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Die Bilanztrickser - wie Unternehmen ihre Zahlen frisieren und den Anleger täuschen.
 
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Die Bilanztrickser - wie Unternehmen ihre Zahlen frisieren und den Anleger täuschen. [Gebundene Ausgabe]

Christof Schürmann
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
  • Verlag: Eichborn (April 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821839953
  • ISBN-13: 978-3821839950
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 15,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 630.968 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nicht nur Deutschlands Kleinaktionäre erleben angesichts der Bilanzskandale und Unternehmenspleiten den Schrecken ohne Ende. Auch Betriebsräte und Mitarbeiter sind mißtrauisch geworden, ob die wirtschaftliche Lage ihrer Firma wirklich so rosig aussieht, wie es die Bilanz glauben machen will: Vorstände verschleiern den wahren Unternehmenswert und neue Bilanzierungsregeln vergrößern das Chaos.Anschaulich erklärt Christof Schürmann, was man wissen muß, um eine Bilanz lesen und durchschauen zu können: Er führt ein in die Grundregeln der Bilanzierung und beleuchtet die verschiedenen Bilanzregelwerke. Anhand der Geschäftsberichte vieler großer Unternehmen entschlüsselt er schließlich, wie und warum getrickst und frisiert wird und wie der kritische Bilanzleser dies in Zukunft frühzeitig erkennen kann.

Auszug aus Die Bilanztrickser. von Christof Schürmann. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wer sich heutzutage die Jahresabschlüsse der Unternehmen anschaut, stellt neben ungeklärten oder zweifelhaften Bewertungsfragen fest, dass von einem einheitlichen Schema überhaupt nicht mehr die Rede sein kann. So fallen bei Unternehmen, die nach dem Gesamtkostenverfahren bilanzieren, sonstige betriebliche Erträge oft in das Betriebsergebnis, wohin sie nicht gehören.
Zudem ist die Regel, ein so genanntes Ergebnis vor Zinsen und Steuern anzugeben (Ebit, Earnings before Interest Expense and Taxes). Das Ebit sollte qua Definition alle Posten außer den Steuern und den Zinsen (Finanzergebnis) enthalten. Es ist also das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, ohne die darin enthaltenen Zinsen. Ob nun allerdings das außerordentliche Ergebnis im Ebit integriert ist oder nicht, hängt wiederum vom Unternehmen (und möglicherweise dem Vorzeichen der außerordentliche Erträge, plus oder minus) ab.
Bei der beliebtesten Erfindung der Neuzeit präsentieren die Unternehmen der Öffentlichkeit regelmäßig ein so genanntes Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (Ebitda oder Ebita, Earnings before Interest Expense, Taxes, Depreciation and Amortisation). Hiermit soll dem geneigten Investor eine Art Betriebsergebnis gezeigt werden, das alle Sonderfaktoren außen vor lässt. Nun, allein schon die Tatsache, dass dabei suggeriert wird, Zinszahlungen gehörten nicht zur unternehmerischen Tätigkeit, ist selbstverständlich absurd. Schließlich ist es ja nicht gerade so, dass die Passivseite der Bilanz regelmäßig zu 100 Prozent aus Eigenkapital und Rückstellungen besteht. Im Gegenteil besteht sie bei gewachsenen Unternehmen zu einem erheblichen Teil aus Krediten. Als Kenngröße ist am Ebitda im Vergleich zu der Zinslast zu erkennen, ob - vor etlichen Sonderfaktoren - das Unternehmen genug "verdient", um wenigstens die Zinsverpflichtungen bedienen zu können. Viel mehr eigentlich nicht.
Das Ebitda ist die vielleicht am besten geeignete Kennzahl, um sich schön zu rechnen und den Aktionär zu täuschen. Sie ist in Mode gekommen, als die Unternehmen sich aufgrund der Mega-Übernahmen finanziell verhoben (daher beim Ebitda die herausgerechnete Zinslast) und einen erheblichen, latent das Eigenkapital belastenden Goodwill aufgebaut hatten (folglich beim Ebitda die herausgerechneten Abschreibungen).
Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass selbst ausgewiesene Bilanzfachleute bei allen großen deutschen börsennotierten Unternehmen und den jungen High-Tech-Firmen nicht in der Lage waren, die Ebitda-Angaben anhand der Bilanz nachzuvollziehen. Der Grund liegt höchstwahrscheinlich eben daran, dass das Ebitda eine Täuschgröße ist, ein Scheingewinn par ex-cellence, wie später an den Beispielen noch gezeigt werden wird.
Noch doller treiben es Unternehmen, die nach amerikanischer Art dazu übergegangen sind, zusätzlich zu sonst schon fragwürdigen Ergebnis-Kennzahlen so genannte Pro-forma-Ergebnisse zu präsentieren. Auch diese Ergebnisse rechnen vermeintliche Einmalaufwendungen (und -erträge) heraus, um der Öffentlichkeit einen "wahren", von angeblich einmaligen Einflüssen unbeeinflussten Gewinn zu zeigen. Ein einheitliches Schema für Pro-forma-Ergebnisse gibt es nicht. Zwei unterschiedliche Untersuchungen zu den Gewinnen der 100 wichtigsten US-Technologieunternehmen in 2001 förderten einmal einen Pro-forma-Gewinn von 32 Milliarden Dollar zutage. Nach allgemeinen Bilanzregeln berechnet, kam aber ein Verlust von 68 Milliarden Dollar zustande. Die zweite Studie ermittelte einen letztendlich publizierten Gewinn der 100 US-High-Techs von insgesamt 19,1 Milliarden Dollar. An die US-Börsenaufsicht meldeten die Unternehmen laut Studie letztendlich netto einen Verlust von 82,3 Milliarden Dollar.
Die Gewinnpräsentation vieler Unternehmen ist heutzutage also eine Märchenstunde, die einem die Haare zu Berge stehen lässt. Dennoch ist es nicht unmöglich, die Zahlen zu filtern, um auf einen greifbaren Gewinn zu kommen, der ein operatives Ergebnis oder Betriebsergebnis widerspiegelt. Um sich dem zu nähern, kann sich der Bilanzleser auf die Bilanzierungsvorschriften und -grundsätze, die vorgestellt wurden, stützen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Die Zeiten, in denen man den Zahlenwerken der Unternehmen blind vertraute, dürften jedoch spätestens seit den Skandalen um Enron, Tyco, WorldCom etc. vorbei sein. Viele Manager, Mitarbeiter und Anleger mussten schmerzhaft erfahren, dass die Jahresabschlüsse einiger Unternehmen wesentlich mehr versprachen, als die Realität halten konnte. Will man die Vergangenheit in Bilanz und GuV verklären, sind hierzu allerdings nicht unbedingt kriminelle Energie oder illegale Manipulationen erforderlich. Vielmehr eröffnen schon die geltenden Bilanzvorschriften vielfältige Spielräume, die einige Unternehmen dann auch weidlich nutzen, um ihre Mitarbeiter, Aktionäre und Gläubiger zu täuschen - wohlgemerkt, ohne jemals den sicheren Boden des Gesetzes zu verlassen.

In dem vorliegenden Werk beschreibt Christof Schürmann die wesentlichen Grauzonen des Bilanzrechts, die es einem Unternehmen erlauben, seine Gewinne (bzw. das, was der Öffentlichkeit als „Gewinn" verkauft wird) quasi nach eigenem Gutdünken auf ein angemessen erscheinendes Niveau zu hieven.

Um dem Leser die beliebtesten Tricks und Kniffe näher zu bringen, vermittelt der Autor im ersten Teil grundlegende Kenntnisse der Bilanzierung und des Bilanzrechts, wobei auch die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Regelwerken (HGB, US-GAAP, IAS) herausgearbeitet werden. Darüber hinaus erfolgt eine detaillierte Darstellung derjenigen Bilanzpositionen (z. B. Pensionsverpflichtungen, Aktienoptionen oder diverse als „einmalig" definierte Aufwandspositionen), die sich besonders gut als „Stellschrauben" eignen, um die ausgewiesenen Gewinne rosiger erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich sind.

Insgesamt hinterlässt dieser Einführungsteil einen etwas zwiespältigen Eindruck: Sicherlich ist es begrüßenswert, wenn der Autor die grundlegendsten Zusammenhänge der Materie auch für blutige Laien verständlich erklärt. Diejenigen Leser, die bereits über BWL-Grundwissen verfügen, verleiten die (mitunter etwas zu ausführlichen) Darstellung allerdings dazu, weite Teile des ersten Kapitels zu überblättern, wodurch dann auch einige - durchaus interessante und aktuelle - Informationen für Fortgeschrittene verloren gehen. Es wäre daher sinnvoll gewesen, dem ersten Teil des Buchs eine etwas klarere Struktur zu geben (beispielsweise durch einen eigenen Gliederungspunkt für die „Basics" oder entsprechende Hinweise am Seitenrand).

Immerhin dürften auch Einsteiger nach der Lektüre des Grundlagenteils in der Lage sein, den zweiten Teil des Buches problemlos nachzuvollziehen. Hier zeigt der Autor an einer Fülle von realen Fallbeispielen (von Amazon über die Deutsche Telekom und Nokia bis hin zu Yahoo), wie Unternehmen die zuvor beschriebenen Bilanzspielräume (völlig legal) nutzen und dadurch ihre Stakeholder täuschen. Dieser Teil des Buches kann als wirklich gut gelungen bezeichnet werden, da er deutlich macht, in welchem Ausmaß sich ein Unternehmen reich oder arm rechnen kann, in dem es die Aktienoptionen der Mitarbeiter als Personalkosten ausweist (oder eben nicht), „angemessene" Zinssätze für die Bewertung seiner Pensionsverpflichtungen definiert, oder zahlreiche Aufwendungen als „außerordentlich" deklariert, so dass als (veröffentlichtes) Unternehmensergebnis beeindruckende „pro forma"-Earnings übrig bleiben, die im Wesentlichen aber nur noch den „Gewinn vor Abzug aller Kosten" ausweisen.

Durch die Demonstration der vielfältigen Manipulationsmöglichkeiten anhand von anschaulichen Praxisbeispielen gelingt es dem Autor auch, den Leser für bestimmte „Warnsignale" zu sensibilisieren (z. B. die Veränderung bestimmter Bilanzpositionen bzw. Bilanzrelationen oder der Wechsel der Bilanzierungsmethode). Diese Hinweise können einem Investor, der sich die Mühe macht, in die Jahresabschlüsse „seines" Unternehmens zu blicken, durchaus helfen, eine eventuelle Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zu erkennen, bevor sie sich im ausgewiesenen Ergebnis niederschlägt. Dabei wäre es allerdings wünschenswert gewesen, wenn die einzelnen Punkte noch einmal abschließend (etwa in Form einer Art „Checkliste") zusammengefasst worden wären.

Insgesamt ist das vorliegende Buch durchaus lesenswert. Auch wenn der betriebswirtschaftlich beleckte Leser im ersten Abschnitt nicht viel Neues erfahren dürfte, erhält er insbesondere durch die zahlreichen Fallstudien im zweiten Teil interessante Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten der legalen Bilanzmanipulation.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bilanztrickser für BWL's 26. August 2003
Von Ein Kunde
"Die Bilanztricker" ist ein für BWL Studenten, vorrausgesetzt sie interessieren sich für das Thema Unternehmensführung, höchst interessantes Thema.
Die Vorteile des Buches sind die genauen, und bezugsrealen Sachlagen, die durchgängig verständlich verfasst sind.
Ebenfalls wird das Thema an sowohl echten, als auch an erdachten Beispielen dargelegt, was eine umfangreiche Einsicht in das Thema gewährt.
Lediglich die Tatsache, dass das Buch in einer sehr eintönigen Sprache verfasst ist, möchte so manchen Leser vom Kauf abhalten.
Man kann viel aus dem Buch lernen, und kann es im großen und ganzen nur weiterempfehlen!
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unterhaltsam 6. März 2005
Von Ein Kunde
Die durch den reisserischen Titel des Buches hervorgerufene Skepsis hat sich leider bewahrheitet. Das Werk bietet wenig Tiefgang und fällt teilweise negativ durch plakative Aussagen auf. Fachliche Fehler treten dabei leider auch auf.

Der Autor fordert von den Unternehmen mehr Transparenz, bleibt diese in seinem Buch aber ebenfalls schuldig. Die oftmals zitierten Studien werden mit keiner Fussnote benannt. Es wäre interessant gewesen, um welche Studien es sich handelt. Bekanntlich sind viele Studien fehlerhaft und von mangelhafter Qualität. Das Literaturverzeichnis ist ebenfalls sehr dürftig ausgefallen. Jeder Student, der bereits einaml in seinem Leben eine Semniar- oder Semesterarbeit, geschweige eine Diplomarbeit, verfasst hat, weiss wie lange eine durchschnittliches Literaturverzeichnis ist.
Ebenfalls fehlen Querverweise zu den zitierten Rechnungslegungsvorschriften. Es wäre interessant gewesen zu wissen, woher der Autor seine Informationen hat.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die zu simple Unterscheidung von HGB, IFRS und US-GAAP. Der Autor geht zwar auf gewisse Unterschiede ein, aber am Ende eines Kapitels fehlt der genau Überblick dennoch.
Störend erachte ich auch die Rolle, welche dem HGB beigemessen wird. Seit diesem Jahr müssen die kapitalmarktorientierten Gesellschaften gemäss IFRS bilanzieren. Aus diesem Grund wäre eine stärkere Gewichtung dieses Regelwerkes zu begrüssen.

Abschliessend kann gesagt werden, dass das Buch sicher unterhaltsam und teilweise interessant zu lesen ist. Allerdings reicht das nicht aus, über die genannten Mängel hinwegzusehen.

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