Mit "Die Herrin der Kelten" hatte ich gehofft, auf unterhaltsame Weise einiges über die damalige Zeit und die Menschen zu erfahren, doch leider gelang das dem Roman nicht immer so ganz.
Es ist nicht so, dass man nichts über die Kelten erfährt allein die ersten 200 Seiten stellen ausführlichst die Träumer und alles was mit ihnen zu tun hat dar (auch wenn mir noch immer nicht 100 %-ig klar ist, ob diese Träumer = Druiden sein sollten und wenn nicht wo diese geblieben sind), doch mit Unterhaltung hatte das leider nicht viel gemein. Scott verlor sich teilweise in so langwierigen und uninteressanten Beschreibungen, dass es wirklich äußerst mühsam war, sich da durchzukämpfen.
Erst mit Caradoc kommt endlich Leben in das Buch und er hat schon sehr interessante Ansätze, doch leider wird er entgegen meinen Erwartungen nicht zur Hauptperson und die Autorin hält ihn zu sehr bedeckt, als dass er einem wirklich zugängig wird.
Letzteres ist leider auch bei Breaca der Fall. Sie ist die Heldin dieses Buches und man sollte meinen, dass man mit ihr am meisten sympathisiert, doch mir war sie irgendwie recht gleich. Ihre Empfindungen wurden ganz schlecht rübergebracht, ihre Bindung zu dieser eigenartigen Airmid, die ich eh überhaupt nicht leiden konnte, war für mich nicht nachvollziehbar und obwohl immer die Rede von ihr war, blieb sie blass und wurde viel zu oberflächlich behandelt (erst am Ende des Buches wurde ich ein bisschen warm mit ihr, doch bei weitem nicht so wie es sein sollte).
Auch ihre angeblich so mächtige Position wurde so gar nicht deutlich (bis auf den Schluss), sie wirkte vielmehr wie eine von vielen.
Was ich auch nicht gerade gut fand, war dass die Autorin oft in Rätseln gesprochen hat oder viel mehr sprechen ließ und sich in Andeutungen und Unterschwelligkeiten verlor, sodass man häufig nicht wirklich sicher war woran man war. Was Caradoc und Breaca anging tappte ich zum Beispiel ständig bis zum Schluss im Dunkeln, ohne zu wissen, ob zwischen ihnen nun etwas läuft oder nicht und ob sie es überhaupt wollen oder nicht. Das war schon nervig, wäre das offener für den Leser gelaufen, hätte es die beiden einem sicher doch näher gebracht.
All das war also leider eher schlechter Durchschnitt und nicht gerade gelungen, doch es gab hier durchaus auch etwas sehr lesenswertes!
Zum einen war es der einfach hervorragende Schreibstil der Autorin und zum anderen Bàns und Iccius' Geschichte. Sie war tragisch und sehr rührend und schaffte es das Buch zusammen mit so sympathischen Charakteren wie Corvus und Theophilus doch sehr lesenswert zu machen.
Hätte die Autorin sich auch den anderen Personen in ihrem Roman mit der gleichen Sorgfalt gewidmet, statt sich so langwierig mit der Kultur zu beschäftigen, wäre "Die Herrin der Kelten" sicher sehr viel besser geworden. So vergebe ich, für das trotzdem auf keinen Fall als schlecht zu bezeichnende Buch, von dem ich nicht abraten würde und wohl auch die Fortsetzungen lesen werde, leider nur 3,5 Sterne (hier leider nur 3 möglich).
Noch eine Anmerkung zu dem Klappentext: Ich habe noch nie etwas so irreführendes und einfach auch schlichtweg falsches gelesen wie das und rate eher dazu, es ganz schnell zu ignorieren!!