"Die Biene Maja und ihre Abenteuer" ist eine Sammlung der Erlebnisse der sehr neugierigen Biene Maja. Noch in den Kinderschuhen verlässt sie ihren Bienenstock, um die Welt kennenzulernen. Sie genießt ihre Freiheit, hat keine Lust, die sture Arbeit ihrer Artgenossen mechanisch zu verrichten, sondern will lieber jeden Tag Neues erleben.
Ich bin natürlich mit der Zeichentrickserie aufgewachsen und hatte von daher schon eine feste Vorstellung, worum es in der literarischen Vorlage gehen sollte. Aber weit gefehlt! Gegen Mitte des Buches habe ich schließlich aufgehört, auf das Auftauchen von Willi zu warten. Der stammt nämlich gar nicht aus Waldemar Bonsels Buch. Das ist zwar traurig, aber dafür tauchen andere Figuren auf, die einem sehr lieb sind. In jedem Kapitel trifft Maja ein anderes Insekt und macht sich mit ihm bekannt. Ich bin kein großer Insektenfan, aber Bonsel schafft es irgendwie durch die Vermenschlichungen seiner Insektenfiguren, dass sie einem ans Herz wachsen. Ich werde Weberknechte ab jetzt mit ganz anderen Augen betrachten ...
Pädagogisch gut ist das Buch, weil es eine schöne Einführung in die Vielfalt der Insektenwelt und deren "Fressen und gefressen Werden"-Gesetze ist. Kinder gehen schließlich genauso neugierig an die Welt heran, wie Maja es tut.
Was mir allerdings nicht gefallen hat, ist der letzte Teil. Ich weiß nicht, warum Bonsel nach der Einführung in die Insektenwelt eine Begegnung mit einem Blumenelf folgen lässt, die meiner Meinung nach aus realistischen Gründen, soweit man das bei der Vermenschlichung der Insektenwelt überhaupt sagen kann, nicht in die Geschichte passt. Außerdem schwappt das Zauberhafte der Geschichte hier leicht ins Kitschige über. Aber nicht deshalb gebe ich nur 4 Sterne. Eigentlich ist es der Krieg der Hornissen gegen die Bienen, den ich als Ende enttäuschend fand. Der passt gar nicht zur Stimmung des Buches. Für kleine Kinder scheint er mir außerdem etwas zu grausam zu sein. Wie auch immer, ein alles in allem gelungener Klassiker.