Inzwischen liegt die dritte Auflage dieser Bewerbungsmappe vor, der sogar eine CD-ROM beiliegt. Was Püttjer/Schnierda als ihre "Profil-Methode" verkaufen, ist eine gut reduzierte und auf den Punkt gebrachte Neuauflage bewährten Vorgehens. Profil-Methode heisst, sich den Blick der Personalverantwortlichen zu eigen machen und seine Bewerbung genau auf die offene Stelle konzipieren, lieber die Vorzüge als Relativierungen in den Vordergrund stellen sowie Leerfloskeln vermeiden und der Bewerbung mit nachvollziehbaren Beispielen Leben einhauchen. Also Passgenauigkeit, Stärkeorientierung, Glaubwürdigkeit.
Im Vorwort erinnern die Autoren ihre Leserschaft ausdrücklich daran, dass Bewerben Arbeit ist. Danach wird das Grundwissen vorgeführt. Es beginnt mit dem Verfassen eines interessanten und massgeschneiderten Lebenslaufes. Die Theorie ist kurz gehalten und fasst die wesentlichen Punkte gut zusammen. Viel wichtiger und hilfreicher sind die kommentierten Negativ- und Positivbeispiele aus verschiedenen Branchen. Eine Checkliste sorgt jeweils für Übersicht. Ebenfalls zum Grundwissen zählt die Analyse von Stellenanzeigen mit Beispielen, Auswertung und Checkliste. Wie man für das Anschreiben die richtigen Worte findet, ist Gegenstand des nächsten Abschnitts. Besonders gut gefällt mir das Kapitel zum Thema Bewerbungsfoto. Für Führungskräfte besonders wichtig, ist Die dritte Seite, die bei Püttjer/Schnierda nun Leistungsbilanz heisst. Selbstverständlich gehört zum Grundwissen auch das kunstvolle Zusammenfügen der Einzelteile, was sprachlich und gestalterisch auf sechs Seiten hervorragend gezeigt wird. Und da Führungskräfte Sonderfälle sind, gibt es zum Schluss des Basiswissens noch ein entsprechendes Kapitel.
Ab Seite 78 werden vier durchgesehene Bewerbungsunterlagen vorgeführt. Die vier Beispiele: Vom Produktmanager zum Area Sales Manager, vom IT-Projektkoordinator zum Leiter System/Netzwerkbetreuung, von der Managerin strategischer Projektsteuererung zur Leiterin Marketing und vom Filialleiter zum Business Development Manager. Die Hilfeleistungen sind klar und prägnant, vielleicht zu prägnant. Denn bei der Rekrutierung von Führungskräften gelten andere Regeln als beim gemeinen Fussvolk. Weniger Schwarz/Weiss hätte nicht geschadet.
Wie man eine Initiativbewerbung konzipiert wird am Beispiel eines Projektmanagers gezeigt. Wer das System nach der Sichtung und dem Durcharbeiten der 16 Seiten noch immer nicht verstanden hat, ist für eine solche Stelle kaum geeignet.
Mein Fazit: Püttjer/Schnierda und ihr Team im Hintergrund liefern alles, was es für eine erfolgversprechende Bewerbung um Führungsposten braucht. Zum leicht erhöhten Preis fürs Kader, wie es üblich ist.