Die Geschichte Jeremias an sich hat zu wenig Action, und der Handlungsfaden ist zu wenig spannend für einen Film überhaupt. Insofern ist es verhältnismäßig gut gelungen, aus dem Stoff etwas zu machen. Kein großes Kino, aber für mich ein tiefgründiger, aufwühlender Film, mit vielen Flashbacks, weil ich einiges nicht gleich einordnen konnte.
Ich denke, wer sich mit der Bibel intensiv auseinander zu setzen pflegt, wird diesen Film mit Gewinn sehen, denn er macht Aspekte plastisch, die beim Lesen nur in Nebensätzen auftauchen und aufgrund des sehr nüchternen, sachlichen, die eigene Person zurückstellenden Schreibstils von Jeremia evtl. gar nicht so ins Bewusstsein dringen.
Der Film bearbeitet u.A. den Aspekt der Berufung eines Menschen durch Gott, und zwar einer Berufung, auf die niemand scharf ist; eine Berufung, die den Propheten ins soziale Abseits führt, die ihn sogar unter seinen Verwandten verhasst macht. Der Tod seiner Verlobten, die ihn durch ihr unglaublich fröhliches Wesen aus der Depression holt, bricht einem das Herz.
So sagt also Patrick Dempseys (Jeremia) Gesichtsausdruck auf dem Cover vieles über den Film aus: Er ist schwer, für sensible Menschen mit Neigung zur Depression vermutlich ungeeignet.
Der Film ist aber hilfreich für gläubige Menschen, die sich mit der anderen Seite ihres Christseins auseinander setzen wollen, die nicht nur die Kalenderblättersprüche aus der Bibel lieben sondern vielleicht sogar bereit sind, Parallelen zur Gesellschaft zu ziehen, in der sie leben, und Konsequenzen für die eigene Rolle in dieser Gesellschaft.
3 Sterne, weil er nicht ganz unmissverständlich ist. Für die Zielgruppe "Fromme Christen in Gefahr der Selbstzufriedenheit" (also so Leute wie ich) würde ich 5 Sterne geben.