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Die Berliner Antigone: Erzählungen und Gedichte
 
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Die Berliner Antigone: Erzählungen und Gedichte [Taschenbuch]

Rolf Hochhuth
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 7,90  
Taschenbuch, 1986 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 86 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 315008346X
  • ISBN-13: 978-3150083468
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 9,2 x 0,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 150.454 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Rolf Hochhuth
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Rolf Hochhuth, geb. 1.4.1931 in Eschwege geboren. Nach Abschluss einer Buchdruckerlehre arbeitete Hochhuth in verschiedenen Buchhandlungen in Marburg, Kassel und München. Nebenher war er Gasthörer an den Universitäten in Heidelberg und München. 1955 war er Lektor im Bertelsmann-Lesering und arbeitete an der Herausgabe verschiedener Werksausgaben und Erzählanthologien mit. Seit 1963 lebt Hochhuth als freier Autor in Riehen bei Basel. Der Schwerpunkt seiner Themen liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Seine Werke sind mit dokumentarischem Beweis- und Belastungsmaterial angereichert, die Hochhuth in umfangreichen Recherchen zusammengetragen hat. Hochhuth wurde damit zu einem der Hauptvertreter des sogenannten Dokumentartheaters der 60er Jahre. Dabei entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten und umstrittensten Dramatiker in der deutschsprachigen Bühnenwelt. 1980 erhielt er den Literaturpreis der Stadt München und des Verbandes bayerischer Verleger sowie den Geschwister-Scholl-Preis für Literatur, 1990 den Jacob-Burckhardt-Preis der Basler Goethe Stiftung. 2001 folgte der Jacob-Grimm-Preis für seinen Einsatz um die deutsche Sprache.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Cenodoxus
Format:Taschenbuch
Die Antigone des Sophokles erscheint als zeitlos: in unerreichbarer darstellerischer Dichte wird der Konflikt aus entgegengesetzten Standpunkten entwickelt und in unerschütterlicher schicksalhafter Konsequenz vorgeführt. Kreon als die m. E. eigentliche tragische Figur verliert alles, während Antigone mehr oder weniger standhaft ihrem selbstgewählten Ende entgegentritt. Aufgrund seiner Geschlossenheit ist dies in meinen Augen eines der bedeutendsten und konzentriertesten Ideendramen überhaupt.

Mit Hochhuths Novelle verhält es sich ganz anders. Motive aus dem Antigone-Stoff (Bestattung des Bruders, Schwiegertochter, Tod des Verlobten...) werden aufgegriffen, auch die Standhaftigkeit der Antigone (hier Anne) ist durchaus vorhanden, doch überträgt Hochhuth das Geschehen in die Zeit der nationalsoizialistischen Dikatatur und des Krieges, wie dies auch andere getan haben (Anouilh, Brecht, auch Elisabeth Langgässer).

Was unterscheidet Hochhuths Antigone von der berühmten Vorlage? Zunächst gibt es hier keine wirklich klar entgegengesetzten Positionen.

Die Erzählung konzentriert sich nahezu ganz auf die moderne Antigone, die Hitlers Verbot zum Trotz ihren toten Bruder aus der Anatomie stiehlt und ihn während eines Bombenangriffes bestattet.

Die Handlung setzt beim Prozess gegen Anne ein. Und hier liegt der Hauptunterschied: das, was bei Sophokles weitestgehend ausgeblendet wird, wird von Hochhuth plastisch dargestellt. Die Handlung wird psychologisch.

Man erfährt eine Menge über den Seelenzustand von Anne, die in der Zelle auf ihre Hinrichtung wartet, die dieser nicht wie Antigone klaren Blicks entgegensehen kann, sondern die in ihrem menschlichen Elend zusammenbricht und sogar ihre Tat zu bereuen beginnt. Wenn es religiöse Gründe für ihr Handeln gegeben hat, so verliert sie in den Begegnungen mit dem Geistlichen auch diesen Boden unter ihren Füßen. Am Ende bleibt dem Leser ein tiefer Schauder über die Hinrichtung, deren gesamte Begeleitumstände in verstörender Intensität geschildert werden. Antigone konnte nicht siegen, das Dritte Reich hat sie zermalmt.

Der Text von Hochhuth ist sehr plastisch geschildert. Es handelt sich um eine sehr kurze Novelle, die mich auch beim Mehrmaligen Lesen immer wieder stark ergriffen hat. Positiv ist für mich auch, dass der Moralist Hochhuth schildert, aber hier nicht - wie etwa im "Stellvertreter" zu direkt moralisiert, sondern in und mit dieser Novelle ein eindringliches Mahnmal gegen den Faschismus setzt. Das alles erinnert sehr an Haushofers "Moabiter Sonette" und kommt diesen in der verstörenden Wirkung sehr nahe. Unbedingt lesen!
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Von Serenus Zeitblom TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Das Reclam-Heft umfasst etwas mehr als 80 Seiten von Rolf Hochhuth. Der 1931 geborene Eschweger wird im Nachwort vorgestellt.
Das Heft enthält: Die Berliner Antigone, Anekdote, Mutterliebe sowie Zwölf Blätter aus einem Geschichtsatlas.
Die Berliner Antigone steht in der Hochhuthschen Tradition politischer Texte. Wer das Original oder diverse Adaptionen kennt, wird Parallelen und Unterschiede rasch bemerken. Antigone heißt ansonsten Anne und das diktatorische Regime Kreons ist der Nationalsozialismus im Kriegs-Berlin. Der Konflikt bleibt der klassische.
Die weiteren Stücke zeigen, wie Hochhuth in kurzer Form Geschichte und Geschichten aufgreift und zuspitzen kann. (Andere können dies womöglich noch prägnanter, doch das wäre dann der fünfte Stern gewesen).
Zum bekannt günstigen Reclam-Preis also eine interessante Lektüre.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Rolf Hochhuth war mir ein bis dato unbekannter Schriftsteller, doch er hat mich allein mit dieser kurzen Novelle gefesselt. Erzählt wird die Geschichte der Frau Anne, die während des Zweiten Weltkrieges ihre Mutter, sowie ihren Bruder und Verlobten verloren hat. Sicher ist diese Zusammenfassung etwas sehr oberflächlich, aber mehr soll an dieser Stelle auch garnicht verraten werden. Es sollte nur gesagt werden, daß es sich um keine übliche Kriegsgeschichte handelt. Einmal mehr wird von einem Schicksal in einer grausamen Zeit erzählt. Es lohnt sich diese Geschichte gelesen zu haben, besonders für jene, die mit Sophokles` Werk "Antigone" vertraut sind. Wie der Titel schon vermuten lässt, hat Rolf Hochhuth verschiedenste Elemente dieser Sage in seine Story einfließen lassen. Ich würde es wirklich empfehlen - vor allem wegen dem Preis und der Länge. Auch die Nachbemerkungen sind sehr gut geschrieben und nützlich. Meines Erachtens lohnt sich diese Geschichte besonders als Unterrichtsmaterial.
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