Als er sich nicht wohlfühlt, geht Inspector Wexford zu seinem - aus Nigeria stammenden und somit farbigen - Hausarzt Dr. Arkande. Im Zuge des Arztbesuchs denkt er über die Schwierigkeit nach, sich mit Blick auf die Hautfarbe seines Arztes politisch korrekt auszudrücken - ein großes Thema des Romans wird somit bereits auf den ersten Seiten eröffnet. Die Geschichte spielt in einem englischen Nest, in dem gerade mal 18 farbige Einzelpersonen leben. Ausgerechnet Dr. Arkande tritt in den nächsten Stunden auf Wexford zu, da seine Tochter Melanie plötzlich verschwunden ist - zuletzt wurde diese auf dem Arbeitsamt gesichtet und die letzte Person, mit der sie sprach, war die Arbeitsberaterin Annette. Bei den polizeilichen Nachforschungen wird Annette tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Einige Zeit später wird außerdem ein totes - farbiges - Mädchen aufgefunden. Sofort nimmt Wexford aufgrund der Hautfarbe an, es handele sich dabei um Melanie - aber er irrt sich ... Auf eine weitere nigerianische Frau - Oni - wird ein Anschlag verübt, aber Oni überlebt. Es stellt sich heraus, dass die tote junge Frau bei einer angesehenen Familie des Örtchens wie eine moderne Sklavin gehalten wurde und alle anderen mysteriösen Kriminalfälle mit dieser Tatsache mehr oder weniger im Zusammenhang stehen.
Das Buch hat mich nicht überzeugt. Es wimmelte von Personen, von Nebenhandlungen und von unlogischen, voreilig gezogenen Schlüssen. Anfangs fand ich das Buch noch dazu gähnend langweilig, erst gegen Ende wurde es etwas temporeicher. Der Plot dreht sich zu Beginn vor allem um die verschwundene Melanie - als er aber aufgelöst wird, hat die Geschichte nicht etwa ihr Ende, sondern nimmt ihren weiteren Lauf ..., nun dreht sich der Schwerpunkt der Ermittlungen um die aufgefundene tote junge Frau. Abgesehen davon werden zahlreiche weitere Handlungsstränge aufgebaut, die im Nachhinein gar nicht unmittelbar mit der Kriminalgeschichte zu tun haben, was ziemlich verwirrt. So spielen eine weitere Rolle die Familie von Wexford - seine merkwürdig blass bleibende, liebenswürdig-unscheinbare Frau Doro, die schwierige Familie seiner ältesten Tochter, das Schicksal, arbeitslos zu sein (dumpfe Szenerie Arbeitsamt), Annettes Kollegin Ingrid Pamber, die im Nachhinein besehen keine weitere Funktion hat, als Wexford den Kopf zu verdrehen, Annettes Affäre mit Bruce, der eigentlich Familie hat und lügt, Brucens Frau Carolyn, die total hysterisch wird und auch lügt, die stinkreiche Anook Khoori, die für den Stadtrat kandidiert, Standesdünkel, Snobismus, unterschwelliger Rassismus und sozialkritische Gedanken, die sich Wexford (im Gegensatz zu seinem Kollegen) macht. Dies alles machte das Buch ziemlich zersplittert und in vielen Dingen (z. B. Personen- und Milieubeschreibungen) klischeehaft und platt - obwohl es genau dies auf jeden Fall vermeiden wollte - und seitenlang einfach nur öde. Als eingefleischter Krimi-Fan hätte ich von der „Königin der Kriminalliteratur" eigentlich mehr erwartet!