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Die Bibliothek der Zukunft - Text und Schrift in den Zeiten des Internet
 
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Die Bibliothek der Zukunft - Text und Schrift in den Zeiten des Internet [Gebundene Ausgabe]

Dieter E. Zimmer
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 331 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (Mai 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455104215
  • ISBN-13: 978-3455104219
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 624.744 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Dieter E. Zimmer
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Noch vor ein paar Jahren führte man darüber ernste Grundsatzdiskussionen: Ob etwa mit der CD-ROM die abendländische Kultur scheibchenweise stiften gehe oder was schon vom Wissen der Welt auf ein paar Silberlingen zu halten sei!? Mehr oder weniger nichts: Mit dem nahe liegenden Argument, dass das Buch als bequemes Medium abendlicher Bettlektüre vom Laptop eben nicht ersetzt werden könne, hielten viele die digitalen Zumutungen wieder für erledigt.

Weit gefehlt, denn auch der alljährlich wachsende Bücherberg war ja nicht die Lösung, sondern stellte einen erneut vors Problem: "Too much information" (Dan Trap). Schließlich hatte auch die Frankfurter Buchmesse ihre Website. Wie mag sie also aussehen, Die Bibliothek der Zukunft? Es machte schon immer Spaß, Dieter E. Zimmer zu lesen: "Wer den Computer boykottiert, schadet nur sich selbst". Dies ist der diskrete Charme der Analyse, dem womöglich der standhafteste Bildungsbürger erliegt: "Wer den Computer als universales Schreib- und Lesegerät nutzt, hat mehr davon, wenn er versteht, was er kann und was nicht und warum." Zimmer versteht viel davon, und es ist leicht einzusehen, dass im Bibliothekswesen etwa "die Elektrifizierung der Kataloge kein neumodischer Schnickschnack" ist, der bloß den Ungeduldigen das Leben leichter macht. Jetzt, wo nicht mehr nur in Regalmeter sondern in Gigabyte gedacht wird ("Vom Ruß auf Holz zum Pixel im Kristall"), sind Kulturtechniken wie Suchen, Lesen, Sammeln, Schreiben nötiger denn je.

Wie geht es weiter mit "U®heberrecht", "Hypertext" und den"eNzyklopädien"? Dieter E. Zimmer liefert ein äußerst lesenswertes Update zur Quellenkunde in den Zeiten des WWW. --Michael Langer

Neue Zürcher Zeitung

Das Internet für Feuilletonleser

Dieter E. Zimmer stellt Fragen

Es wird viel geschrieben über das Internet. Reihenweise stehen die zumeist dickleibigen Bücher in den Buchhandlungen. Geschrieben werden sie in der Regel von Technikern für Techniker. Aber das Internet ist längst nicht mehr ein technologisches Phänomen allein; zu gross sind schon heute die Veränderungen, die dieses Computernetzwerk auch in unserem kulturellen Leben und in der Wissenschaft bewirkt hat.

Dieter E. Zimmer ist seit Jahren ein aufmerksamer Beobachter dieser Veränderungen. Mit grosser Sachkenntnis und einem sicheren Blick hat er sich in den letzten Jahren immer wieder in der Wochenzeitung «Die Zeit» und anderswo mit den wichtigen Fragen auseinandergesetzt. Nun liegen die Berichte von den virtuellen Ausflügen des Kulturmenschen Zimmer in die neue Computerwelt in Buchform vor. Der Titel «Die Bibliothek der Zukunft» ist zwar allzu hoch gegriffen, doch das Buch füllt eine Lücke auf dem deutschsprachigen Buchmarkt: Zum ersten Mal nimmt sich jemand die Mühe, die vielen Fragen, welche die neuen Medien aufwerfen, zusammenzutragen und in einen Kontext zu stellen. Gleichzeitig übersetzt Zimmer den «techtalk» in die Sprache des Feuilletonlesers.

Das Spektrum, das Zimmer in seinem Buch behandelt, ist breit und reicht von der Frage der Zeichensätze über den Wandel im Markt der wissenschaftlichen Zeitschriften bis hin zum Traum von der grossen virtuellen Weltbibliothek. Zimmer interessiert sich nicht so sehr für die Technik, die hinter all den Schlagwörtern der Schönen Neuen Medienwelt stehen, sondern für die Auswirkungen auf unsere Kultur: Wie verändert sich die Praxis des Lesens, des Recherchierens, des Schreibens in den Zeiten des Internets?

Ausführlich beschreibt er zum Beispiel die Entstehungsgeschichte des heutigen ASCII-Zeichensatzes, der in der ganzen Computerwelt verwendet wird und in dem weder Umlaute noch Sonderzeichen vorgesehen sind. Was bedeutet dies für die elektronische Kommunikation in anderen Sprachen als Englisch? Oder: Welchen Einfluss auf die Forschungspraxis hat die Tatsache, dass heute die Bestände fast aller wissenschaftlichen Bibliotheken weltweit abrufbar sind, wenn gleichzeitig die Budgets der einzelnen Bibliotheken sinken und die Bestände vor Ort immer mehr Lücken aufweisen? Was verändert sich bei der Lektüre eines Textes, wenn der Text nicht mehr in der gewohnten Form eines Buches mit Körper und Materialität, sondern digital und körperlos daherkommt? Zimmer gibt keine abschliessenden Antworten auf diese Fragen, er regt an, die Fäden aufzunehmen und fortzuspinnen. Das Gedächtnis habe sich zum Beispiel in der Evolution eine «hochentwickelte räumliche Landkarte erworben». Oftmals erinnere man sich, etwas gelesen zu haben, das in einem Buch auf einer linken Seite ganz unten stand. Was nützt das bei der Lektüre am Bildschirm?

Ein anderer Aspekt: «Einem Buch in seiner Körperlichkeit sieht man vieles an, ehe man auch nur mit dem Lesen beginnt.» Viele geschriebene und noch mehr ungeschriebene Regeln der Buchproduktion helfen, ein Buch bewusst oder unbewusst zu bewerten und zu klassifizieren. Der Bildschirmtext hat keinen Körper; Regeln für das Publizieren elektronischer Texte gibt es noch so gut wie keine. Wie verändert dies die heutige Literaturlandschaft, wie die Wissenschaftspraxis?

Alles in allem ist das Buch ein guter Einstieg in die Welt der digitalen Bibliotheken und der neuen Informationsmedien. Mit seinem breiten Themenspektrum stellt es Zusammenhänge dar und veranschaulicht die Bedeutung der Technik in dieser ganzen Entwicklung. Dass gerade bei der Beschreibung der technischen Fragen dem Autor einige Fehler unterlaufen sind, ist dabei nicht so tragisch (die Beschreibung des Internet-Dienstes FTP zum Beispiel ist schlichtweg falsch) – zu kritisieren ist vielmehr die etwas wirre Anordnung der Texte: So kommt das Thema ASCII-Code in mehreren Kapiteln immer wieder vor, ein logischer Aufbau des Buches lässt sich auch mit viel gutem Willen nur erahnen. Ein wenig mehr Einsatz seitens des Lektorates hätte dem Buch nicht geschadet. Ganz besonders gut gelungen ist indes die kommentierte (!) Linksammlung, die dem Buch beigefügt ist. Da ist auf vierzig Seiten wirklich vereint, was heute von Bedeutung ist. Die kurzen Texte zu jedem Link zeugen von einem genauen Blick und einer profunden Vertrautheit mit der Materie. Das Problem jeder gedruckten Linkliste, nämlich ihre fehlende Persistenz, thematisiert Zimmer gleich selber, und die jeweils aktuelle Version ist deswegen unter http://www.zeit.de/digbib online abrufbar.

Peter Haber


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Format:Gebundene Ausgabe
Im Zeitalter der Digitalität erlebt die Schrift einen Umbruch: Sie wechselt zunehmend vom analogen in den digitalen Zustand. Und was machen die Bibliotheken? Wie lange gibt es denn noch die Bibliothek aus Stein, Beton und Glas? Diese Frage versucht Dieter E. Zimmer - freier Journalist und Schriftsteller - in seinem Buch zu beantworten.

„Die Bibliothek der Zukunft" gliedert sich in drei Abschnitte: Den theoretischen Teil, den speziellen / praktischen Abschnitt und den Anhang - einen kommentierten Linkkatalog mit vielen interessanten und empfehlenswerten Internetadressen.

Gründe, die für die Digitalisierung einer Bibliothek sprechen, werden vom Autor genannt. Diese sind unter anderem das zunehmende Lagerproblem der Bibliotheken (Wie wenig Raum benötigen hier digitale Informationen!), wachsende Schwierigkeiten beim Auffinden einer Information, die Vielfalt an gestalterischen Möglichkeiten mit Hypertext und der Verfall alter Bücher, der einem Informationsverlust gleichkommt.

Der Autor verweist aber auch auf die Grenzen einer virtuellen Bibliothek. Denn schon aus Kostengründen bleibt diese Vorstellung eine Utopie.

Der Autor kennt sich aus, das wird dem Leser schnell klar. Aber möchte er es wirklich so genau wissen? In seinen Beschreibungen geht Zimmer bis ins Detail, deckt alle Eventualitäten ab und überfordert damit den Laien. Vor allem, wenn er versucht, dem Leser diverse computertechnische Begriffe gleichzeitig näher zu bringen. Er selber ist bestens im Thema und merkt gar nicht, wie schwierig es wird, ihm zu folgen.

In seiner Gesamtheit erweckt das Buch den Eindruck, als ob es eine bloße Aneinanderreihung von Artikeln wäre. Artikel, die der Autor als freier Schriftsteller möglicherweise für seine „Stammzeitung" „Die Zeit" verfasst hat. Oft sucht der Leser vergeblich nach einem roten Faden, der ihn durch das Buch geleitet. Zusätzlich verstärkt wird dieser Eindruck durch ständige Wiederholungen. Sollen diese das Erinnerungsvermögen steigern oder sind sie ein unerwünschter, nicht bereinigter Nebeneffekt durch das Zusammenstellen loser Schriften?

Zugute halten muss man ihm aber seine stets neutrale und nüchterne Position. Keine Euphorien - bei Zimmer hat alles eine Kehrseite. Das Verständnis fördern anschauliche Beispiele - persönliche Erfahrungen, wie es scheint. Überhaupt baut „Die Bibliothek der Zukunft" sehr stark auf die persönlichen Erfahrungen des Autors auf. Es hat auch dadurch den Anschein, als wäre dies ein Buch eines Journalisten für Seinesgleichen. Ein Erfahrungsaustausch unter Kollegen, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen und gleiche Probleme zu bewältigen haben.

Wen es interessiert und wer es haargenau wissen will, der wird bestens bedient. Man erhält eine Darstellung der Ist-Situation und einen Ausblick in die Zukunft - alles immer in Bezug zum Aggregatzustand der Schrift.

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