| ||||||||||||
Produktinformation
|
Tags(Was ist das?)Bei einem Tag handelt es sich um ein Schlagwort, das zum Produkt passt.
Tags erleichtern allen Kunden die Suche und die Sortierung ihrer Lieblingsprodukte. |
....soweit die wichtigsten historischen Fakten zum Ende des Templerordens, der zum Gegenstand einer reichhaltigen und manchmal auch spekulativen Sach- und Romanliteratur wurde und zur Zeit vor allem durch Dan Browns Thriller "Sakrileg" und Filmen wie "Das Vermächtnis der Tempelritter" einen grandiosen Boom erlebt.
Thomas R. P. Mielke lässt die Handlung seines Romans "Die Brücke von Avignon" drei Wochen nach de Molay's Tod, in der Karwoche des Jahres 1314, beginnen.Erster Protagonist ist der 19-jährige Betrand de Comminges, genannt "Smaragdus", Schüler des Mystikers "Meister Eckart" an der Sorbonne und Sohn des Papstes Clemens V. Er begibt er sich mit dem "spirituellen Vermächtnis" des Templerordens nach Avignon, um seinen schwer kranken Vater vor der Prophezeiung de Molay's zu retten.......
....von den Schergen der Inquisition verfolgt, macht er dort die Bekanntschaft der Jüdin Miriam, ihres Bruders "Seraphim" und deren Großvater Eliah, die sich ebenfalls im Besitz eines Teiles dem Templergeheimnisses befinden.
Der Roman wartet mit einer Vielzahl von Details aus der Geschichte Frankreichs, Italiens, Englands, Schottlands, Deutschlands und des Judentums auf. Diese sind jedoch dann, wenn sie historisch falsch sind, nicht nur überflüssig, sondern vor allem störend. Die folgende Aufzählung ist nicht abschließend, da sie nur die gröbsten Fehler enthält. Zu den gegen die Templer erhobenen Anklagepunkten gehörten (entgegen Seite 21) weder Alchemie noch Teufelsanbetung. Nicht Akko war die letzte Festung in Palästina (S. 21), diese befand sich vielmehr auf der Insel Ruad, die erst 1300 erobert wurde, und 1302 wieder verloren ging. Weder die Stadt Vienne, noch Burgund östlich der Rhône und südlich von Lyon gehörten 1314 zu Frankreich (S. 5), sondern zum "Heiligen Römischen Reich". Valence sollte 1316 und die Dauphiné mit Vienne erst 1349 (!) zu Frankreich kommen. Heinrich VII. war nicht letzter Kaiser des "Hl. Römischen Reiches" (S. 8), sondern Franz II., der erst 1804 als Franz I. den Titel "Kaiser von Österreich" annahm. Eine Bewerbung Wilhelms von Holland für die deutsche Königskrone nach dem Tode Heinrichs VII. (S. 176), wäre überhaupt nicht möglich gewesen, weil Wilhelm, der ehemalige Gegenkönig Friedrichs II., bereits 1256 gestorben war. Die Kreuzfahrer konnten auch "seinerzeit" nicht die Gebeine Kaiser Friedrichs I. auf der Rückkehr von Jerusalem mitschleppen (S. 145), da "Barbarossa" bereits auf der am 10.06.1190 im Fluss Saleph auf der Anreise ertrunken war, und die Heilige Stadt niemals erreicht hatte. Die Aufzählung Johanniter, Malteser, Hospitalliter (S. 162) erweckt nicht nur den falschen Eindruck, dass es sich um drei verschiedene Ritterorden handelt, sie ist zudem auch anachronistisch, da es 1314 den Begriff Malteser noch gar nicht geben konnte, da Orden damals noch auf Rhodos ansässig war (Rhodier) und erst 1530 nach Malta kommen sollte. Wenn man die Habsburger aus den Schweizer Bergen vertrieben habe, würde man "einen Schwur für ein neues Land ablegen" (S. 180); der Rütlischwur fand jedoch bereits im August 1291 statt. Die Templer hatten keine Äbte (S. 205), sondern Komture. Auch trugen sie keine schwarzen Kreuze auf weißen Schulterumhängen (S. 213), denn ihre Tatzenkreuze waren von roter Farbe. Nicht das Judentum kennt den "Propheten Isa (=Jesus)" (S.27), dessen Name zudem auf hebräisch Joshua lautet, sondern der Islam. Nicht Heloten (spartanische Staatsklaven) leisteten den Römer auf der Festung Massada Widerstand (315), sondern Angehörige der jüdischen Zeloten. In Vienne fand 1312 auch kein Konklave (=Papstwahl; S. 62), sondern ein Konzil statt......
Der als Kreativdirektor internationaler Werbeagenturen beschäftigte Bestsellerautor Mielke hat mit dem Namen "Bertrand de Goth", dem späteren Clemens V., einen interessanten Aspekt für seinen Roman aufgegriffen, auf der eine gute Geschichte aufgebaut werden kann. Die Spannung der wenig überzeugenden Handlung wird jedoch eher durch das Erwarten des nächsten historischen Schnitzers bestimmt, als durch das Romangeschehen selbst. Im Anhang sind zwar ein Dramatis Personae und ein Stadtplan Avignons von 1413 beigefügt; beides ist jedoch recht spartanisch ausgefallen....
Summa Summarum ergibt dies 3 Amazonsterne und lässt den Leser auf die im Juli 2005 erscheinende (hoffentlich besser lektorierte) Fortsetzung "Die Rose von Avignon" (2. Band der avisierten Smaragdus-Trilogie) hoffen.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|