Wie eigentlich immer bei Hamilton gilt auch für diesen Band folgendes:
Man muss wissen worauf man sich einlässt!!! Wer mal eben schnell einen netten Science Fiction lesen will, der nimmt besser nicht dieses Buch! "Die Boten des Unheils" ist der zweite Teil der insgesamt 4 Bände umfassenden "Commonwealth-Saga" und die einzelnen Bände sind nicht im Geringsten in sich geschlossen. Im englischen Original (s.
Pandora's Star) sind Band 1 und 2 als ein Buch erschienen. Es macht aus meiner Sicht auch überhaupt keinen Sinn, dieses Buch zu lesen, wenn man nicht vorher Band 1 (
Der Stern der Pandora. Die Commonwealth-Saga 01.) gelesen hat.
In Band 1 sind die Menschen in einem weit entfernten System, hinter einer künstlichen Barriere, auf feindliche Aliens gestoßen. Die so genannten Primes - zentral denkende und gesteuerte Wesen, denen Individualität und Emotionen völlig fremd sind - haben nur ein Ziel: Expansion. Und alles, was ihnen im Weg steht, muss vernichtet werden.
Mit brachialer Gewalt dringen die Primes schließlich in das Gebiet der Menschen vor und erobern zahlreiche Planeten.
Während die Regierung über militärische Optionen diskutiert, sucht Ozzy Isaacs auf den Pfaden der geheimnisvollen Silfen nach einer Antwort der anderen Art und begibt sich damit auf eine Odyssee durch eine Reihe exotischer Welten, von der es scheinbar keine Wiederkehr gibt...
Im Commonwealth jagt Chief-Investigator Paula Myo einer terroristischen Untergrund-Organisation hinterher. Die Guardians behaupten, dass ein anderes böses Alien - der Starflyer - schon seit Jahrzehnten die Menschheit unbemerkt manipuliert hat und schließlich vernichten will. Dabei schrecken die Untergrundkämpfer nicht vor Gewalttaten zurück.
Ja, es stimmt - Hamiltons langatmigen Erzählstil und seine vielen Handlungsstränge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, muss man mögen - sonst wird man an diesem Buch nur wenig Freude haben. Auch krankt dieser Band ein wenig an den Symptomen eines "Mittelteils": kein Anfang, kein Ende und nur eine leichte Ahnung, wohin das ganze führen kann.
Aber für mich hat Hamiltons detailverliebter Stil nichts Langweiliges oder Langatmiges. Mit der Invasion der Primes bringt er einiges an Action, Spannung und Tempo in die Saga und im Vergleich zum Armageddon-Zyklus fällt die Commonwealth-Saga geradezu kurzweilig aus und auch der gesamte Plot ist nicht ganz so schwere Kost.
Darum - eine ganz klare Leseempfehlung (aber erst Teil 1 lesen!) und - so viel sei schon verraten - Teil 3 und 4 werden noch spannender und besser!
(Fortsetzung folgt - s. Band 3 -
Der entfesselte Judas . Die Commonwealth-Saga 03.)