Als Preston Fan war ich gespannt auf sein erstes Sachbuch und habe es im englischen Original gelesen. Um es kurz zu sagen, es kommt mit jedem seiner Thriller mit, was die Charaktere betrifft, was die Handlung betrifft und was die Spannung betrifft. Nur dass die Realität diese Geschichte schrieb. Wunderbar herausgearbeitet ist der Kontrast zwischen der idyllischen toskanischen Landschaft und den sinistren Vorgängen um einen brutalen Serienmörder, dessen Opfer immer Liebespaare sind. Preston, mit seinem Kollegen Mario Spezi, wird persönlich in die Geschichte verwickelt, weil er mit diesem endlich die Mordfälle aufklären möchte. Dabei stößt er auf ein korruptes italienisches Rechtssystem, einen Staat im Staate, dessen handelnden Personen, die Staatsanwälte und Untersuchungsrichter, nicht Recht und Gesetz in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen sondern beides in ihrem Sinne beugen, um in ihrer Karriere voranzukommen. Dabei wird vor keiner Unmenschlichkeit halt gemacht. Das hat zur Folge, dass der Leser sich immer ins Gedächtnis rufen muss, dass das eben alles keine Fiktion sondern Wahrheit ist. Das Buch stellt sich spannungsmäßig und in seiner Lesequalität ebenbürdig neben die Pendergastromane.