Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Handlung des Films beginnt dort, wo Die Bourne Identität endete: der teilweise unter Amnesie leidende CIA-Auftragskiller Jason Bourne (Matt Damon spielt diese Rolle wieder mit beeindruckender Intensität) wird in Berlin für einen Mord verantwortlich gemacht, was eine Kettenreaktion aus Verfolgungsjagden auslöst, in denen CIA-Agenten (angeführt von Joan Allen und dem doppelzüngigen Brian Cox, während Julia Stiles aus dem Vorgängerfilm auch wieder dabei ist) und ein undurchsichtiger russischer Ölmagnat eine Rolle spielen.
Die rasante Handlung bewegt sich von Indien nach Berlin, Moskau und Italien, und ebenso wie in dem von den Kritiker gelobten Bloody Sunday versetzt Regisseur Paul Greengrass den Zuschauer durch (fast zu viele) schnelle Schnitte und seinem Gespür für gut aufgebaute Spannung mitten hinein. Nicht alles davon ergibt Sinn und es erinnert auch wenig an Robert Ludlums Roman, aber Damon beweist sich hier als angenehm unkonventioneller Actionheld womit man sich in Zukunft auf einiges freuen darf.--Jeff Shannon
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch und extraseitig ein Genuss.
Bild: Das Farbenspiel ist hochgesättigt und von klarer Formtreue. Trotz der hohen Sättigung laufen benachbarte Farbfelder nicht ineinander über, sondern bleiben sauber voneinander getrennt. Die Schärfe ist sowohl in der Detailzeichnung, als auch in der Konturenschärfe außerordentlich hoch und gehört zum besten, was ein Realfilm derzeit leisten kann. Selbst Nummernschilder sich entfernender Autos sind klar erkennbar ( 01.31.21). Rauschen ist der DVD ebenso fremd, wie Artefakte. Diese grandiose Bildqualität wird nur noch von den CGI-Abenteuern a 'la Toy Story übertroffen.
Ton: Beide Tonspuren baqhnen sich mit immensem Druck den Weg aus den hoffentlich großkalibrigen Chassis ihres Boxensets. Denn was hier akustisch durch die Kopfdrainage geht, ist nicht von schlechten Eltern. Dabei bleiben sowohl die englische, als auch die deutsche Tonspur in Ihrem Volumen praktisch nicht unterscheidbar. Die Stimmen bilden ein nicht ganz so kraftvolles Volumen, wie man es erwartet hätte, aber Nachteile in Sachen Verständlichkeit sind nicht aufgetreten. Vor allem seitens der Surroundkanäle gibt es ein Peng und Bumm-Feuerwerk, das man nicht alle Tage um die Hörmuscheln bekommt.
Extras: Der Regiekommentar von Paul Greengrass ist sehr informativ und gibt eine Reihe Details preis, die auch für den Filmstudenten interessant sein dürfte. Die vielen kleinen Featurettes könnte man sinnvoller als ein Making of zusammenführen und durch Kapitel unterteilen. Denn fast alle Clips gehen nur einige wenige Minuten lang und sind auch zusammenhängend produziert worden. Denn man sieht in allen Clips die gleichen Personen an gleicher Stelle mit gleichen Klamotten. Vielleicht will man hier extraseitig einfach etwas größer aussehen. Das deutsche Hauptmenü ist in den Buttontexten arg komprimiert und sehr schlecht lesbar. --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt: Film
Das Drehbuch verfasste wie beim Original Tony Gilroy relativ lose nach der Vorlage von Robert Ludlum. Abgelöst wurde hingegen Regisseur Doug Liman, den Paul Greengrass ersetzt. Der hatte sich mit dem realistischen Dokudrama 'Bloody Sunday' empfohlen, der auf der Berlinale 2002 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Seinem Stil, mit viel handgehaltener Kamera und hektischen Schnitt, bleibt er treu. Dies verleiht dem temporeichen Thriller eine schwindelerregende Intensität, die sensible Zuschauer als desorientierend empfinden könnten. Los geht's mit einer vergleichsweise ruhigen Minute am Strand in Goa. Dort ist Bourne, der sich immer noch nicht vollständig an seine Vergangenheit erinnern kann, mit seiner Freundin Marie (Franka Potente leider nur allzu kurz mit von der Partie) untergetaucht. Die Idylle wird jäh unterbrochen, als mit fatalen Folgen der russische Auftragskiller Kirill (Karl Urban aus der 'Herr der Ringe'-Trilogie) aufkreuzt. Dies setzt Bournes Rache suchenden Run quer durch Europa in Gang. Zudem will ihn CIA-Assistenzdirektorin Pamela Landy (Joan Allen) verhaften lassen, da Bournes Fingerabdruck am Tatort einer fehlgeschlagenen Operation gefunden wurde, die zwei Agenten das Leben gekostet hat. Doch Killing Machine Bourne hat seine Reflexe nicht verloren und kann den Beamten in Neapel entkommen. Weiter geht's nach München, wo er einem ehemaligen Kollegen mit einer zusammengerollten Zeitung eine Abreibung verpasst und ihn (Off-Kamera) erwürgt. Anschließend fährt Bourne nach Berlin, wo er den Spieß umdreht und Landy und ihren Leuten (darunter auch wieder Julia Stiles) auf den Pelz rückt. Der große Showdown mit einer rasanten Autoverfolgungsjagd trägt sich dann in Moskau zu.
Regisseur Greengrass ist stets darauf erpicht, die Actionmomente mit einem Optimum an Realitätsnähe zu gestalten. Wenn es Mano a Mano geht, dann findet sich keine überzogene Martial-Arts-Akrobatik, sondern wird traditionsreich im Stil von 'French Connection' brutal ans Eingemachte gegangen. Damon glänzt in der Rolle des gehetzten Geheimagenten und kann versiert dessen Wut, Rachemotivation, Paranoia und Reue vermitteln. Mehrere Flashback-Fragmente geben allmählich Aufschluss über Bournes verstörende erste Mission und verleihen zusätzlichen Suspense. Dagegen vermisst man den charmanten Rapport mit Franka Potente, da sie innerhalb der ersten Minuten von der Bildfläche verschwindet und auch kein Ersatz-Love-Interest geboten wird. So konzentriert man sich ganz auf die Action und vertrackte Intrigen. Mit Spannung darf auf das 'Bourne Ultimatum' gewartet werden. ara.