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Die Biologie der Tugend
 
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Die Biologie der Tugend [Taschenbuch]

Matt Ridley
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Ullstein Tb (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548358322
  • ISBN-13: 978-3548358321
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 443.691 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Titel des Buches zeigt schon, daß der Autor bei seinen Ausführungen über das Gute und Schlechte ein biologisches Grundprinzip sieht. In einem weiten Bogen reichen seine Überlegungen zu Egoismus und Altruismus von intrazellulären Konkurrenzen über die Organisation von Korallenriffen und Ameisenstaaten bis hin zu den Strukturen menschlicher Gesellschaften. Die komplexen Zusammenhänge zu schildern und mit unzähligen interessanten und treffenden Beispielen anzureichern, das ist die große Kunst Matt Ridleys und sicherlich ein Grund dafür, daß dieses Werk 1998 zum Wissenschaftsbuch des Jahres gekürt wurde.

In zahlreichen Geschichten illustriert Ridley menschliches Verhalten mit Analogien aus dem Tierreich, wobei er in einigen Fällen recht mutig vorzugehen scheint; am Ende aber steht die Erkenntnis, daß der Nutzen von eigennützigem und auf die Gemeinschaft gerichtetem Verhalten in völlig unterschiedlichen Maßstäben gemessen wird. So verbraucht jeder von uns natürliche Ressourcen, von deren Beschränktheit oder Schädlichkeit für die Umwelt wir alle wissen. Ein egoistisches Verhalten, das uns individuellen Wohlstand sichert, langfristig aber auf Kosten der ganzen Menschheit geht. Dieses eindrucksvolle Beispiel mit seiner globalen Bedeutung ließe sich wie eine russische Puppe bis zum Zusammenleben in der Familie zerlegen und definiert eine Gesellschaft damit gleichsam als Kompromiß zwischen kollidierenden Einzelinteressen.

Gesellschaftliche Strukturen unterlagen in der Vergangenheit immer wieder größten Änderungen. Die Tendenz hin zu einer wachsenden Individualisierung läßt sich in veränderten Familienstrukturen genauso erkennen wie in der Verwahrlosung und Anonymisierung moderner Großstädte. Für Ridley könnte dies ein Ansatzpunkt für eine Veränderung der Gesellschaft sein. Der Rückbau staatlicher Strukturen ginge einher mit einem stärkeren Bewußtsein des Einzelnen ob seiner Verantwortung für die Gesellschaft -- und wäre damit auch ein Schritt zu mehr Individualismus, jedoch ohne Hobbes' Kampf aller gegen alle. Auf den Titel des Buches bezogen wäre dann als bittere Erkenntnis anzumerken, daß es richtiger hieße: Warum es sich lohnen würde, gut zu sein. --J. Schüring

Kurzbeschreibung

Siegt wirklich immer nur das Böse? Hat der Egoist einen festen Platz auf der Sonnenseite des Lebens? Unterdrückt die Evolution das Gute und stempelt den Guten zum Verlierer? Matt Ridley, britischer Zoologe und Soziobiologe, überrascht in diesem Buch mit neuesten Erkenntnissen der Genforschung und der Verhaltensforschung, die beweisen, daß die Tugend in der Evolution eine wichtige Rolle spielt. "Das Prinzip des Guten zieht sich durch die gesamte Evolutionsgeschichte. Wir finden es bei Einzellern, Ameisen und Fledermäusen genauso wie bei Affen oder Delphinen, die alle ein spezifisches Gruppenverhalten etabliert haben, ohne das das Überleben ihrer Art nicht gewährleistet sein könnte."

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Was für ein tolles Buch ! 18. August 2003
Von isy3 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Zunächst einmal handelt es sich hier um ein ausgezeichnetes allgemeinverständlich geschriebenes Wissenschaftsbuch zu einem Thema, daß sich schwer einordnen läßt. Es ist ein echtes Querdenkerbuch, das Evolutionsbiologie, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie, Ökologie und Psychologie verbindet. Es geht um das Wesen, die Entstehung und den Nutzen des Guten, und die schönsten menschlichen Tugenden (aber auch die schlimmsten Eigenschaften) aus wissenschaftlicher Sicht.

Ridley schreibt ausgesprochen unterhaltsam - das Buch fängt wie ein Krimi an - und schafft es auch, als trocken verschrieene Sachverhalte leicht lesbar darzulegen wie z. B. die Mathematik von Spieltheorien und die klassischen Grundstäze der Ökonomie. Es werden die verschiedenen, teils sehr gegensätzlichen historischen Theorien zum Thema vorgestellt und Ridley gelingt es, einige davon zu vereinen. Er tut dies auf ungewöhnliche Weise doch stets wissenschaftlich belegt, und es gibt am Ende des Buches einen umfangreichen Quellen- und Anmerkungsteil nach Kapiteln geordnet, also alles, was ein ordentliches Sachbuch ausmacht. Deshalb wurde es zum Wissenschaftsbuch des Jahres 1998 gekürt, und es ist auch immer noch aktuell.

Aber das ist noch nicht das Beste an dem Ganzen. Mir gefiel vor allem der Inhalt. Diese Aussagen! Ich kann an dieser Stelle nicht alles aufführen, man muß schon das ganze Buch lesen, aber je Kapitel hab ich mindestens einmal innerlich Hurrah geschrien. Hier nur die schönste Aussage: Es lohnt sich eben doch, hilfsbereit und vertrauensvoll zu sein, sich für eine Gruppe einzusetzen, und das läßt sich sogar mathematisch belegen.

Hat es Sie auch schon gewurmt, wenn manche Leute behaupten, es sei erwiesen, daß das Leben ein einziger Kampf ist, in dem nur der gewalttätigste Starke, der eigensüchtigste Raffke und der unfairste Betrüger gewinnt? Daß der Hilfsbereite bestenfalls ein schlichter Trottel ist, eher aber noch ein besonders tückischer verkappter Egoist? Daß man den von Natur aus bösen Menschen zentral reglementieren und durch den Staat zum Guten zwingen muß, daß man ihn moralisch umerziehen kann? Hat es sie gestört, daß edle Wilde im Urwald und Indianerstämme uns westlich Zivilisierten stets moralisch und ökologisch überlegen sein sollen?
Fehlten Ihnen die wissenschaftlichen Argumente, gegen solche Auffassungen? Dieses Buch liefert sie Ihnen.

In dem Buch wird die Ursachen für ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Fehlentwicklungen auf wissenschaftlicher Basis erklärt und echte Lösungsansätze für einige unserer heutigen Probleme angeboten. Es wird erklärt, weshalb Politiker oder ein verwaltender Staat z. B. diese Probleme oft nicht lösen können, sie sogar oft verursachen. Es gibt im Buch auch eine (evolutionsbiologische!) Erklärung für den Charme des Sozialismus und eine weitere für sein Scheitern.

Das Buch ist auch ein schönes Geschenk für Manager, Umweltschützer und ein Gewinn für die Hausbibliothek.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die Bedeutung dieses Buches ist weitreichender, als es zunächst den Anschein haben mag. Ich muss meinem Vorredner in allen Punkt Recht geben, füge aber noch einige kleine Zeilen hinzu: Die Beweisführung dieses hochintelligenten Werks, nämlich, dass es sich als wahr herausstellt, dass am Ende doch "das Gute" siegt, wird häufig als Aufforderung zu Tugend missverstanden. Wenn man genau zwischen den Zeilen liest, handelt es sich auch um ein nihilistisch resignatives Buch, in welchem der Autor eine traurige Quintessenz präsentiert: Es wird letztlich alles durch die Logik der Gene gesteuert. Rauschhafte Vorstellungen von "lichtem Bewusstsein" und "göttlicher Güte" haben hier keinen Platz mehr. Die Welt dieses Buches kommt gänzlich ohne theologisch verbrämte Vorsehung aus - und das ist gut so. Denn nur, wer sich das Wunderbare Prinzip der Emergenz als den wahren Ursprung von all dem märchenhaften unserer Existenz vor Augen führt, findet vielleicht einen neuen Weg zu sich selbst. Fern aller restriktiver Glaubenssätze.
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