Ich kann mich hier den vielen Vorrezensenten und -tinnen nur anschließen.
Auch ich habe selten so ein schlechtes Buch gelesen.
Zunächst einmal muß gesagt werden, dass der Klappentext (und es ist mir wirklich schleierhaft, wie so etwas passieren kann!) die KOMPLETTE Geschichte vorwegnimmt. Als ich den Text gelesen hatte und mir auf Grund des Inhaltes das Buch kaufte, dachte ich keine Sekunde daran (wieso auch!), dass das schon alles sein könnte.
Die Tatsache, dass sich das GANZE Buch in 6 Sätzen zusammenfassen läßt, sagt eigentlich schon viel darüber aus.
Es hat mich wirklich geärgert, wie wenig Tiefgang das Ganze hat.
Es gibt so gut wie keine einzige spannende Stelle und ich habe mich tierisch über die Erzählweise aufgeregt.
Auf der einen Seite schien es, als wollten die Autoren besonders philosophisch klingen ( "(...) Der Regen war wie eine Haut, die sich über Menschen, Gebäude, Leben legte, er war Erlösung und Freude, und obwohl das Wasser über die Stadt hinwegfegte, sah er keine Regenschirme, niemand suchte irgendwo Schutz. (...) Fredrik merkte, wie sein Anzug sich von seinem Körper löste, wie er zu leichter Luft wurde, wie sauerstofflastig die Luft war (...)" / "(...) Fliegen, die starrköpfig vor dem Mikrophon brummten, ein Raubtier, das sich bereit zur Jagd machte, das einige Sekunden lang auf seinen schwächeren Gegner zuschlich und sich dann darüber hermachte, ihn in Stücke riss, das frass, was es fressen konnte, und den Rest dann liegen ließ, ein Stück blutiges Fleisch, das abermals angegriffen wurde, nun von den brummenden Fliegen, die zu diesem Verwesungsprozess gehörten, der stank und beschleunigte und vernichtete."), was einfach wirklich nur wie sinnloses Gesabbele rüber kommt, das einen tierisch langweilt.
Auf der anderen Seite wurde den Personen eine äußerst vulgäre Sprache in den Mund gelegt, die am Anfang nervend war und später schließlich einfach nur aggressiv machte und den Spaß am lesen noch mehr trübte. Ich hatte das Gefühl, dass in jedem zweiten Satz und auch in JEDEM Dialog, egal wer sprach, das Wort "Schnellficker", "ficken", "Fotze" oder "Pimmel" genannt wurde.
Davon mal ganz abgesehen...was zur Hölle soll eigentlich ein "Schnellficker" sein? "Pädo", ok, darunter kann man sich was vorstellen. Aber ein "Schnellficker"? Ich meine, dieses Wort wird im Buch von jeder Person benutzt, egal ob Polizist, Strafgefangener oder normaler Bürger.
Da kann man doch irgendwie schon erwarten, dass es selbsterklärend ist und ein umgangssprachliches Wort, wie "Nutte" oder so.
Ja, natürlich weiß man, was es heißen SOLL.
Dennoch...ich finde, es wirkt lächerlich. Gerade im Mund eines Strafgefangenen. Da hätte ich eher sowas wie "Wichser" oder ähnliches erwartet.
Naja, was solls.
Davon nicht genug wurden auch einige Dinge, die mit dem Fortgang der Geschichte sicherlich NICHTS zu tun haben, bis ins kleinste Detail ausgeschlachtet.
Was hat es für die Story für einen Sinn zu erfahren, das jemand in der Nase popelt, einem anderen in den Mund spuckt oder sich eine Wunde auf der Nase so weit aufkratzt, dass es blutet? Ich denke nichts. Um zu verdeutlichen, dass diese Personen nieveaulose, primitive Straftäter sind, muß eine detaillierte Beschreibung des Popelböllen oder des schleimig gelben Spuckepfropfens einfach nicht sein!
Es zeigt mir, dass die Autoren wohl nicht über die nötige Textgewalt verfügen, um diese Charaktere richtig herauszuarbeiten.
Wie auch schon öfter erwähnt wurde, ist es wirklich sehr schwer, die ganzen Charaktere auseinander zu halten.
Durch die vielen Perspektiven werden sehr viele Personen gleich zu Beginn der Geschichte hintereinander aufgereiht und diese auf der einen Seite mit dem Vornamen und danach plötzlich mit dem Nachnamen angeredet. Wer soll da noch durchblicken? Auch ich mußte öfter mal einige Seiten zurück blättern um überhaupt zu verstehen, über wen ich hier gerade lese.
Es macht das ganze nicht einfacher, dass es schwedische Namen sind, und man als Deutscher eben nicht sofort weiß, dass Grens und Ewert nicht auch zwei Vornamen sein können.
Mit den Namen kann man den Autoren sicherlich keinen Vorwurf machen und als Leser muß man da natürlich auch eine gewisse Offenheit mitbringen. Aber ich denke einfach, dass das schon ein wichtiger Punkt ist, da es offensichtlich einfach so schlecht geschrieben ist, dass man an diesem "Namenproblem" durchaus hängen bleiben kann.
Ich habe das Buch zu Ende gelesen, weil ich ständig dachte "das kann doch jetzt nicht alles gewesen sein".
Leider muß ich sagen: Doch, das war alles.
Die wenigen Seiten, die außerhalb des Klappeninhalts stattfinden, sind sowas von zusammenhanglos, belanglos, langweilig und wirken einfach nur krampfhaft, dass es wirklich traurig ist.
Vielleicht muß ich mich der Meinung eines vorigen Rezensenten anschließen und zugeben, dass auch ich diesen "sozialkritischen" Roman nicht ganz verstanden habe.
Mein Fazit: Das Ganze ist nicht mehr als krampfhaftes Geschreibsel auf niedrigstem Niveau und wirklich nicht empfehlenswert.
Schade, aus dem Thema hätte man sicherlich mehr machen können.