Ein Mann wird angeschossen und von Fischern mehr tot als lebendig aus den Fluten gezogen. Seine Wunden sind tief und eine lebensbedrohende Kopfwunde scheint ihm alle Chancen auf Genesung genommen zu haben, doch der Mann erholt sich und unter den Fittichen eines alkoholkranken Arztes gelangt er schließlich wieder zu Bewusstsein. Aber wer ist oder war dieser Mann? Von wo kommt er? Warum wurde er fast ermordet?
All diese Fragen gilt es für den namenlosen Mann zu lösen, denn er leidet als Folge seiner Kopfverletzung unter Amnesie und hat schlicht und einfach vergessen wer er war und was er ist. Einziger Hinweis auf seine Identität ist ein Mikrofilm, der ihm in die Hüfte implantiert wurde. Von seinem instinktiven Bedürfnis getrieben die Schleier seiner Vergangenheit zu lüften macht er sich mit einigen gut gemeinten Ratschlägen des Arztes, einem gefälschten Pass und einer handvoll fragwürdiger Talente auf nach Zürich, wo er in Verbindung mit dem auf dem Mirkofilm verzeichneten Nummernkonto einen Bezug zu sich selbst herzustellen versucht. In Zürich stellt sich jedoch schnell heraus, dass dieser Mann ohne Identität, Jason Bourne, kein ganz ungefährliches Leben führt und ehe er sich versieht muss er einem Anschlag auf sein Leben entkommen und tritt mit einer anfangs widerwilligen Geisel, die Reise nach Paris an, wo er die Antwort auf all seine Fragen vermutet. Als er seine Geisel, die Volkswirtin Dr. Marie St. Jacques, jedoch selbstlos aus den Klauen eines Mörders rettet, beschließt diese ihm zu helfen und zu folgen, anstatt zu fliehen. Die beiden kommen sich näher und obzwar Jason befürchtet Marie damit auch zur Zielscheibe gemacht zu haben, so braucht er sie doch um weiterzukommen. Anderenorts erkennt der international gesuchte Top-Terrorist Iljitsch Ramirez Sanchez, alias Carlos, dass ein gewisser Konkurrent namens Cain von den Toten wiederauferstanden ist. Carlos will Rache und den Tod von Jason Bourne/Cain. Dazu sind ihm alle Mittel recht, denn Cains einstige Auftraggeber halten diesen zunächst selbst für tot und später für einen Überläufer. Damit ist die Jagd auf den Mann namens Jason Bourne eröffnet...
Abgesehen von einigen Namen und Orten hat Robert Ludlums Die Bourne Identität wenig mit dem Film von Doug Liman mit Matt Damon und Franka Potente in den Hauptrollen zu tun. Erwähnenswert ist auch, dass das Buch ungefähr Mitte der 80iger oder 70iger Jahre spielen dürfte, da die Handlung sich direkt an Ereignissen aus der Zeit des kalten Krieges orientiert, vor allem dem Vietnamkrieg. Aber ebenso wie der Film versprüht das Buch Spannung und verrät nicht zu viel, um diese zu verderben.
Erst ab der Mitte des Buches werden überhaupt erste Hinweise auf die wahre Identität Jason Bournes gelüftet und erst am Ende erinnert sich der Mann ohne Gedächtnis wieder an diese. Ludlum verstand es der gesamten Handlung innerhalb von 2 Kapiteln eine ganze neue Wendung zu geben und seinen widerwilligen Helden in einer vollkommen aussichtslosen Situation doch am Leben bleiben zu lassen, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Bis auf ein paar stilistische Probleme ein faszinierendes Buch und ein Agententhriller durch und durch.