Nach jahrelanger intensiver "Gottsuche" - vom christlichen Glauben ausgehend - durchwanderte ich viele Phasen von Höhen und Tiefen. Eigentlich wollte ich wissen, was wahr ist, was das Leben bedeutet, worum es im Diesseits wirklich geht.
Dabei berührte ich zwangsläufig auch die Traditionen anderer Religionen und stellte für mich fest: Erst wenn die Inhalte von Wahrheiten, wie sie Jesus, Buddha oder der Schreiber der Bhagavad Vita (u.v.a.) darlegen, von Menschen zu Religionen statuiert werden, die andere ausgrenzen und sich selbst für absolut erklären, verlieren sie ihre Kraft der Heilung und der Vermittlung des Weges zu Gott. Sie dienen dann dem Einzelnen bestenfalls noch als Krücken des eigenen Standpunktes im Leben und anderen zur Ausübung von Macht über andere. Gott findet man so nicht.
Die Wege zu ihm sind so vielfältig wie es Menschen gibt. Jeder findet seinen, wenn er ehrlich danach fragt und sich von der Ausgrenzung anderer aufgrund religiöser Anschauungen löst.
Nun zu diesem Buch, besser 2 Bänden: Sie stehen am Ende meines bisherigen Weges und ich hätte sie am Anfang - dem Christentum verhaftet - auch nicht gelesen. Jetzt kann ich nur sagen, dass sich ganze Torscheunen des Verständnisses auch für die Botschaft Jesu für mich öffnen. Ich weiß jetzt erst, was Jesus mit Knechtschaft im hiesigen Leben meinte, wieso der Glaube an Gott wirklich frei macht und warum wir Kinder Gottes sind, wie es sein kann, dass Gott in uns ist und wir in ihm. Dieses Buch, der Interpret, die Bhagavad Gita gibt absolut klare Wegweisungen, die unglaublich viel von dem Geheimnis des Transzendenten erschließen. Man muss nicht alles unbedingt gleich verstehen, aber man sollte alles stehen lassen, es im Herzen bewegen und Zweifel und Fragen an Gott weiter geben. Es kommt wohl auch darauf an, auf welcher eigenen Entwicklungsstufe der Gottsuche man selbst steht.
Manchmal erscheinen die Ausführungen etwas langatmig, wiederholen sich die Aussagen. Aber da kenne ich viele Passagen in der Bibel, die ich genauso empfinde. Also das muss man hinnehmen.
Yogananda ist seiner Sache absolut sicher, aber er ist auch viel weiter als ich in "diesem" Leben vielleicht je kommen werde. Was aber ganz klar ist: Die Bhagavad Gita und diese Auslegung grenzen keinen Glauben aus. Sie stehen mit ihrem Wahrheitsgehalt absolut und helfen, diesen zu vertiefen. Sie beschreiben den inneren Kampf des Menschen auf der Suche nach Gott. Die Zweifel des Arjuna, die helfende Ansprache Gottes an ihn, der Weg zur Überwindung dieser Zweifel.
Nein man kann es nicht machen, es bleibt Gnade wenn am Ende der Sieg über das irdische Verhaftetsein am Materiellen überwunden und die Erkenntnis des wahren Selbst in dir gewonnen wird. Aber man kann etwas dafür tun, dass man das erfährt: Vertiefe den Weg nach innen, höre immer mehr unter Ausschaltung deiner Gedanken in die Stille in dir und die Lösung von allem, was dich bislang in "Knechtschaft" gebunden hat wird mehr und mehr Wirklichkeit im Leben. Die Freiheit wächst. Es lohnt sich unbedingt, nicht nur die Bibel, sondern auch diese Bände zu lesen und zu verinnerlichen. ich werde sie niemals weg geben.