Ein Mädchen, das mit dem Trauma zurechtkommen muss, seine eigene Mutter getötet zu haben, das von seinem verbitterten Vater seelisch und körperlich misshandelt wird, das ist gleich von Anfang an ziemlich harte Kost. Zudem spielt die Geschichte der 14-jährigen Lily in einer Zeit, in der die Rassentrennung in den USA zwar formal aufgehoben ist, de facto aber Diskriminierung und Willkür gegenüber "Farbigen" noch an der Tagesordnung ist. Es ist ein Klima voller Hass, Gewalt und Intoleranz, aus dem Lily und das schwarze Hausmädchen Rosaleen fliehen. Durch einen Hinweis im Nachlass der Mutter und glückliche Fügung finden die beiden Unterschlupf in dem Haus dreier Schwestern (schwarzer Hautfarbe), die sich durch die Gewinnung von Bienenhonig ein eigenständiges Leben aufgebaut haben. Hier erfährt Lily zum ersten Mal seit langer Zeit Liebe und Zuwendung. Geradezu idyllisch verläuft hier zunächst ihr Leben, bis ein schwarzer Freund wegen des Kontakts zu ihr verschleppt und misshandelt wird, was ein tragisches Ereignis in der Familie nach sich zieht. Alte Schuldgefühle brechen auf, und Lilys Glück scheint zu zerbrechen. Doch es besteht Hoffnung, denn neben all dem Leid gibt es immer noch Liebe, Menschlichkeit und die Möglichkeit von Veränderung. "Die Bienenhüterin" ist ein sehr emotionaler Film, der Trauer, Betroffenheit, Freude und auch Humor miteinander vereint. Er ist so voller Zauber, dass er fast wie ein Märchen wirkt. Man kann in ihm durchaus ein Plädoyer für Menschlichkeit sehen, wobei - mit etwas Distanz- das Thema "Rassendiskriminierung" aus meiner Sicht mehr genutzt als wirklich aufgearbeitet wird.