Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Mauer hat nicht nur Berlin und Deutschland geteilt, sondern auch Familien getrennt, Verwandtschafts- und Freundschaftsbeziehungen durchschnitten und vielfaches Leid verursacht. Über 700 Menschen kamen an der innerdeutschen Grenze ums Leben. 239 davon allein in Berlin. Wie viele bei einem Fluchtversuch verletzt oder festgenommen und zu langen Zuchthausstrafen verurteilt worden sind, ist nicht bekannt. Aber es müssen Tausende gewesen sein.
Thomas Flemming und Hagen Koch beschreiben detailliert, wie das SED-Regime auf die wachsende Zahl der "Grenzdurchbrüche" mit immer neuen "Ausbaustufen" reagierte: mit Betonplatten und Metallgitterzäunen, mit Todesstreifen, Hundelaufanlagen und Minenfeldern. Und noch 1988/89 wurden milliardenschwere Pläne für eine High-Tech-Grenze entwickelt, an der Fluchtversuche möglichst ohne Anwendung der Schusswaffe vereitelt werden sollten. Denn jeder Schuss, jeder Tote schadete dem internationalen Ansehen der DDR. Und gerade die Außenwirkung erhielt in Zeiten eines rapide steigenden Kreditbedarfs wachsende Bedeutung.
Der präzise recherchierte Band von Thomas Flemming und Hagen Koch macht die Berliner Mauer noch einmal in ihrer ganzen historischen Monstrosität erfahrbar, und es ist schwer zu sagen, was mehr beeindruckt: die Ausdrucksfähigkeit der Fotos und Dokumente oder die sprachlichen Feinheiten des Textes, der die Geschichte "eines politischen Bauwerks" von der ersten Berlin-Krise im Frühjahr 1948 bis zu den Verfahren gegen "Mauerschützen" nach der Wiedervereinigung übersichtlich zusammenfasst. Ein eindrucksvolles Buch, das dabei helfen wird, die Erinnerung an Täter und Opfer wachzuhalten. --Stephan Fingerle -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Klappentext
Umschlagtext
"Die Regierungen der Warschauer Vertragsstaaten wenden sich an die Volkskammer und an die Regierung der DDR mit dem Vorschlag, an der Westberliner Grenze eine solche Ordnung einzuführen, durch die der Wühltätigkeit gegen die Länder des sozialistischen Lagers zuverlässog der Weg verlegt und rings um das ganze Gebiet Westberlins eine verläßliche Bewachung gewährleistet wird."
Diese geschraubte Erklärung bedeutet nichts anderes, als dass die Sektorengrenze geschlossen und West-Berlin abgeriegelt wird.
In Text, Bildern und Dokumenten beschreibt dieses Buch die Geschichte der Berliner Mauer: von den ersten Stacheldrahtbarrieren im August 1961 über die 3,60 Meter hohe "Mauer der 4. Generation" bis hin zu nicht mehr ausgeführten Planungen einer elektronisch gesicherten "High-Tech-Grenze"; von der Stimmung der Menschen im Ost- und im Westteil der Stadt unmittelbar nach dem Mauerbau bis zu den Ereignissen, die am 9. November 1989 zum Fall der einst am schärfsten bewachten Grenze der Welt führten.