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Die Blumen des Bösen [Audiobook] [Audio CD]

Charles Baudelaire , Christian Brückner
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

2. März 2009
Als der Gedichtzyklus "Die Blumen des Bösen" 1857 erschien, löste er einen Skandal aus, dem ein Gerichtsprozess wegen "Verhöhnung der öffentlichen Moral und der guten Sitten" folgte. Auch heute noch fasziniert und provoziert Baudelaire durch die dichterische Entdeckung des Abnormen, Unheimlichen, Verfallenden, durch den Reiz des Bösen und den Abgrund sexueller Besessenheit. Seine "oft tiefe und manchmal grausame Sensibilität geben ihm einen Platz unter den reinsten Dichtern unserer Zeit" (Paul Verlaine)

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Parlando Edition Christian Brückner; Auflage: 1., Aufl. (2. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935125992
  • ISBN-13: 978-3935125994
  • Originaltitel: Les Fleurs du Mal
  • Größe und/oder Gewicht: 14,2 x 12,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 308.348 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Mein lieber Freund, ich habe 'Die Blumen des Bösen' zuerst von Anfang bis Ende verschlungen wie eine Köchin einen Feuilletonroman, und nun lese ich den Band seit acht Tagen Vers für Vers und Wort für Wort noch einmal. Ich liebe ihre Schärfe mit ihren sprachlichen Köstlichkeiten, die Sie zur Geltung bringen wie Damaszierungen auf einer feinen Klinge. Was mir vor allem an Ihrem Buch gefällt, ist, daß darin die Kunst den Vorrang hat. Außerdem besingen Sie das Fleisch, ohne es zu lieben, auf eine traurige, indifferente Weise, die mir sympathisch ist. Sie sind hart wie der Marmor und durchdringend wie der englische Nebel." (Brief an Baudelaire) -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Blumen des Bösen
OT Les Fleurs du mal OA 1857 DE 1901Form Gedichtsammlung Epoche Romantik
Charles Baudelaires epochales Werk bereitete formal und thematisch die moderne europäische Dichtung vor. Von der emotionalen Bekenntnislyrik der Romantik hob er sich klar ab. Dichtung war für ihn ein intellektueller Prozess. Die radikal veränderte Thematik ging einher mit unbedingtem Formwillen, der sich in der genauen Komposition und in strengen Gedichtformen niederschlug. Wesentliche Kennzeichen seines Stils sind suggestive Bilder und Metaphern, rhythmische Sprache und die poetische Kraft der Symbole.
Entstehung: Baudelaire plante zunächst die Veröffentlichung der ab Anfang der 1840er Jahre entstandenen Gedichte unter dem Titel Les Lesbiennes oder Les limbes (Die Vorhölle). Zwei Monate nach Erscheinen musste sich der Verfasser der Gedichte nach einer polemischen Rezension wegen Beleidigung der öffentlichen Moral vor Gericht verantworten. Er wurde verurteilt, in der zweiten Auflage sechs Gedichte zu streichen. Spätere Neuauflagen enthalten zusätzliche Verse und auch die verbotenen Gedichte wurden wieder aufgenommen.
Inhalt: Das einleitende Gedicht An den Leser verweist auf die Eigenart des Zyklus als angebliche Ausgeburt einer höllischen Fantasie. L'ennui bezeichnet jenes Gefühl, zu dem der moderne Mensch verdammt ist, eine Mischung aus Schwermut, Langeweile und Lebensüberdruss. Die Künstlichkeit der Großstadt, der Rausch und die Blasphemie bieten nur scheinbar Fluchtpunkte. Die Gedichte der ersten, umfangreichsten Gruppe Spleen et idéal (von Stefan R George mit Trübsinn und Vergeistigung übersetzt) spiegeln das Ringen des Dichters wider, seine Aufschwünge, Stürze und seine Resignation. Dem ennui bzw. spleen, den Walter R Benjamin als »Katastrophe in Permanenz« definierte, stellt Baudelaire die Sehnsucht nach dem Ideal entgegen. Die unter dem Titel Tableaux parisiens (Pariser Bilder) zusammengefassten Gedichte begründeten Baudelaires Ruhm, als Erster die zivilisatorischen Reize der modernen Großstadt in die Poesie einbezogen zu haben. Die Gedichte enthalten Bilder, Träume und Visionen von Paris, der »schrecklichen Landschaft«, das bevölkert wird von Blinden und Bettlern, Buckligen und Greisen. Selbst das Grauen kann den müßigen »flaneur« faszinieren. In den Gedichten der Gruppe Le vin (Der Wein) geht der Dichter den bewusstseinserweiternden Wirkungen von Rauschgiften nach und singt dem Wein ein Loblied, da er das Elend vergessen ließe und die Liebenden in das Paradies der Träume führe. Doch letztlich bringt auch die Flucht in den Rausch keine Erlösung. Aus den Gedichten der Gruppe Fleurs du mal und den blasphemischen Versen der Révolte (Aufruhr) spricht die Stimme der Verzweiflung, aus der kein Weg mehr hinauszuführen scheint. Die Gedichte La mort (Der Tod) und Le voyage (Die Reise) beschreiben die letzte Reise in den Tod, die Erlösung bringt vom ennui. Der Dichter unternimmt die Reise, gleich, ob sie zum Himmel oder zur Hölle führt, da er auf dem Grund des Unbekannten Neues zu finden hofft.
Wirkung: Der Erfolg des Gedichtbandes war zu Lebzeiten Baudelaires eher gering. Erst spätere Dichtergenerationen wie die Symbolisten und die Surrealisten erkannten die neuartige suggestive Sprachmagie der Lyrik. Baudelaires entscheidender Einfluss ist im Werk nachfolgender Dichter wie Stéphane R Mallarmé, Arthur R Rimbaud, Georg RTrakl oder Paul R Celan erkennbar. Der Gedichtband wurde mehrfach ins Deutsche übertragen, erstmals von George (1901). S. Na. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hinweis 1. Juli 2007
Format:Taschenbuch
Zu den Qualitäten von Baudelaires Werk wurde bereits von meinen Vorgängern und in unzähligen anderen Publikationen ausreichend Stellung genommen. Sie dürften außer Frage stehen. Ich möchte an dieser Stelle nur darauf hinweisen, dass es sich bei der Insel-Taschenbuch-Ausgabe mit der ISBN 3-458-318208, um die Übersetzung von CARLO SCHMID (fertiggestellt 1941) handelt. Die oben angegebene Perlentaucher-Notiz mit der darin enthaltenen Kritik betrifft dagegen die Kalkreuth'sche Übersetzung, also mithin ein anderes Buch. Bislang konnte ich zwar nur bei einer Handvoll der Gedichte eingehend Original und (drei mir vorliegende) Übersetzungen vergleichen. Doch immerhin schnitt dabei - in meinen Augen - diese Übertragung von Herrn Schmid, indem sie sich inhaltlich dicht am Original hält, ohne zu sehr an Fluss und Lesbarkeit einzubüßen, stets am besten ab. Der Wert dieser Ausgabe wäre nur noch durch Beifügung des französischen Originals und ggf. eines fachlichen Kommentars o.ä. zu steigern. Doch auch so verdienen Baudelaire und Schmid an sich schon die volle Anzahl Sterne.

>>Nachtrag: Inzwischen habe ich nochmal nachgeschaut und festgestellt, dass es vom Insel-Verlag noch eine ganze Reihe weiterer Ausgaben der "Blumen des Bösen" gibt: u.a. eine sehr aufwendige, in zwei Bänden inklusive der "Der Spleen von Paris" (ISBN 3-458-161724) mit Übertragungen durch Sigmar Löffler, Fernand Nohr und Dieter Tauchmann, sowie eine Hardcover- (von 1986 ISBN 3-458-145362, ebenfalls Carlo Schmid) und eine Jubiläumsausgabe (ISBN 3-458-342710) - letztere offenbar mit besagter (und kritisierter) Übertragung durch Wolf von Kalckreuth.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen geschändetes meisterwerk 15. Januar 2007
Format:Taschenbuch
ich bin eigentlich froh, die zweisprachige ausgabe gekauft zu haben. ich spreche zwar nicht fliessend französisch, doch es reicht allemal, um mir an der unsäglichen übersetzung von monika fahrenbach-wachendorff die krätze zu ärgern! natürlich gibt es bei jeder übersetzung reibungsverluste, aber die willkürliche, in fast jedem vers vorkommende auslassung von einem oder zwei begriffen, nur um das versmass zu erhalten: das ist schlechter stil! ich schlage nach dem zufallsprinzip auf: "viens, mon beau chat, sur mon coeur amoureux" liest sich auf deutsch: "komm an mein herz, mein schönes katzentier" katzentier!? und was ist mit "amoureux"? macht es mich zum pedanten, dass ich hier ein adjektiv vermisse?

die fulminanten worte des meisters selbst bedürfen nicht meiner empfehlung. wer auch nur mässig französisch versteht und nicht 100% auf die übersetzung angewiesen ist, sollte zugreifen! schade nur, dass ein so entscheidendes werk keinem begabteren deutschen nachdichter anvertraut wurde. es hinterlässt bei mir einen bangen zweifel an den vielen übersetzten büchern, die ich bisher gelesen und genossen habe, speziell den gedichten. und ich frage mich, ob manche klassiker der weltliteratur, die auf mich einen mässigen eindruck gemacht haben, in wirklichkeit schlampigen und bornierten herausgebern zum opfer gefallen sind. reclam, j'accuse!
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ausgaben vergleichen! Ärger sparen! 22. Oktober 2007
Von Till W.
Format:Taschenbuch
Es wurde schon angedeutet, dass je nachdem welche Ausgabe von "Die Blumen des Bösen" man erwischt, die Freude am Lesen des Gedichtbandes sehr differenzieren kann. Die Übersetzung scheinen hier von Ausgabe zu Ausgabe sehr unterschiedlich. Deshalb einen kurzen Abriss:

Vorneweg: Die Übersetzung von CARLO SCHMID (ISBN 3-458-318208) scheint hier noch eine der gelungeren zu sein, zumindest laut einem meiner Vorrezensenten.

Ich habe die Übersetzung von von Monika Fahrenbach-Wachendorff erwischt (reklam, deutsch/französisch, ISBN-10: 3150099730 bzw. ISBN-13: 978-3150099735). Leider! Denn ich muss sagen, dass diese Übersetzung eine echte Zumutung ist. Der Sinn wird durch die teils sehr freien und weit von Baudelaires Ursprungs-Text entfernten Interpretationen Fahrenbach-Wachendorffs sehr entstellt. Zu großen Teilen auch nur um den End-Reim und das Versmaß zu erhalten, die Prägnanz von Baudelaires Sprache geht verloren durch umständliche und ungeschickte Formulierungen im Deutsch von Fahrenbach-Wachendorff. Diese zweisprachige Reklam-Ausgabe ist nicht zu empfehlen, einziger Lichtblick ist der mitabgedruckte Original-Text.
(Bei Reklam ist anscheinend noch eine rein deutsche Überstzung des Bandes erschienen, die hier in den Kritiken anscheinend ganz gut wegkommt. Ob es sich hierbei um den Abdruck desselben Übersetungsdebakels von Fahrenbach-Wachendorff handelt ist mir nicht persönlich bekannt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Faszination der Medusenschönheit 30. August 2005
Format:Taschenbuch
Es ist das Grausige und Nekrotische, also das scheinbare Gegenteil vordergründiger Schönheit, das die seltsam makabre Anmut dieses wundervollen Straußes, den Baudelaire uns hier so kunstvoll gesteckt hat, erst richtig aufblühen läßt. Und es ist der in der Wonne und in der Liebe integrierte Schmerz, der als unverzichtbarer Bestandteil jeder tiefen Empfindung erst die große Synthese hervorzurufen vermag, die menschlichem Fühlen und Denken echte Tiefe verleiht, noch dazu besprenkelt mit den ebenfalls unerläßlichen Essenzen aus dem Flakon der Verderbtheit. Baudelaires teilweise herrlichen Blumen entfalten sich also unter dem Hauch der Verwesung, es entströmt ihnen ein die Sinne erregendes Gift. Des Dichters Schönheitsideal ist das der Medusa, und wie ein gewissermaßen botanisches, floristisch arrangiertes Medusenhaupt erblüht uns dieser Blumenstrauß des Bösen.

Die, die Charles Baudelaire geprägt oder zumindest doch beeinflußt haben, waren E.TH.A. Hoffmann, Maturin, Edgar Allan Poe vor allem, Petrus Borel, der Marquis de Sade; Delacroix, was die Malerei betrifft, oder unter anderen auch Richard Wagner, was die Musik angeht. Durch die intensive Beschäftigung mit diesen Geistesgrößen hat Baudelaire das Gift schon früh in sich hinein gesogen, das später einmal seine Blumen des Bösen düngen sollte. Der Geist des Perversen schwebt über ihm von Jugend an und folgt ihm unerbittlich wie ein Schatten, was seiner Genialität natürlich keinen Abbruch tut. Seine Schwäche besteht vielleicht einzig und allein darin, daß er seiner Begabung kaum anders Ausdruck verliehen hat, als auf eine defätistische Art und Weise....

Ein beeindruckendes Dokument menschlicher Geistesgeschichte und ein Exempel überragender Dichtkunst sind sie schon, die Blumen des Bösen, doch scheint es mir fraglich, ob sie allesamt dem Verwelkungsprozeß in der unerbittlich davon rinnenden Zeit werden trotzen können. Lesen Sie weiter... ›

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