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Die Beute
 
 

Die Beute (Sondereinband)

von Emile Zola (Autor)
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Produktinformation

  • Sondereinband
  • Verlag: Artemis & Winkler (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3538059012
  • ISBN-13: 978-3538059016
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 1.349.046 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Am Ende einer Jagd stürzen sich die Hunde auf ihren Teil der Beute, die Eingeweide, und verschlingen sie. Für den jungen Zola ist es das Herz von Paris, das sich die Spekulanten zur Zeit Napoleons III. herausreißen. In diesem meisterhaften Roman aus seinem Zyklus "Les Rougon-Macquart" schildert Zola die Symptome des Untergangs im zweiten Kaiserreich. Neben Glanz und Luxus bestimmen Korruption, Spekulation und sittliche Verkommenheit das Leben. Repräsentant dieser Gesellschaft ist Aristide Rougon. Während der ehrgeizigen Umgestaltung von Paris nach den Plänen des Barons Haussmann bringt er es zu märchenhaftem Reichtum. Seine Frau Renee, schön und extravagant, kostet alle Genüsse eines am Überfluß beinahe erstickenden Lebens aus. Gelangweilt und unersättlich lebenshungrig zugleich, verstrickt sie sich in eine Leidenschaft zu ihrem Stiefsohn Maxime. Wie in einem Rausch erliegen sie, ihr Mann und Maxime allen Lastern,die die mondäne Großstadt bietet. Allein Renee wird sich der Verderbtheit ihrer Umgebung und ihres eigenen Lebens bewußt und zerbricht daran.

Autorenportrait

Emile Zola (1840 - 1902) war Dockarbeiter, Verlagsangestellter und Journalist. 1898 protestierte er gegen die Verurteilung von A. Dreyfus, mußte ins Exil nach England und kehrte nach einem Jahr amnestiert und gefeiert zurück. Sein Hauptwerk ist der 20bändige Romanzyklus "Les Rougon-Macquart".

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Objekte einer Selbstsucht, 22. Juli 2008
Von Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension übernommen von: Die Beute (Gebundene Ausgabe)
Der zweite Roman der zwanzigteiligen Rougon-Maquart Reihe befasst sich mit Aristide Rougon alias Saccard, seinem Aufstieg in den Geldadel, seiner wunderschönen, jungen und wohlhabenden Ehefrau Renee und seines Sohnes Maxime aus erster Ehe.

Bald nach der Ankunft von Plassans in Paris strebt Saccard mit Gier und Wollust nach Geld, entwirft gut durchdachte Zukunftsszenarien, die sich allein auf die räumliche Umstrukturierung des Paris um 1867 beschränken und erarbeitet ausgereifte Strategien zur Schaffung von Reichtum. Allein das nötige Kapital fehlt. Als seine Frau Angele stirbt, ist die Schwester und Kupplerin Madame Sidonie zur Stelle mit der passenden Gelegenheit. Saccard willigt in die Ehe mit der wohlhabenden Renee Beraud ein, die ein Kind erwartet. Doch Saccard ist das "Glück" gewogen, das Kind wird tot geboren. Seine heiße Jagd nach Geld und immer noch mehr Geld - allein des Geldes wegen, denn er liebt die Spekulation und das Spiel! - gelingt, Immobilienspekulationen verhelfen ihm zum sozialen Aufstieg in den Geldadel.

Renee, die Saccard ob seiner Großzügigkeit schätzt, lebt indessen ihr eigenes Leben im Übermaß. Die Rechnungen beim Schneider Worms belaufen sich auf unvorstellbar hohe Summen, die Gesellschaft ist ihre Bühne, der Stiefsohn Maxime gewinnt vom ersten Moment an ihr Herz. Unter dem Vorwand, ihm eine gute Mutter zu sein und sich um eine standesgemäße Erziehung des Jungen (vom Lande) zu kümmern, formt sie sich ihren eigenen Gefährten, dem sie sich in ihrer weiten und unendlichen Langeweile hingibt. Schlussendlich wird sie enttäuscht, verraten und verlassen - das Resultat ihres Lasters, ihrer unermesslichen Gier!

Maxime Rougon, die Zeichnung eines schönen Mannes, eines der ersten Hermaphroditen, die in wenigen Jahre in Mode kommen sollen, wird von Renee zu einer männlichen Puppe erzogen, die ohne Grenze und Bestrafung heranwächst und sich zu einem Filou und Egoisten der Sondergüte entwickelt, der seiner Selbstdarstellung frönt. Dabei zeigt er wiederum sehr liebenswürdige Eigenschaften in seiner Gemeinschaft mit der buckligen, sehr kranken aber reichen und mit feinem Humor ausgestatteten Louise Mareuil, die ihm der Vater zur Ehe angedacht hat.

Der Roman zeichnet sich durch sehr feine, äußerst detaillierte Beschreibung der Zeit, der Mode, der Menschen und der kleinen Dinge (von Wichtigkeit) aus. Die Charaktere bemühen sich redlich, durch Egoismus und Selbstsucht zu glänzen, verlieren werden sie früher oder später alle - die schwachen zuerst.
Der Hauptfluss führt das Leben Renees, in kleineren Nebenflüssen wird von der Herkunft, den Verwandtschaftsverhältnissen aller Charaktere berichtet. Wesentliche Schlüsselszenen, wie das Souper im Separee des Cafes Riche, das die erste sexuelle Annäherung zwischen Stiefmutter und Stiefsohn andeutet und von Erotik gezeichnet ist, heben sich sehr klar von der umgebenden Handlung ab. Das Treibhaus mit ihren giftigen, exotischen Pflanzen, der wohligen Wärme und überaus hohen Luftfeuchtigkeit, ist das Liebesnest und Schauplatz des "sozialen Inzests" und symbolisiert die weibliche Verführung. Das Ende bietet ein Scheitern, vorerst nur jenes des schwächsten Glieds in der Kette. Was sich als große Familientragödie ankündigt, erweist sich wesentlich geringerer Tragweite und zeigt von der Rohheit und Kälte Zolas Charaktere.

Zur Ausgabe: ein Meisterstück des Handwerks, ein Kunstwerk des (Buch)Drucks - gute Übersetzung - und ein fesselndes und mit den anderen Romanen der Reihe verknüpfendes Nachwort.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Erschreckendes Zeitbild von Paris Napoleons III., 5. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension übernommen von: Die Beute (Gebundene Ausgabe)
Emile Zola führt den Leser in diesem Roman in das Paris Napoleons III. und entwirft (wie in anderen Romanen der Familiengeschichte Rougon-Macquart) ein anschauliches und zugleich erschreckendes Bild dieser Zeit. Die dunklen Geschäfte der Haus- und Grundstücksspekulanten bilden den historischen Hintergrund. Boulevardbauten schießen in die Höhe, Spekulationen nehmen ein zügelloses Ausmaß an und die Genußsucht der Emporkömmlinge bestimmt das Leben der Gesellschaft. Renée, die Frau eines der gewissenlosensten Spekulanten sinkt immer tiefer in schmutzige Atmosphäre, die die Geschäfte ihres Mannes und sein skrupelloser Charakter um sie herum erzeugen. Sie unterhält ein Liebesverhältnis mit ihrem Stiefsohn, bis sie letztendlich an innerem Ekel vor ihrem verpfuschten Leben zugrunde geht. Manfred Orlick, Halle
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eindrucksvolles Bild der Sitten und Laster des Kaiserreiches, 2. Januar 2003
Von Erik-Delf Schulze "erikdelfschulze" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension übernommen von: Die Beute (Gebundene Ausgabe)
Bei diesem Werk, welches 1872 erschien, handelt es sich um den zweiten Band des 20bändigen Romanzyklus „Die Rougon-Macquart". Zola führt uns in das Paris Napoleons III., wo dunkle Existenzen, die diesem Abenteuer zur Macht verhalfen, nun gierig über „die Beute" herfallen, wo Spekulationen ausufern und Genussucht das Leben der Gesellschaft bestimmt.

Reneé, eine feinnervige Frau, die aus einer alten und vor allem reichen bürgerlichen Familie stammt, wird mit dem gewissen- und skrupellosen Spekulanten Aristide Rougon verheiratet. Dieser ist Sohn von Pierre Rougon (der aus dem ersten Roman der Rougon-Macquart - „Das Glück der Familie Rougon"). Diese Verbindung ermöglicht Aristide weitere Spekulationen, die ihn nach schweren Krisen am Ende mit Gold überhäufen. Reneé sinkt in dieser Atmosphäre aber immer tiefer, will nun alle Genüsse des Lebens auskosten.

Zola schildert uns diese Ereignisse mit großer erzählerischer Kraft und unbestrittener Schönheit. Besonders gelungen in diesem Roman ist neben dem Leitmotiv Gold das des Wintergartens mit seinen exotischen Pflanzen, den Orchideen, Hibiskusblüten, die wie Frauenlippen sind, Lippen, deren Küsse töten. Das übt einen unwiderstehlichen Reiz auf den Leser aus, prickelnd und genial. Nicht umsonst musste der Erstdruck in einer Zeitung damals abgebrochen werden.

Sein Zeitgenosse Maupassant nannte „Die Beute", „einen der bemerkenswertesten Romane des Meisters des Naturalismus, blendend und sorgfältig gearbeitet, packend und wahrheitsgetreu, mit zorniger Empörung, in einer farbigen und kräftigen Sprache geschrieben." Da kann ich nur zustimmen.

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