Um den aktuellen Vampir Hype habe ich einen Bogen gemacht, wie der Teufel ums Weihwasser. Was auch daran liegen kann, dass ich Liebesgeschichten nicht unbedingt brauche.
Von diesem Buch hatte ich wiederrum schon viel Gutes gehört und beim Anlesen hat es mich dann gefressen.
Ich hatte es in nichtmal 24 Stunden durch.
Handlung:
Reds Freundin ist von der Farm geflohen, in denen Menschen von den Vampire zu Blutspendezwecken gehalten werden. Red hat versprochen, ihr zu folgen und löst sein Versprechen nun ein. Er trifft auch tatsächlich die Gruppe von Extremisten, denen Blue sich anschließen wollte, aber von Blue gibt es keine Spur. Ohne eine Alternative bleibt Red bei der Gruppe aus Menschen und Vampiren und wird zum Vampirjäger ausgebildet. Denn es gibt zwei Sorten von Vampiren: Konservative, sozusagen die guten alten Vampire, wie wir sie kennen - und Progressive, schwächer und bösartiger als die Konservativen, die nach ihrem Biss eine Pahse des Wahnsinns durchmachen. Menschen gibt es kaum noch, Konservative wie Progressive haben die Gesellschaft übernommen.
Reds Gruppe tötet Progressive Vampire. Warum sie das tun, dafür hat vermutlich jeder so seine Gründe.
Die Vampire der Gruppe ernähren sich von den Menschen. Red wird Kris zugeteilt, dem Vampir, der Blue aus der Farm gelockt hat und vielleicht mehr über ihren Verbleib weiß.
Und so entwickelt sich die Geschichte ...
Was ist toll:
- Die Konstruktion der Handlungsstränge. Erst war ich etwas verwirrt und angegrätzt, als ich zu Teil 2 gelangte und begriff, wie das Buch angelegt war. Aber wenige Seiten später war ich schon restlos begeistert. Plötzlich blättern sich die Hintergründe auf, mit denen man niemals gerechnet hätte. (Mehr will ich nicht erzählen, Spoiler Gefahr)
- Verabschiedet euch von Gut/Böse Schablonen. Um platt anzufangen: Die bösen Vampire trinken Blutkonserven und verbieten Jagd auf Menschen. Die Guten trinken ausschließlich von Menschen.
Aber je weiter man kommt, desto mehr verwischen diese Einteilungen ohnehin. Gut und Böse gibt es nicht, nur Menschen und Vampire mit persönlichen Zielen. Und so sind einem am Ende alle irgendwie sympatisch (okay, nicht alle, aber ich werde nicht verraten, wen ich nicht mag) und vor allen gruselt man sich irgendwie.
- Ich habe keine Ahnung von Bio, und man hätte mir in den wissenschaftlichen Gesprächen auch chinesische Haikus zeigen können, aber was ich von den Krankheitsproblemen 'Konservative' Vampire und 'Progressive'- Vampire verstanden habe, hat mir gut gefallen. Auch Gedanken wie Vampirischen Inzest und dessen Folgen.
Dieser Roman wandelt sehr sicher auf der Grenze zwischen Wissenschaft, Sci-Fi und Fantasy.
- Auf den ersten Blick wirken die Vampire erstaunlich menschlich. Aber dann darf man beobachten, wie sie handeln, was es für Gesetze gibt ... und irgendwann begreift man: Das sind keine Menschen mit spitzen Zähnen, die ticken ein ganz klein wenig anders. *grusel*
Der Showdown wird Recht kurz abgehandelt, da hätte man mit einer Figur wie Sid vermutlich noch mehr unterhaltsame Dinge treiben können, aber das Ende - tja, das Ende macht einfach nur heiß auf den nächsten Teil.
Wie geht's weiter mit Red September, Frei, Chase und den anderen?