Bruder Hilpert, seines Zeichens Bibliothekar und "Hobbydetektiv", kehrt im Jahre 1417 in sein Kloster Maulbronn zurück. Doch Frieden wird er ersteinmal nicht finden, denn ein aufgeregter Mob versucht zur gleichen Zeit eine Magd zu lynchen. Ihr wird die Hexerei vorgeworfen, schließlich muss ja einer die Schuld tragen, wenn die Hennen zu müde zum Eierlegen sind... Bruder Hilpert schreitet ein und nimmt die Frau mit auf sein Kloster. Doch damit sind die Probleme nicht gelöst, denn als einer seiner Mitbrüder tot aufgefunden wird, nehmen die Probleme eine ganz neue Dimension an....
"Die Bräute des Satans" ist der vierte Fall für Bruder Hilpert. Auch wenn es immer heißt, so lange die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man jederzeit in eine Reihe einsteigen, so bin ich immer nicht unbedingt der Fan von solchen Ansätzen. Vielleicht liegt das aber nur an meiner Persönlichkeit. Insofern fällt es mir fast ein wenig schwer, die Charaktere zu bewerten. Bruder Hilpert wirkte auf mich recht sympathisch, wenngleich ich aber das Gefühl oft hatte, dass er sich nicht wirklich in die Karten schauen lassen will. Er hält die Geschichte zusammen, löst vielleicht den Fall, aber dennoch blieb er mir fast ein wenig fremd. Spaß hatte ich an Bruder Thaddäus, der durch seine ganz eigene Art einfach auffällt und dem Krimi eine Nuance Humor verabreicht.
Was ich aber außergewöhnlich an dem Buch fand, war, dass Uwe Klausner es schafft, einen vollkommen in diese Zeit zu ziehen. Vielleicht, weil es in Deutschland spielt, fast vor der Tür, fühlt sich das alles beim Lesen sehr realistisch an. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Uwe Klausner sorgfältig recherchiert hat. Wenn das der Fall ist, sind historische Krimis wirklich etwas feines. Auch die Geschichte um die Hexenverfolgung, inklusive Großinquisitor, ist sehr spannend geschrieben. Der Fall erstreckt sich auf fast zwei Tage, was also ein flottes Erzähltempo und viele Aktionen voraussetzt.
Was mir ebenfalls gefiel, war der Wechsel der Erzählperspektiven. So bekam der Leser einige Informationen, die Hilpert zum Lösen des Falls noch fehlten. Auch der vorangestellte Rückblick, gleich am Anfang des Buches, war im Nachhinnein gesehen eine Quelle an Hinweisen.
"Die Bräute des Satans" ist ein gut recherchiertes Buch, weist Spannung und Witz auf, vergisst aber auch nicht den Ernst der Lage. Mit einem guten Tempo und einem guten Erzählstil kann es den Leser wahrlich fesseln.