Kurzbeschreibung
Die deutsch-tschechische Frage sorgt wieder für Aufregung. Vor allem zwischen Wien und Prag entspannt sich ein politischer Schlagabtausch, in dem Geschichte als Waffe benutzt wird. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen die Dekrete, die mit dem Namen eines Mannes verbunden sind, der den einen als Nationalheld, den anderen als Inkarnation des Bösen gilt: Edvard Benes. Doch war er wirklich der "Vater der Vertreibung"? Wie standen die alliierten Hitler-Gegner zur Aussiedlung der Deutschen aus Mitteleuropa? Gab es Widerstände gegen die Idee kollektiver Vergeltung für das Terror-Regime der Nazis von Seiten der Tschechen? Und was steht in den Benes-Dekreten tatsächlich geschrieben?
Auf alle diese Fragen will dieses Buch Antwort geben. Es stellt darüber hinaus klar, dass Vertreibungs- und Aussiedlungspläne lange vor Benes in den Köpfen chauvinistischer Ideologen in Böhmen spukten - auf beiden Seiten; es gibt einen Überblick über 600 Jahre deutsch-tschechischer Geschichte mit ihren vielen Tragödien, jedoch auch langen Traditionen des Zusammenlebens; es geht der Frage nach, warum diese durch Jahrhunderte eingeübte Tradition mit einer derart mörderischen Konsequenz innerhalb weniger Jahre zerstört worden ist; es erzählt, "wie es eigentlich gewesen ist" - aber auch davon, welche Bilder sich Deutsche und Tschechen von der gemeinsamen Vergangenheit machen und warum es dabei oft so große Unterschiede gibt: Geschichte als die Macht der Bilder.