ich hatte mir die Dvd bestellt und aufgehoben für die Zeit als ich Besuch von meiner Freundin bekam. Als Mütter von vollpubertären Kindern, in den Sechzigern geboren und nebenberuflichen Hausfrauen hatten wir einen höllischen Spaß an den Dvds. Hätte ich die Serie im Fernsehen gesehen wären mir die einzelnen Folgen definitiv zu kurz gewesen.
Sehr spannend finde ich die Diskrepanz zwischen den jungen selbstbewussten Frauen von heute und den jungen kriecherischen Fräuleins von damals. Auch in den 50er Jahren hatte die heimliche Zigarette genauso viel Nervenkitzel wie heute.
Ich bin mir sicher, dass diese Filme den Hausfrauen von heute sehr deutlich macht, warum Frauen früher kaum arbeiten gehen konnten, da sie so schrecklich viel in Handarbeit machen mussten. Ein Handmixer, der von Hand gedreht werden konnte, war schon Luxus und eine Haushaltswaage konnte sich sicher nicht jeder Haushalt leisten.
Was meiner Meinung nach nicht sehr gut herauskam war, dass diese Art der Hausfrauenschule definitv nur für gutsituierte Familien in Frage kam.
Die einzelnen Folgen bieten Einblicke in unterschiedliche Themen wie: Bodenpflege, Fleischgewinnung (inkl. Schlachtung), Nähen von Kleidung, Ausflüge in die Milchbar, Tanzstunde und natürlich die Abschlussprüfung um nur einige Themen zu nennen.
Die Hauptpersonen:
Das Lehrerkollegium mit den herausragenden Darstellern Frau Direkor und Frau Limbrock war sehr überzeugend. Kompromisslos, aber doch mit Herz verstanden sie es den jungen Damen den Zeitsprung ein wenig leichter zu machen ohne dabei unglaubwürdig zu wirken. Dass Frau Direktor ihre Tochter Hanna mit auf dieses Abenteuer genommen hat, hat ihre Sitution sicher nicht vereinfacht. Hut ab dafür.
Der Hausmeister war mit Sicherheit die gute Seele des Unternehmens und hatte von allen wohl die geringesten Probleme bei der Zeitumstellung.
Die beiden Hausburschen waren toll gewählt, da sie doch an vielen Aktivitäten beteiligt sind und kleine Techteleien den Alltag auflockern.
Die Fräuleins: Eine wilde Mischung unterschiedlichster Mädels mit durchweg gesundem Selbstbewusstsein haben sich auf dieses Spiel eingelassen und sicher ihr Möglichstes gegeben. Natürlich gibt es Unverständnisse, da die Mädels von heute anders erzogen sind, als die jungen Damen von früher. (Ich selber kann mich noch an Zeiten erinnern in denen meine Schwestern Röcke tragen mussten und ab Minus 10 Grad unter den Rock eine schickliche Hose anziehen durften.) Sicher am Schluß ist die Veränderung der Mädchen zu sehen. Als sie das Abschlussessen sevieren bemerkt eine von Ihnen, dass außer den Hiflsburschen alle Gäste ohne eine entsprechende Haltung am Tisch sitzen und sich "eigentlich" nicht zu benehmen wissen.
Haushalt ist heute sicher nicht einfach, aber in der Zeit vor den Sechzigern schwerste körperliche Arbeit verbunden mit Organisation und Geschick, da keiner merken sollte wie mühsam das Unternehmen Haushalt war.
Ich bewundere die Hausfrauen dieser Zeit, allen voran meine derweil 83 jährige Mutter.
Sehr sympatisch fand ich die Prämierung der Abschlussprüfung, wobei der Gewinn sich zeitgemäss im Heute wiederfindet und trotzdem an das Erlebte anknüpft. Die Tränen von Frau Direktor sind sicher einmalig!
Zu guter Letzt erlebt man kurz und schmerzvoll die Rückreise in das neue Jahrtausend und ist zum einen überrascht darüber wie flott das Lehrerkollegium im richtigen Leben unterwegs ist, zum anderen aber wie eng die Gruppe zusammengewachsen ist und den Abschied immer weiter hinauszögert.
Fazit: Kurzweilige DvD, die nachdenklich stimmt und einen trotzdem sehr oft sehr laut lachen lässt. Sympathische Akteure, die in diesem Projekt sicher eine wichtige Erfahrung für ihr Leben gemacht haben.
Unbedingte Kaufempfehlung!