Hab ihn gerade erst entdeckt, diesen hochkarätigen Lyriker. Etwas spät. Aber welch ein Gewinn!
"Zustand // Wie wenn der Hirt der Herde / weggegangen wär // In einer stillen Vorstadt / Dämmerung im Sturm // Ein Erdgeschoss wovor / paarhufig hartauftretend / das Entsetzen schreitet "
Da ist es wieder, was mich an Lyrik fasziniert: die knappe Form, gepaart mit großer Bildhaftigkeit. Jede Zeile trifft - und über die Zeilen hinweg eine Aussage, etwas Verstehbares, Berührendes, Existenzielles. Ich mag diese Vermittlung innerer Bezogenheit über Bilder aus der Natur - und es begeistert mich, wenn dies in neuen, ungeheuer treffsicheren Metaphern geschieht: "Nadelfeiner Regen / überall auf nassen Felsen / stehen Angler ziehn mit Haken / an der Haut des Meers "
Ich bin dankbar, dieses Buch gefunden zu haben.