenze von 100 Seiten - normalerweise der Knackpunkt, an dem ein zu Beginn langwieriges Buch interessant wird - will sich keine Spannung einstellen.
Obwohl das Thema des Werkes durchaus interessant und auch die Aufmachung des Buches ansprechend ist, gehört es doch in die Kategorie spannungs- und höhepunktsloser Werke und ist somit wirklich nur für Fans von historischen Romanen zu empfehlen.
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