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Die Birnen von Ribbeck. Erzählung
 
 
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Die Birnen von Ribbeck. Erzählung [Taschenbuch]

Friedrich Christian Delius
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 80 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 11 (1. März 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499132516
  • ISBN-13: 978-3499132513
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,4 x 0,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 112.971 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Friedrich Christian Delius
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Ein blitzgescheihtes Buch. Diese hintergründigen Betrachtungen in temporeichem Monolog des zwischen Freiheitsahnung und Erafhrungsskepsis die Zukunft suchenden Ribbecker Bauern, Stellvertreter für Millionen in den neuen Bundesländern. (Tagesanzeiger Zürich )

Kurzbeschreibung

Eine Liebeserklärung an ein Dorf und an den Dichter Fontane - und eine literarische Überraschung. Als kurz nach dem Fall der Mauer Wessis in das havelländische Ribbeck einfallen, verschafft sich ein einheimischer Bauer Gehör - und wie! «Ein blitzgescheites Buch, diese hintergründigen Betrachtungen im temporeichen Monolog des zwischen Freiheitsdrang und Erfahrungsskepsis die Zukunft suchenden Ribbecker Bauern, Stellvertreter für Millionen in den neuen Bundesländern.» (Tages-Anzeiger, Zürich)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Birnen von Ribbeck 18. Januar 2002
Format:Taschenbuch
Diese Erzählung, 1991 von dem westlichen Autor, Friedrich Christian Delius geschrieben, zählt zu den ersten Beiträgen zur deutschen Vereinigungsliteratur. Inspiriert durch ein zufälliges Treffen mit einem alten Ribbecker, der dem Autor zufolge „nicht mehr aufgehört hat, zu erzählen“, ist sie eine Adaptation des berühmten Gedichts von Theodor Fontane, „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Das Resultat ist eine aufschlußreiche, einfühlsame Geschichte der kollektiven Repression über drei Zeitalter hinaus. Delius‘ Erzählung findet im März 1990 statt, kurz nach dem Fall der Mauer. Die Westberliner kommen mit Geschenken geladen nach Ribbeck und organisieren eine Feier zur Zelebration Fontanes und der Wiederannäherung von Ost und West. Sie bringen sogar einen Birnbaum, den sie trotz der Existenz des östlichen Birnbaums einpflanzen, ohne die Ribbecker nach der genauen historischen Stelle zu fragen. Diese Mißachtung der dörflichen Vergangenheit entspricht dem kollektiven Gefühl der „Kolonisierung“ des Ostens, das nach dem Mauerfall so deutlich spürbar war – und zwar nicht nur in Berlin, sondern auch in der ostdeutschen Provinz.
Die Erzählform ist möglicherweise das auffallendste am Buch: ein langer Satz der sich ohne Punkt über zweiundsiebzig Seiten streckt; ein endloser Monolog, der einerseits die menschliche Erzählensart, andererseits die Zeit direkt nach dem Mauerfall schildert: eine wandlungsvolle Zeit die keinen Stillstand kannte. Der Protagonist, ein Bauer namens Manfred Klawinter, spricht teils als Individuum und teils als kollektives ‚Ich‘ des Dorfes, was zusätzlich zum chaotischen, anti-chronologischen Charakter seiner Erinnerungen öfters zur Verwirrung führt. Trotzdem hat Delius eine Erzählensart entdeckt und so geschickt benutzt, daß man als Leser ganz natürlich in die Rolle des Zuhörers versetzt und dadurch umso tiefer vom Buch getroffen wird. Man spürt von Anfang bis Ende, daß die Dorfbewohner zwischen Erleichterung und Mißtrauen schwanken: Erleichterung, daß die Repressionen der DDR mitsamt der immer spürbaren Stasi-Bedrohung endlich ein Ende gefunden haben; Mißtrauen den Westlern entgegen, deren Ankunft sich wie eine Invasion anfühlt und Ängste vor einer Verreinnahmung ins Westen, also einer Opfergabe der Heimatkultur und –geschichte, hervorruft. Die ungeschminkte Darstellung dieser Widersprüche und die ironische Schilderung von Ost und West zählen meiner Meinung nach zu den Stärken des Buchs. Delius ist öfters wegen der „Anmaßung“, die er als westlicher Autor beim Schreiben einer östlichen Geschichte benötigt, kritisiert worden. Als englische Leserin empfinde ich aber, daß diese Erzählung so ehrlich und interessant geschrieben ist, sodaß sich diese „Anmaßung“ kaum oder garnicht erkennen läßt und, daß ich „Die Birnen von Ribbeck“ hoch empfehlen kann.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
"Wer ist jetzt das Volk?" Diese aufgeworfene Frage setzt sich kritisch mit dem Identitätsschwund und der dauernden psychischen Barriere zwischen Ost und West nach 1989 auseinander. Theodor Fontane's Erbschaft in Form seiner Ballade und das Dorf Ribbeck selbst ist für Delius der ideale Schauplatz, um die Folgen der Wende und die Frage der nationalen Identität und Gemeinschaft in der ehemaligen DDR zu verarbeiten. Durch Delius' Ich-Erzähler, ein einheimischer, alter Bauer, versucht er diese Fragen zu analysieren. Aus Anlaß einer Feier der "Birnbaum-Legende" und auch des neuesten Wahlergebnisses für die politische Einigung beginnt der weitschweifige Monolog des Bauers. Dieser einzige Satz vermittelt nicht nur die Verwirrung der Zeit und ein Bedürfnis nach den Jahren der "Sprachlosigkeit" eine Lebensgeschichte zu erzählen aber auch eine stilistische Brillianz. Einigung und Gemeinschaft können nur durch die Verständigung zwischen Ost und West existieren und dennoch liefert Delius dem Leser einen Monolog, wodurch ein bestimmter Mangel an Dialog angedeutet wird. Der Monolog wird deshalb eine Kommunikation mit dem Leser und führt zu einem größeren Verständnisgefühl für den Bauern und seine ambivalente Zwangslage. Beim Nacherzählen der Legende von Fontane "Herr von Ribbeck" bringt Delius die Vergangenheit zutage, um die Gegenwart und Zukunft zu erklären und verständlich werden zu lassen. Da Delius ein Westautor ist, könnte man ihm ein mangelnder Verständnis für die Folgen und Erlebnisse der ehemaligen DDR vorwerfen, wodurch seiner Erzählperspektive eine gewisse Echtheit fehlt. Ostautoren- und -innen wie Brigitte Burmeister haben zum Beispiel eine realistischere und lebensnähere Reaktion im Verlauf der Wende dargestellt, weil der Schreibdruck eine Art Selbstfindung durch Schreiben war. Als Folge konnte Delius Vorwürfe gemacht werden, Ost-Meinungen kolonisiert zu haben. Nach meinem Dafürhalten aber scheint Delius trotztdem einen genauen Einblick in die Nachwirkungen der Wende zu schildern, da er ähnliche Themen wie beispielsweise Brigitte Burmeisters Berlin-Roman; Unter dem Namen Norma beschrieb. Die Birnen von Ribbeck ist eine sehr wirkungsvolle Antwort auf den Ruf nach Wende-Romanen, die dringend notwending waren, um einen passenden Kommentar zu den Auswirkungen der Einigung zwischen Ost und West darzustellen. Delius hat eine beachtliche, symbolbeladene und auch witzige Erzählung geschaffen, deren Tempo den Leser regelrecht zwingt, gespannt bis zum Ende zu lesen, um zu sehen ob Delius' Erzähler eine Lösung für seine Suche nach Identität findet.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von unten und oben 10. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein sehr gelungenes Sprachexperiment legt uns Friedrich Christian Delius hier vor, amüsant, nachdenklich, tiefgründig und (sprach-)technisch hervorragend umgesetzt. "Die Birnen von Ribbeck" besteht aus nur einem einzigen Satz, auf dessen Ende der Leser beständig wartet. Ich gehöre zu denen, die nach dem alten Motto lesen: "Diesen einen Abschnitt lese ich noch, und dann geh ich aber wirklich schlafen...". Nun, bei diesem Buch blieb mir nichts übrig, als es vor dem Schlafengehen zu Ende zu lesen, und es hat sich gelohnt. "Die Birnen von Ribbeck" spielt auf verschiedenen (Zeit-) Ebenen, in verschiedenen politischen Systemen auch, und verweist auf die mitunter recht offenkundigen Parallelen, die so mancher doch nicht sehen will: Dass es immer solche gibt, die oben, und solche, die unten sind. Dass eben nicht alles so ist, wie es aussieht, und dass es im Nachhinein noch einmal anders aussehen wird. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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