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5.0 von 5 Sternen
Schwarze Avantgarde!, 27. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Blutgräfin (Audio CD)
Mit ihrem aktuellen Album haben sich Untoten wieder einmal in neues Terrain vorgewagt. Ihre Hommage an die Blutgräfin Elisabeth Bathory ist eine moderne Oper ein schwarzromantisches Singspiel, wie die beiden es nennen in zwei Akten, sieben Aufzügen, verschiedenen Schauplätzen und Personen, komplett mit Bühnenanweisungen. Sämtliche vorkommenden Personen werden von Greta und David gesungen, was uns erstmals seit langem wieder ein Duett der beiden beschert. Und was für eines! Blutrot, die Liebe ist schaurig-schön und voller Leidenschaft, mit einem gnadenlos eingängigen Refrain. Ein Song, der unter die Haut geht. Ähnlich, nur wilder und heftiger Koste das Blut, das rückblickend von der Hochzeit der 11-jährigen Elisabeth erzählt. Es ist beeindruckend, wie Greta mit ihrer Stimme die verschiedenen Stimmungen der jeweiligen Lieder gekonnt umsetzt und wie sie den verschiedenen Personen auch unterschiedliche Stimmen verleiht. Wir hören und unterscheiden Henriette, die Geistermädchen und natürlich Elisabeth Bathory in den verschiedenen Phasen ihres Lebens (und Untodes), von der kindlich-grausamen in Der Singvogel bis hin zur alten, eingekerkerten in Hure der Finsternis. Der stimmliche Perspektivwechsel von der flehenden, schwachen Frau zum zornigen, verfluchenden Dämonen bei der Einmauerszene ist beachtlich. Hier endet der erste Akt (und die erste CD).
Im zweiten Akt dann wieder einige Lieder, die sehr eingängig sind: Ficzko, das grausam-schöne Die Grube und das Pendel oder die emotionale Ballade Die Zeit steht still, die gleichzeitig sanft und böse ist. Greta lotet die psychologische Tiefe der Figur aus und setzt die Krankheit, den Irrsinn, die Dämonie und die Verletztlichkeit der Bathory mit den Mitteln des Gesangs vollendet um und ertränkt in den besten Passagen die wunderschönen Melodien in Blut. Das Album endet mit einem Donnerschlag: Saat des Bösen rockt! Vorhang zu! Zugabe! Untoten sind die Avantgarde einer neuen, schwarzen Romantik, eine der wenigen Bands der Szene mit einer innovativen, künstlerischen Vision.
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5.0 von 5 Sternen
Ein schwarzromantisches Singspiel, 29. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Blutgräfin (Audio CD)
Ab 1600 soll die Gräfin Elisabeth Bathory etwa 600 Mädchen getötet und in ihrem Blut gebadet haben, um dadurch wieder Schönheit und Jugend zu erlangen. Um das Jahr 1604 starb ihr Ehemann Ferencz Nadasdy, den sie im Alter von 11 Jahren ehelichen hatte müssen. Im Jahre 1610 wurde sie gefangen genommen, verhört, verurteilt und eingekerkert, ausgerechnet von ihrem Neffen Grigory Thurzo.
1614 verliess sie ihr Gefängnis, für immer!?
So beginnt die Einleitung des wohl herausragendsten und kreativste Doppelalbum des Jahres 2006.
Das Album ist als eine komplette Bühnenpräsentation zu verstehen und ist nicht vergleichbar mit den vorherigen Alben, es gibt verschiedene Bühnenaufbauten, Personen und Handlungsstränge die das Leben der Elisabeth Bathory interpretieren.
Das auf einer Weise das sich auch Personen anhören können die nichts mit der "Gothic" Szene zu tun haben, da durchweg eine angenehme Klangatmosphäre gegeben ist und die mit Geigen, Gitarren, Klavieren usw. untermalt wird.
Dabei wird die Hauptakteurin Elisabeth Bathory in verschiedenen Alterstuffen begleitet, von dem Missbrauchten Kind, über die emanzipierte Frau die gefallen an quälen und Töten von Mädchen findet, dabei sich in ihrem Blute lagt. Dabei in ihrem rotem Kleid oder Nackt "Im Garten des Todes" verlebt (Anspielung auf das Cover der CD, dass in keinster Weise einfach nur so gewählt worden ist und sicher nicht als Kaufgrund erachtet werden sollte, wie es hier in einer anderen Rezension erwähnt worden ist).
Bis zur gebrochenen Alten Frau die ihre letzten Lebensjahre eingesperrt ohne Licht in einer Kammer verbringen muss.
Dazu beschränkt sich es sich nicht nur auf diesen Handlungsstrang, sondern erzählt auch eine anderen parallel laufende Bühnengeschichte. Dieses sollte man aber selber herausfinden, da sonst viel von der Magie verloren geht die dieses Album ausstrahlt.
Wieder einmal beweist Greta das sie mit Ihrer Stimme jedes Lied zu einem Erlebnis macht das von Überheblich über Arrogant, Verängstigt bis Tieftraurig die Stimmung der Elisabeth Bathory wieder gibt, David hat zudem in diesem Album seine Gesangstimme mehr als unter Beweis gestellt.
Gerade bei den Duett Liedern der beiden kann man sich die Bilderbauten mehr als gut vorstellen und darin eintauchen.
Begleitet wird das ganze Visuell mit einem sehr hochwertig Aufgemachten Booklet das eigens von Greta entworfen worden ist.
Auch wenn es ein Gesamtkunstwerk ist sollte man sich die Anspieltips: "Die Jagd" (Einfach Erhaben dieses Lied voller Schmerz in einem Traumähnlichem zustand), "Blutrot, die Liebe" (Einer der besten Duette die je gemacht worden sind), "Die Gräfin des Blutes", "Unheimlich", "Hure der Finsternis" (Hat was von Kabarettartigem Antlitz), "Koste das Blut!" (Einer eingehendsten Lieder des Albums), "Bluthochzeit" (Tranceähnlicher Zustand beschleicht einen beim Hören), "Ficzko" (Wundervolles Lied mit Geigenuntermalung), "Die Grube und das Pendel", "Blitz und Donner", "Die Saat des Bösen" (Erhabener Abschluss des Albums) anhören.
Nach dem hören des Albums hat man den bitteren Beigeschmack, sofort eine Theateraufführung auf die Beine zu stellen damit mehrer Schichten von Leuten dieses Gesamtkunstwerk zu genießen und schätzen wissen...
Da man schon ein paar Lieder Live hören durfte, ist man gespannt auf die kommende Tour, so das ein kleiner Wehrmutstropfen auf die Visuelle Umsetzung genommen wird.
Ein wunderbares Singspiel das noch nach Jahren bestimmte Musikrichtungen prägen wird und einmalig in diesen Zeiten ist, dass sich jeder der etwas mehr von einem Album möchte, als es nur hören, zu gemühte führen sollte.
Prädikat besonders Wertvoll! Kaufen, Hören, Sehen, Mitfühlen....
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
DIE Blutgräfin, 15. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Blutgräfin (Audio CD)
Also ich weiss nicht was ich zu diesem Album sagen soll ausser "Es hat meine hohen Erwartungen in jeder Hinsicht um Welten übertroffen". Dieses Werk ist so wunderschön, traurig, dramatisch, spannend, schockierend und einzigartig, dass ich es mir nun schon zum 3ten Mal angehört habe. Nicht nur für Untoten Fans ist die Blutgräfin bezaubernd, sondern für jeden der für ein paar Stunden mal vollkommen aus dieser Welt verschwinden will um sich der Musik und der Geschichte um die Blutgräfin hinzugeben. Einfach fantastisch. Wirklich!
Viel Spass damit und viele Grüsse aus London
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