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Ein offenkundig psychisch gestörter Täter bringt die Familie Peach in deren Wohnung in seine Gewalt, macht die Eheleute Carmel und Alek unschädlich und missbraucht den achtjährigen Sohn Rory drei Tage lang, den er schließlich auch noch verschleppt. Pädophilie ist das Reizwort für Inspektor Jack Caffery. Wie schon in Hayders Debütroman Der Vogelmann hat der Polizist das spurlose Verschwinden seines Bruders Ewan vor vielen Jahren noch immer nicht verarbeitet, an dem er sich selbst die Schuld gibt. Ewan wurde vermutlich Opfer des in der Nachbarschaft wohnenden pädophilen Ivan Penderecki, dem allerdings bisher nichts nachgewiesen werden konnte. Wider besseres Wissen, denn seine persönliche Betroffenheit macht ihn zum ungeeigneten Ermittler, gibt Caffery den Fall nicht an einen Kollegen weiter. Ihm dämmert, dass der Täter wahrscheinlich bereits auf der Suche nach neuen geeigneten Opfern ist. Schließlich wird Caffery die eigene Besessenheit um ein Haar zum Verhängnis, sucht er doch in erster Linie nach einem Schuldigen für den Verlust des Bruders.
Über den spannenden Plot hinaus -- der Leser weiß am besten, wie sehr der Polizei die Zeit davon läuft -- gewinnt der Thriller seinen besonderen Reiz aus der Konstellation von Täter und Ermittler. Bei beiden handelt es sich um psychisch schwer gestörte Persönlichkeiten, beide glauben, selbsttherapeutisch zu handeln, ihre Beweggründe sind durchaus vergleichbar. Auf ein ungetrübt gutes Ende deutet dies alles sicher nicht hin. Man darf gespannt sein, ob und wie Mo Hayder die Hauptfigur von ihren Obsessionen zu heilen vermag, denn ein psychisch angeschlagener Ermittler dürfte auf Dauer nicht für seinen Job als Polizist und Serienheld taugen. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannender als der Vorgänger "Der Vogelmann",
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Behandlung (Gebundene Ausgabe)
Ich hab das erste Buch von Mo Hayder ("Der Vogelmann") mit großer Begeisterung gelesen und freute mich also auf den Folgeband.Wieder ermittelt Jack Caffrey, das Trauma mit seinem Bruder, der als kleines Kind spurlos verschwunden ist, macht ihm immer noch zu schaffen, noch dazu liegt bereits sein nächster Fall auf dem Tisch und der hat mehr mit dem zurückliegenden Vorfall in seiner Jugend zu tun, als ihm lieb ist. Spannender, düsterer und abwechslungsreicher als "Der Vogelmann" ist der neue Roman von Mo Hayder auf jeden Fall, endlich erfährt man mehr über die Entführung des Bruders und manchmal ist der Ermittler so nahe an der Lösung (aber schlittert dann doch wieder haarscharf daran vorbei), daß man als Leser laut aufschreien möchte, um Caffrey darauf hinzuweisen. ;-) Ich kann nicht sagen, daß mir das Lesen des Buches Vergnügen bereitet hat, denn dazu ist das Thema dann doch zu ernst. Aber ich habe es genossen, endlich mal wieder einen Krimi zu lesen, der wirklich spannend ist und den man nicht mehr aus der Hand legen möchte (jaja, ich weiß, daß das so eine alte Floskel ist, aber in diesem Fall stimmt das wirkich) Also: 100% empfehlenswert für Krimileser, die auch gerne Krimis lesen, die nicht nur an der Oberfläche kratzen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Krimi der Spitzenklasse!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Behandlung (Gebundene Ausgabe)
Jeder, der den „Vogelmann“, das erste Buch von Mo Hayder, kennt und begeistert verschlungen hat, muß auch dieses Buch lesen! Aber Finger weg, wenn man Stories über Pädophilie nicht ertragen kann oder zart besaitet ist! Am meisten schätze ich, daß es sich auch hierbei wieder um ein sehr „europäisches“ Buch mit einer gut strukturierten, sehr spannenden, sicherlich auch schockierenden Geschichte handelt. Es wird nichts idealisiert, die „amerikanische Saubermann/frau-Ideologie“ gibt es hier nicht. So darf z.B. Inspector Jack Caffery (wie schon im „Vogelmann“) sich selbst hemmungslos quälen, Malt-Whisky trinken und selbstgedrehte Zigaretten rauchen. Als erklärter „Vogelmann“-Fan war ich skeptisch, aber ich muß zugeben, Mo Hayder hat es geschafft. „Die Behandlung“ ist nicht einfach nur eine Fortsetzung oder ein Abklatsch ihres ersten Krimis. Natürlich stößt Mo Hayder auch mit diesem Buch wieder an die Grenzen des sogenannten guten Geschmacks, provoziert dadurch, aber gerade deshalb ist diese Schriftstellerin so interessant. „Die Behandlung“ ist weder übertrieben noch pervers, es wird lediglich der reale Wahnsinn geschildert. Und das ist wohl das Schlimme daran!
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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Grenzwertig,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die Behandlung. 6 CDs. (Audio CD)
Mo Hayder entwickelt wie auch beim Vorgänger "Der Vogelmann" ein Geflecht aus menschlichen Obsessionen, Perversionen, sexueller Macht und Ohnmacht. Das fesselt den Leser und führt ihn in gewisser Weise zu seinen eigenen Abgründen: wir lesen mit dem Gefühl, das in der Psychologie als "Angstlust" bezeichnet wird.Wenn`s gut geht, kehren wir nach der Lektüre in unsere sicheres Haus zurück - wie nach dem "Genuß" eines Katatrophenfilms im Kino. Die Besonderheit bei "Die Behandlung" ist die, dass es einem hinterher NICHT besser geht. Die Ereignisse im Roman sind derartig schrecklich, das Verbrechen, das behandelt wird, ist so grausam, die Hilflosigkeit der (kindlichen) Opfer so vollständig, dass für manchen Leser ein Grad der Unterträglichkeit erreicht wird. Ein moralisches Kriterium ist diese Sicht nicht. Der Roman ist spannend und ordentlich geschrieben. Aber eine Wertung ist mir letztlich nicht möglich: ein Buch, das man kaum aus der Hand legt, bis man das Ende erreicht hat. Und dann fühlt man sich schlecht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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