Rohde, zunehmend durchknallender Brautvater, und Ochsenknecht, gescheiterter Edelrestaurantchef, eskalieren nach Kräften eine Hochzeitsgesellschaft in Richtung dritter Weltkrieg.
Vieles wird in einen Topf geworfen - Familientyrannei, Ego-Rivalität, Vater-Sohn-Konflikt und Vererbung von Gewaltverherrlichung. Stilistisch wird man von den Carmina Burana über Hippolytes Fest bis zum Spukschloss im Spessart geschleudert, auch gewisse kommunistische Brüder lassen grüßen. Manche Figuren werden überzeichnet, andere hat man schon vergessen, bevor der Film abgelaufen ist.
Dennoch - wenn man so die Rezensionen liest, verstand das Spektakel doch zu gefallen.
Was mich betrifft: Ich war einfach dankbar, mal was anderes vorgesetzt zu bekommen als das ewig gleiche Gedudel von Tatort bis Fürstenhof.
Erstens ist man - wenn man die Vorlage nicht kennt - doch ziemlich gespannt, wie weit die Säue noch getrieben werden sollen; der Plot ist dermaßen krude, dass man zwischendurch wirklich keine Peilungen anstellen kann.
Zweitens - wie ein Mitkritiker völlig richtig argumentiert - sind inzwischen in der wahren Welt immer mehr Genossen dermaßen am Durchknallen, dass Filme wie dieser vermutlich längst wieder der Wirklichkeit hinterher laufen.
Klare Empfehlung zum einmaligen Anschauen - die Sache ist in weiten Passagen unappetitlich, aber teilweise kurios und immer spannend. Ein zweites Mal würde ich mir das Werk allerdings nicht antun; wenn man weiß, wie zum Ende alles zurecht gekrampft wird, bleibt wenig mehr als Klamauk.
film-jury 3* A0017 24.4.2012eg Genre: Action | Komödie | Drama