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5.0 von 5 Sternen
Meisterstück surrealer Phantastik, 16. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Bizarre Bibliothek 07. Malpertuis (Taschenbuch)
Es muss Mitte der 80er Jahre gewesen sein, als ich Harry Kümels gleichnamige Verfilmung von 1971 gesehen habe. Durch diesen Film wurde mein Interesse für Surrealismus und Phantastik geweckt. Allerdings war ich damals noch viel zu jung, um Jean Rays Werk (das ich mir kurz danach besorgte) auch nur im Ansatz gewachsen zu sein. So darbte das Buch lange Jahre in einem Karton vor sich hin und fiel irgendwann einem Wasserrohrbruch zum Opfer. Nun bin ich kürzlich auf diese ansprechend gestaltete Ausgabe des Festa-Verlags gestoßen, und habe mich "Malpertuis" zum zweiten Mal gestellt.
Rezensent "s0krates" hat vollkommen Recht, wenn er schreibt, es brauche Zeit, sich mit Sprache und Erzählweise dieses Romans zurechtzufinden - in meinem Fall kann man scherzhaft sagen fast 20 Jahre - , aber gerät man erst einmal in den Sog dieser außergewöhnlichen Geschichte, wird man für seine Ausdauer belohnt. Jean Ray (eigentlich: Raymundus Joannes de Kremer) erzählt auf höchst eigenwillige Art vom jungen Jean Jaques, der das uralte Herrenhaus Malpertuis erbt, unter der Voraussetzung, darin zu wohnen. Bald schon wird Malpertuis für Jean Jaques zu einem Ort der Alpträume, an dem nicht nur er, sondern auch die einst so mächtigen griechischen Götter gefangen sind. Und auch der Leser selbst wird zum Gefangenen von Malpertuis - Gänsehaut und Beklemmungen sind garantiert.
Hervorzuheben ist auch das Nachwort des Übersetzers Rein A. Zondergeld, der darin seiner Liebe zu diesem Meisterwerk und dessen von Legenden umwobenen Autor auf respektvolle Weise Ausdruck verleiht.
Ich bin froh, mich nach all den Jahren auf eine erneute Begegnung mit diesem Werk eingelassen zu haben, und kann das Buch jedem Liebhaber anspruchsvoller Phantastik empfehlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Liest sich nicht leicht. Ist aber gut., 4. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Bizarre Bibliothek 07. Malpertuis (Taschenbuch)
Malpertuis wirkt wie ein Roman aus dem vorletzten Jahrhundert, wurde aber in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts geschrieben und veröffentlicht. Will man das Buch lesen, muß man ihm mindestens 60 Seiten Kredit einräumen. So lange dauert es nämlich etwa, bis sich die ersten Schleier um das Geheimnis des düsteren Hauses Malpertuis lüften. Beim ersten Lesen war ich irgendwo vor Seite 60 stecken geblieben, und das Buch stand erst einmal im Regal. Beim zweiten Anlauf schaffte ich es über den bewußt schleierhaft geschriebenen Anfang hinaus und dann ging's eigentlich recht zügig durch bis zum Schluß, wo sich dann alles aufklärt. Die Idee dahinter ist, dass es einem skrupellosen Schwarzmagier gelungen ist, das, was von den griechischen Göttern übrig geblieben ist zu versklaven und für seine Dienste einzuspannen. Ein bißchen Kenntnis der griechischen Mythologie erhöht den Genuß, ist aber nicht unbedingt notwendig. Es ist ein gutes Buch.
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